„Man kämpft allein“: Mark Zuckerberg ruft bei Facebook zu mehr Offenheit im Umgang mit Fehlgeburten auf

Mark Zuckerberg verkündet bei Facebook erneut die Schwangerschaft seiner Frau
Mark Zuckerberg verkündet bei Facebook erneut die Schwangerschaft seiner Frau

Mark Zuckerberg wird Vater und verkündete die Botschaft freudig bei Facebook. Diese Gelegenheit nutzte er ebenfalls, um auf ein weniger erfreuliches, nahezu tabuisiertes Thema aufmerksam zu machen: Fehlgeburten. Er selber musste mit seiner Frau bereits drei überstehen – und will mit seinem sehr persönlichen Posting andere Betroffene ermutigen, auch über diese schmerzhafte Erfahrung zu sprechen.

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Priscilla Chan und Mark Zuckerberg erwarten ihr erstes Baby – eine Tochter, wie Zuckerberg auf seiner Facebook-Page bekanntgab. Er freue sich auf „ein neues Kapitel“ in ihrem Leben und wolle die Welt für sein Kind verbessern, jubelt er.

Bei aller Freude liegt ihm ein anderes, sehr trauriges Thema am Herzen: Mark und Priscilla hatten bereits drei Jahre lang versucht, schwanger zu werden und drei Fehlgeburten erlitten. „Man beginnt Pläne für ihre Zukunft zu schmieden und dann sind nicht mehr da. Es ist eine einsame Erfahrung“, berichtet Zuckerberg in dem erstaunlich offenen und privaten Posting. Ihnen habe das Gespräch mit Freunden geholfen, um zu realisieren, dass sie mit dem Schmerz nicht alleine sind. Die meisten Menschen würden dies nicht tun – aus Scham und aus Sorge, andere Menschen könnten denken, die Eltern seien selber Schuld. „Deshalb kämpft man allein“, so Zuckerberg.

Doch in einer „offenen und vernetzten“ Gesellschaft müsse dies nicht so sein, ist er sich sicher und ruft dazu auf, auch negative Erfahrungen wie diese zu teilen. „Diese Dinge trennen uns nicht mehr, sie bringen uns näher zusammen. Darüber zu sprechen schafft Verständnis und Toleranz und gibt uns Hoffnung.“

Zuckerberg hatte sein Privatleben lange Zeit abgeschirmt. Dass er als Mann und als Chef eines Medienimperiums über ein tabuisiertes Thema spricht und seine Verletzlichkeit zeigt, macht sein Posting deshalb umso außergewöhnlicher.

Sein Aufruf zu mehr Offenheit trägt Früchte: Nicht nur wurde seine Statusmeldung bislang knapp 50.000 mal geteilt, zahlreiche Facebook-Nutzer berichten in den Kommentaren von ihren eigenen Erfahrungen und bedanken sich dafür, dass Mark und Priscilla mit gutem Beispiel vorangehen.

Priscilla and I have some exciting news: we’re expecting a baby girl!This will be a new chapter in our lives. We’ve…

Posted by Mark Zuckerberg on Freitag, 31. Juli 2015

Vor wenigen Monaten trauerte bereits Facebook-COO Sheryl Sandberg öffentlich auf ihrer Page, nachdem ihr Mann, der US-Internet-Unternehmer Dave Goldberg, am 1. Mai 2015 völlig überraschend im Alter von nur 47 Jahren starb. Jenseits aller Klischees beschrieb auch sie damals ihre Gefühle und den Umgang mit der Trauer. Auch dieses Posting löste eine Welle der Anteilnahme aus und motivierte zahlreiche Frauen, ihre eigene Geschichte zu teilen.

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Alle Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Zuckerberg,
    schon sind Kritiker präsent, wenn einer in guter Absicht eine große Tat vollbringt. Ich vermute, daß an der Kritik Wahres zu finden ist. Das stürzt aber diese Absicht nicht ins Nutzlose, denn das Geld ist mit Steuer-Vergünstigungen nicht verschwunden, sondern bildet eine neue Quelle der immer wieder angemahnten Verteilungs-Gerechtigkeit.
    Der Schreiber ist ein armer Kapuziner: Ist es möglich, auch Anteil zu erhalten an der enormen Summe? Ich fahre ein Auto mit ca. 200 000 km und bräuchte dringend ein neues. Herr Zuckerberg sieht sich
    selbst als Atheist, aber das hindert nicht, daß ein Philanthrop Gutes tut.

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