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Hoher Aufwand, ödes Format: Wird der Sommer-Dschungel das „Newtopia“ von RTL?

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Seit Freitagabend läuft bei RTL "Ich bin ein Star – lasst mich wieder rein", der Ableger des großen Dschungelcamps, in dem 27 ehemalige Insassen um den Wiedereinzug ins Camp 2016 kämpfen. Bei vielen Zuschauern ist die Enttäuschung groß, tatsächlich konnte der Sommer-Dschungel die Erwartungen bislang nicht im Ansatz erfüllen – und erinnert damit an das vor wenigen Wochen gescheiterte Sat.1-Reality-Format "Newtopia".

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Alles, was „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ ausmacht, fehlt in dem Ableger: Das sowieso schon unlogische Konzept (Die Teilnehmer treten zwar gegeneinander an, letztendlich entscheidet aber doch der Zuschauer) geht von vorne bis hinten nicht auf. Den Fans des Formats geht es schließlich gar nicht so sehr um die einzelnen Camp-Bewohner als vielmehr um die sich nach und nach entwickelnde Gruppendynamik. Der Reiz liegt darin zu beobachten, wie sich die extrovertierten C-Promis in der Parallelwelt des australischen Dschungels mit chronischer Unterernährung und zunehmendem Lagerkoller anstellen: Wann zeigt wer sein wahres Gesicht? Wer überrascht und welche Geheimnisse werden am Lagerfeuer ausgeplaudert? Beim Sommer-Dschungel hingegen steht nicht die Gruppe im Vordergrund, sondern wieder jeder Promi für sich – für den sich die meisten Zuschauer wenig interessieren dürften.

Doch was am Schlimmsten ist: Der Witz fehlt. Da können sich Sonja Zietlow und Daniel Hartwich noch so sehr anstrengen – schließlich haben sie einfach keine Zeit für die Ausarbeitung der für das Format so wichtigen Running Gags.

Das Format wird den eigenen Ansprüchen nicht gerecht

Wie schon bei dem Reality-Format „Newtopia“, das bei Sat.1 gescheitert ist, wird die Sendung den hohen (eigenen) Ansprüchen und dem Produktionsaufwand nicht gerecht. Es herrscht gnadenlose Langweile. Bei „Newtopia“ hatte der Sender die Erwartungen im Vorfeld zu hoch geschraubt, indem er monatelang die Werbetrommel gerührt und von dem „größten TV-Experiment aller Zeiten“ gesprochen hat. Umso gewaltiger waren Fallhöhe und Enttäuschung bei den Zuschauern. Beim Sommer-Dschungel hat der eigene große Bruder die Latte hoch gelegt: mit neun erfolgreichen und vor allem unterhaltsamen Staffeln, die dafür gesorgt haben, dass Ibes nicht nur bei Trash-TV-Liebhabern zum Kult-Format geworden ist.

Frontalangriff statt Erholungspause

In der vergangenen Staffel, Anfang 2015, war jedoch ein Schwächeln zu erkennen, die Witze zündeten weniger und der Cast war vor allem im Vergleich zum Vorjahr mit Larissa & Co unspektakulär – alles in allem deuteten die Zeichen darauf hin, dass das Format eine Erfrischungspause gebrauchen könnte, wie schon einmal in der Saison 2009/2010.

Doch RTL hat sich mit „Ich bin ein Star – lasst mich wieder rein“ für den Frontalangriff entschieden. Und dabei wirkt das Format wie der Versuch, einen Pudding an die Wand zu nageln. Bei den Zuschauern überwiegt offenbar Enttäuschung und Langweile, was nicht nur am hohen Quotenverlust zwischen erster und zweiter Show deutlich wird:

Vielen Dank RTL,ich habe jetzt eine ungefähre Vorstellung davon, wie sich ein Wachkoma anfühlt. Von mir aus dürftet ihr…

Posted by Kerstin Gausmann on Montag, 3. August 2015

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Es bleibt abzuwarten, wie sich das Format weiterentwickelt. Im Gegensatz zu „Newtopia“ ist es zum Glück nicht für ein Jahr angesetzt, sondern auf lediglich neun Tage. Das Ende ist also – zum Glück – absehbar.

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