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„Bäm! Danke, Herr Vizekanzler“ – Til Schweiger holt Sigmar Gabriel beim Kampf gegen Rassismus ins Boot

Seite an Seite gegen Fremdenhass? Schauspieler Til Schweiger und Vizekanzler Gabriel.
Seite an Seite gegen Fremdenhass? Schauspieler Til Schweiger und Vizekanzler Gabriel.

Til Schweiger setzt seinen Kampf gegen rechtes Gedankengut in sozialen Netzwerken fort und hat nun politische Unterstützung gefunden. Nachdem der Schauspieler auf Facebook an Vizekanzler Sigmar Gabriel appellierte, hat sich dieser telefonisch bei ihm gemeldet und sich – wie Schweiger schreibt – seinen "Frust" angehört.

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„Bäm!“ Für Til Schweiger gab es am Mittwochabend offenbar ein besonderes Erfolgserlebnis. Als das Telefon des Schauspielers klingelte, meldete sich auf der anderen Seite Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel. „Und er hat sich eine halbe Stunde an seinem Feierabend meinen Frust angehört…. meinen Frust darüber, dass es in diesem Land, das noch vor nicht allzu langer Zeit selbst auf der Flucht war (und wer weiss, vielleicht irgendwann wieder sein wird) soviel Fremdenfeindlichkeit und blanken Hass gibt…“, schrieb Schweiger im Anschluss bei Facebook.

Bäm!!! Der Vizekanzler hat sich gemeldet! Und er hat sich eine halbe Stunde an seinem Feierabend meinen Frust angehö…

Posted by Til Schweiger on Wednesday, July 29, 2015

Er und Gabriel seien sich sofort einig gewesen: „Dass die Mehrheit der Deutschen diesen Hass nicht teilt!!!!“ Schweiger hatte einige Stunden zuvor einen Artikel von Spiegel Online über einen Angriff auf ein Flüchtlingsheim geteilt und dazu appelliert: „Diesem Artikel kann ich nichts mehr hinzufügen! Frau Merkel, Herr Gabriel bitte übernehmen Sie!!!!!!“ Der Schauspieler hatte in den vergangenen Tagen immer wieder Schlagzeilen gemacht, weil er Nutzern mit rechten Ansichten bei Facebook die Stirn bot. So reagierte er auf hasserfüllte Kommentare unter einem Spendenaufruf mit einem Posting, in dem er die entsprechenden Nutzer als „zum Kotzen“ bezeichnet hatte, kurz darauf warf Schweiger im „Nachtjournal“ auch Medien einen Mangel an Verantwortung vor.

Für den Vizekanzler kam der Appell von Schweiger womöglich gar nicht ungelegen. In jüngster Vergangenheit lief es nicht wirklich gut für Gabriel. Seine Reise als erster politischer Vertreter eines mächtigen Landes in den Iran, kurz nachdem ein Atom-Deal geschlossen wurde, wurde von vielen Seiten kritisiert. Im Sinn hatte der Minister milliardenschwere Aufträge für die deutsche Industrie. Und auch innerparteilich hat es der SPD-Vorsitzende nicht eben leicht. Jüngst legte der schleswig-holsteinische SPD-Ministerpräsident Torsten Albig in einem NDR-Interview nahe, dass die SPD bei der kommenden Bundestagswahl nicht unbedingt einen Kandidaten brauche, weil es keine Konkurrenz für Merkel gebe.

Mit einem prominenten und – zumindest in der Fremdenhassdebatte – authentischen Gesicht wie Til Schweiger zusammengebracht zu werden, dürfte Gabriel ganz gut gefallen. Vor einigen Wochen versuchte er zuletzt bei den Moderatoren Jan Böhmermann und Klaas Heufer Umlauf zu landen, die kurz zuvor ein medienkritisches Video ins Netz gestellt hatten.

Was nun passiert, nachdem Gabriel dem Schauspieler Schweiger sein Gehör geschenkt hat, ist unklar. Von Gabriel gab es bisher keine öffentliche Reaktion.

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Alle Kommentare

  1. Glaubt der Darsteller Schweiger eigentlich an die Mär „Alles echte Kriegsflüchtlinge“ ? Der Gabriel wird vorher sicher die Heime casten, fix echte Kriegsflüchtlinge zusammenmixen.. wär ja peinlich , wenn der Darsteller 98% > Balkan + Wi-Migranten Nordafrika antrifft .. Realität notfalls ausblenden

  2. Jetzt „brüstet“ sich Gabriel in der „BILD“ und sagt warum er Schweiger anrief… Au backe.

    Man ist geneigt „KEINOHRHABEN für beide“ zu rufen 😉

  3. JETZT GEHTS LOOOS

    Endlich kommen Fußball-Millionäre, Casting-Deppen und der bunte RTL-Idioten-Mob zum Einsatz!

    Das wird die Alpha-Kevins BEEINDRUCKEN wenn son Kackpromi irgendwas lallt und wieder in sein Bonzenghetto verschwindet.

    Machen die Geissens vielleicht eine Charity-Party auf ihrem Boot? Wettschwimmen oder Schnapp-die-Wurscht?

    Diese Hackfressen-Mischpoke hat grade noch gefehlt.

  4. Ob man Dieter Nuhr ist oder Til Schweiger oder Privatmensch: Wer sich öffentlich in der Sache positioniert – egal ob rechts oder links – macht sich Feinde. Die Migrationsdebatte wird sich mittelfristig zur gesellschaftlichen Zerreissprobe ausweiten und das Land nachhaltig in einer Art verändern, die sich die Mehrheit der Bevölkerung nicht wünscht – egal wie es ausgeht.

  5. Herr Gabriel hat (zu) viel Zeit!

    „dass es in diesem Land, das noch vor nicht allzu langer Zeit selbst auf der Flucht war (und wer weiss, vielleicht irgendwann wieder sein wird) “

    ???

    Also geschichtlich gebildet ist der liebe Til also auch nicht

    1. Seien Sie sicher, dass der „liebe Til“ sehr wohl geschichtlich bewandert ist…

      In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges mussten 12 – 14 Millionen Männer (überwiegend Ältere, der Rest war ja in der russischen Gefangenschaft), Frauen und Kinder die ehemaligen Ostgebiete fluchtartig verlassen, um zu überleben.
      Viele haben das nicht überlebt oder wurden kurzum in die DDR zwangsumgesiedelt.
      Das Ergebnis kennen wir ja!

      Wenn Sie mehr erfahren wollen, schauen Sie doch einfach einmal unter Wikipedia in „Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945–1950“

      Und auch damals haben sich nicht wenige Deutsche zunächst geweigert, diese Flüchtlinge aufzunehmen…

      1. Dieser Blick in die deutsche Geschichte liefert eigentlich nur Gründe heute z.B. auch Syrer konsequent Abzuschieben, Fluchtmöglichkeiten im eigenen Land sind ja gegeben.

  6. Wie heißt das Sprichwort:
    „Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.“ nicht wahr Herr Gabriel?

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