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Ze.tt-Chef Sebastian Horn: Junge Zielgruppe wünscht sich „eine menschlichere Ansprache“

Will mit Ze.tt an die junge Zielgruppe heran: Redaktionsleiter Sebastian Horn.
Will mit Ze.tt an die junge Zielgruppe heran: Redaktionsleiter Sebastian Horn.

Vergangenen Montag hat Zeit-Online-Chef Jochen Wegner einen jungen Ableger ins World Wide Web geschickt. Ze.tt soll die junge Zielgruppe vor allem über die Sozialen Kanäle einsammeln und Themen setzen, über die in "WhatsApp-Gruppen und WG-Küchen" gesprochen wird. Im Gespräch mit MEEDIA erklärt Redaktionsleiter Sebastian Horn, wie das gelingen soll.

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Was ist das Besondere an ihrer Zielgruppe, junge Menschen, die „zwischen Schulabschluss und erstem Jobwechsel“ stehen?
Wir wenden uns an die Zielgruppe der Auszubildenden und Studierenden,aber auch junge Menschen, die ihre letzte Mathearbeit noch vor sich haben oder ihren ersten Job schon angetreten haben. Leserinnen und Leser in dieser Zielgruppe ähneln sich zunächst in ihrer Mediennutzung: Sie finden und konsumieren News vor allem über Social Media. Außerdem denken wir, dass sie sich eine menschlichere Ansprache wünschen. Wir wollen näher an den Gesprächen dran sein, die unsere Leserinnen und Leser online und offline mit ihren Freunden führen.

Welche Erwartungen hat eine solche Zielgruppe an eine Marke wie die Zeit?
Ze.tt ist eine eigenständige Marke unter dem Dach des Zeit Verlags. In den bisherigen Gesprächen mit potentiellen Ze.tt-Leserinnen und Lesern kam unter anderem der Wunsch zum Ausdruck, über wichtige Themen informiert zu werden, aber auch Inspiration und Ideen fürs eigene Handeln zu finden.

Zeit-Online-Chef Wegner schreibt, Ze.tt mache Zeit Online Konkurrenz – wie ist das gemeint?
Wir wollen bei Ze.tt eine junge Zielgruppe über Social Media erreichen, neue Erzählformen ausprobieren und datengestützt arbeiten. Das wollen wir natürlich besser machen als die Kolleginnen und Kollegen bei Zeit Online. In Wahrheit ist das aber keine Konkurrenz, sondern ein gegenseitiges Lernen.

Versteht sich Ze.tt eher als Zeit für junge Leser oder als Zeit Magazin für junge Leser? Der erste Eindruck Ihrer Seite lässt eher Zweiteres vermuten.
Weder noch. Wir verstehen uns als etwas Eigenständiges.

Wieso soll Ze.tt erst im September in den geregelten Betrieb gehen?
Ich bin überzeugt, dass ein neues Medium wie Ze.tt nur erfolgreich sein kann, wenn man ab einem frühen Zeitpunkt in der Entwicklung die Leserinnen und Leser einbindet und ihr Feedback einholt. Nur so können wir wissen, was funktioniert und was nicht.

Welche Rolle wird die Community spielen?
Der Austausch mit Leserinnen und Lesern ist uns sehr wichtig. Auf welcher Plattform er stattfindet, ist für uns zweitrangig. Wir werden verschiedene Formen der Leserbeteiligung und Debatte ausprobieren.

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Womit will sich Ze.tt thematisch auseinandersetzen, an welchen Vorbildern orientieren Sie sich?
Thematisch schränken wir uns erstmal nicht ein. Teil der Testphase ist es, die Interessen und Fragen unserer Leserinnen und Leser besser kennenzulernen. Wir schauen ständig, welche Ideen und Formate anderer Medien uns gut gefallen und lassen uns davon inspirieren. Das eine Vorbild für Ze.tt gibt es nicht.

Andere große Online-Medien arbeiten derzeit ebenfalls an Jugend-Projekten: Wieso ausgerechnet zum jetzigen Zeitpunkt?
Das hängt sicherlich mit der Mediennutzung und hohen Social-Media-Affinität der jungen Zielgruppen zusammen. Für Ze.tt kann ich außerdem sagen, dass wir eine Ansprache und Themensetzung bieten können, die das Angebot von Zeit Online ergänzt.

Ze.tt soll auch technisch neue Wege gehen. Was ist damit gemeint?
Wir haben zum Start bewusst auf eine schlanke technische Lösung gesetzt, die es uns erlaubt, viel auszuprobieren. Die Weiterentwicklung unserer Seite und des Redaktionssystems wird auch über die Testphase hinaus nie aufhören.

Offenlegung der Redaktion: Die Fragen an Sebastian Horn wurden per E-Mail gestellt. 

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Alle Kommentare

  1. „Der erste Eindruck Ihrer Seite lässt eher Zweiteres vermuten.“
    Lieber Herr Schade – Ersteres, Zweiteres, Dritteres, Vierteres, Fünfteres …? Sicher?

    1. Wow. Kompliment an DIE ZEIT sich so zeitgeistig zu zeigen. Gefühlt 20 Jahre nach Vice und 5 Jahre nach zeitjung.de (Zielgruppe Berufsstarter – kommt mir irgendwie bekannt vor) so nah und schnell am Publikum zu sein. Und liebe, zeitnahe Grüße an Dr. Rainer Esser.

  2. LOL

    Heute ist das Top-Thema übrigens „Stolpersteine“, ein ganz wichtiges Thema bei der Gruppe der U70

  3. Wie jung soll denn die Zielgruppe werden? Wenn man sich die Seite anschaut ist sie eher etwas für U25 Streber oder Ü25/3oer. Aber mit der Teen-Welt hat ze.tt irgendwie gar nichts zu tun. Erinnert eher an jetzt.de oder Neon, da ist die Zielgruppe halt auch mitgewachsen und ist alles andere als jugendlich. Dennoch: Ein Versuch ist es ja wert. Viel Glück!

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