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„Mit Kampfkraft, Witz und Schandmaul“ – legendäre FAZ-Sekretärin Anneliese Ruppel gestorben

Ikonen der FAZ: Anneliese Ruppel, Frank Schirrmacher
Ikonen der FAZ: Anneliese Ruppel, Frank Schirrmacher

Am vergangenen Freitag starb Anneliese Ruppel im Alter von 81 Jahren. Frau Ruppel war nicht nur 47 Jahre lang Sekretärin bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und bis zu seinem Tod ebenso gefürchtete wie geachtete Vorzimmerdame des Feuilleton-Herausgebers Frank Schirrmacher. Anneliese Ruppel war in der Branche eine Institution, der Archetyp ihrer Profession. Und vielleicht eine der letzten ihrer Art.

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Wer zu FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher vordringen wollte, musste in der Regel an ihr vorbei: Anneliese Ruppel. Das konnte durchaus ungemütlich werden. Vor allem, wenn der um Einlass Ersuchende der irrigen Annahme erlag, er habe es mit einer schnöden Schreibkraft zu tun. „Sie war nicht nur Schreib-, auch Schreikraft“, schreibt Andreas Platthaus in seinem Nachruf bei der FAZ. Und mehr als das.

Anneliese Ruppel war eine Frankfurter und eine FAZ-Institution. Zwölf Jahre lang kümmerte sie sich um Diskussionreihe Römerberggespräche. Sie pflegte Kontakt zu vielen Größen aus der Literatur- und Kulturszene. In Platthaus‘ Nachruf ist die Anekdote festgehalten, dass sie mit dem Ausspruch „Hat im Feuilleton nichts verloren“ über Wohl, Wehe und Veröffentlichung von Artikeln (mit)entscheiden konnte. Aus dem Platthaus-Text stammt auch die Charakterisierung Ruppels in der Überschrift: „Mit Kampfkraft, Witz und Schandmaul“.

Walter Haubrich, der frühere Spanien-Korrespondent der FAZ, der selbst kürzlich verstarb, sagte einmal: „Nicht nur vielen Künstlern und Intellektuellen galt sie als eine der wichtigsten Personen in der Zeitung.“ Am Freitag starb Anneliese Ruppel nach schwerer Krankheit.

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(swi)

 

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