Medienschelte von Medienliebling Varoufakis: „Wurde von Anfang an als Verrückter hingestellt“

ZM.jpg

Was muss das für eine Woche im Hause Varoufakis gewesen sein. stern-Reporter Arno Luik hielt sich mehrere Tage in seiner Athener-Wohnung auf. Am Donnerstag waren die Kollegen vom Spiegel und der ARD da und am Mittwoch offenbar die Zeit. In der kommenden Ausgabe des Zeit Magazins ist der Ex-Finanzminister nun der Titelheld, samt großem Interview. In dem beschwert er sich erst einmal über die Medien.

Anzeige

In dem Gespräch, dass das Zeit Magazin zusammen mit den Online-Kollegen geführt hat, bedauert Varoufakis, dass es ihm nicht gelungen sei, der deutschen Bevölkerung seine enge Verbundenheit zu Deutschland zu vermitteln. „Die Medien haben mich von Anfang an als diesen Verrückten hingestellt, der den Deutschen ans Geld will. Meine Worte haben die deutsche Öffentlichkeit nie erreicht“. Dies sei eine der größten Enttäuschungen seiner Amtszeit gewesen.

In Anbetracht seines Live-Auftritts bei Günther Jauch muss man allerdings auch anmerken, dass Varoufakis selbst auch nicht immer eine sonderlich gute Figur abgegeben hat, als er die Möglichkeit hatte, sich live und ungefiltert zu geben.

Angesprochen auf den Auftritt beim ARD-Talker und der damals heiß-diskutierten Frage, ob er nun Deutschland den Mittelfinger gezeigt habe oder nicht, sagt er im Zeit-Interview: „Ich weiß es nicht mehr genau, aber ich kann es mir nicht vorstellen. Jemandem den Mittelfinger zu zeigen ist nicht meine Art. Ich habe drei Leute gefragt, die damals dabei waren. Einer hat gesagt, ich habe den Finger gezeigt, die beiden anderen meinten, ich habe es nicht getan.“

Der 54-Jährige scheint davon überzeugt zu sein, dass die Medien ihn gezielt diskreditiert hätten: „Man wollte nicht, dass ich gehört werde. Ich wurde als gefährlicher Dummkopf dargestellt.“

Tatsächlich gab es allerdings wohl noch nie einen Finanzminister eines EU-Nachbarstaates, der in kürzerer Zeit mehr Raum in den deutschen Medien eingenommen hätte, als Yanis Varoufakis während seiner kurzen Amtszeit: Ob nun in Home-Storys, TV-Berichten, Talkshow-Analysen oder Video-Schnitt-Debatten.

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Er spielt einfach noch immer sein Spielchen 🙂 Er wurde nicht missverstanden, er will manipulieren Ich vermute sogar, dass das nicht eine Strategie, sondern Teil seines Charakters ist. Hauptsache, er hat kein wichtiges politisches Amt mehr, denn am Ende zählt, wer was zahlen muss und nicht, wer warum flennt.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige