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CryptTalk: eine App, um journalistische Quellen zu beschützen

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Nicht nur die jüngsten Trojaner-Skandale auf Android-Phones zeigen: Kommunikation über Smartphones lässt sich abfangen und aufzeichnen. Ein schwedisch-ungarisches Startup will dabei helfen, diesen Kommunikationsweg abhörsicher zu machen - auch für Whistleblower und Investigativjournalisten.

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Dabei helfen soll der Dienst CryptTalk, eine Entwicklung von Arenim Technologies. Im Gespräch mit dem Global Editors Network erklärt Szabolcs Kun, Mitgründer des Unternehmens, wie sein Dienst funktioniert und wie dadurch journalistische Quellen geschützt werden können.

So setzt der Service auf eine starke End-to-End-Verschlüsselung kombiniert mit einem Peer-to-Peer-Netzwerk. Damit sind keine zwischengeschalteten Server vonnöten. Die Verschlüsselung ist softwarebasiert und erfordert damit keine zusätzliche Hardware. Weil keine Server zwischengeschaltet sind und die Kommunikation nur zwischen den „Peers“ abläuft, gibt es auch keine Hintertür, die etwa Geheimdienste oder Hacker nutzen könnten, um Nachrichten oder Telefonate abzugreifen.

Auslandskorrespondenten nutzen den Dienst bereits

„Alles, was es braucht, ist ein iPhone. Zudem müssen alle Parteien registriert sein und ein laufendes Abonnement für den Dienst besitzen“, so Kun. Auch das Adressbuch wird, wie bei vielen Messenger-Apps, nicht in die Cloud hochgeladen. Dafür nutzt CryptTalk eine eigene Kontaktliste innerhalb der App. Der Dienst finanziert sich dabei über ein Abo-Modell. Für 9,99 Dollar pro Monat können Nutzer gesichert mit 15 Kontakten kommunizieren, allerdings nur in einer begrenzten Menge. Wer unbegrenzt Nachrichten verschicken und empfangen und Anrufe starten und empfangen möchte, muss 29,99 Dollar zahlen. Für Unternehmen gibt es die Preise auf Anfrage.

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Nun ist uns der Skandal um die britische News of the World, die sich über Jahre in die Smartphones von Prominenten einhackte, noch in bester Erinnerung. Aber Journalisten, die gehackt werden? „Journalisten erkennen zunehmend, dass sie sich heutzutage nicht mehr direkt mit ihrer Quelle treffen müssen, was diese gefährden könnten, wenn sie denn eine sichere mobile Verbindung nutzen können.“ Neben Vereinigungen in Ungarn würden auch Auslandskorrespondenten, die über sensible Themen aus gefährlichen Ländern berichten, bereits CryptTalk nutzen. Generell gäbe es aber einen weltweiten Bedarf, weswegen CryptTalk mittlerweile auch in Chinesisch verfügbar sei.

Nutzen kann die App nur, wer registriert und als Abonnent erfasst ist

Die Frage, die sich stellt: Wie kann man etwa terroristische Organisationen davon abhalten, über verschlüsselte Dienste zu kommunizieren? „CryptTalk erfordert für die Benutzung ein laufendes Abonnement. Dafür wiederum braucht es entsprechend gültige Rechnungsinformationen, die eine bessere Identifikation ermöglichen“, so Kun. Zudem behält sich der Betreiber vor, Accounts, die das Ziel von behördlichen Untersuchungen sind, zu sperren. Zudem lässt sich der Service auch nur mit Personen nutzen, die ebenfalls registrierte CryptTalk-Nutzer mit laufenden Abonnements sind.

Ob die App dauerhaften Schutz gewährleisten kann, muss sich zeigen. Denn wie bei jedem Messenger, dessen Verschlüsselung nicht einsehbar ist, gilt: Lässt sich nicht nachvollziehen, wie gut der Schutz ist bzw. wie er umgesetzt ist, so lässt sich nicht einwandfrei ausschließen, ob nicht Dritte – sowohl Hacker als auch Geheimdienste – ungefragt auf den Dienst zugreifen können.

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