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„Sonneborn ist verrückt geworden“: Ex-Titanic-Chefs spielen den AfD-Zoff nach

Leo Fischer geht jetzt als Frauke Petri und wettert gegen Martin Sonneborn
Leo Fischer geht jetzt als Frauke Petri und wettert gegen Martin Sonneborn

Es ist der wohl skurrilste politische Streit des Jahres: Ex-Titanic-Chefredakteur Leo Fischer inszeniert als Frauke-Petry-Double verkleidet einen Partei-Putsch gegen Martin Sonneborn. Die Frankfurter Rundschau sieht bereits „ganz realen Ärger“. Es könnte sich freilich auch um die satirische Aufbereitung des jüngsten Zoffs in der AfD handeln.

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Unter der Überschrift „ganz realer Ärger“, berichtet die Frankfurter Rundschau, dass sie sich mit Fischer in Frankfurt getroffen hat. Dieser ließ in dem Gespräch seiner Enttäuschung gegen den Partei-„GröVaz“ (Größter Vorsitzender aller Zeiten), Martin Sonneborn freien Lauf.

Stein des Anstoßes soll das Verhalten Sonneborns als EU-Abgeordneter sein. Er agiere total abgehoben. „Zunächst hieß es, dass in Brüssel rotiert wird“, zitiert die FR Fischer. Der Vorsitzende hatte eigentlich angekündigt, dass alle vier Wochen ein neuer Partei-Abgeordneter den Sitz in Brüssel übernehmen sollte. Doch wegen juristischer Bedenken hätten man von der Idee Abstand genommen. Der angebliche Kompromiss: Möglichst vielen Parteimitgliedern sollte ein gut bezahltes Praktikum im Abgeordneten-Büro ermöglicht werden. Doch dann hätte es auch nur 1.500 Euro pro Monat gegeben. „Für ein Praktikum zwar gut, aber Brüssel ist teuer und anfangs war ja die Rede von deutlich mehr.“

Fischers Reaktion ist nun die „Chance 5000“. Auf einer eigens eingerichteten Webseite heißt es:

Das Problem: Der bisherige Bundesvorsitzende M. Sonneborn ist leider vor kurzem verrückt geworden (wg. Europa) und rückt das Geld nicht raus. Hunderte Verbände warten auf Geld, Tausende Mitglieder leben in Armut. Statt für die eigenen Landsleute zu schaffen, trifft sich der Vorsitzende mit Pleite-Koreanern, verbrüdert sich mit Systemmedien und Gutpolitikern. Das eigene Land, bürgerliche Werte und Kopfrechnen zählen nicht mehr.

Die Partei brauche einen Neuanfang. Deshalb kandiert Fischer am 3. Oktober für den Bundesvorsitz. „Die Mitglieder von CHANCE 5000 haben mich gebeten, am 3. Oktober Bundesvorsitzender zu werden, um diesen Wandel möglich zu machen. Als einfache Angestellte und Mutter zweier heterosexueller Kinder habe ich diese Chance sofort ergriffen.“

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Alleine die Gründung von Chance 5000 erinnert an Bernd Lucke und seinen Verein „Weckruf 2015“, mit dem er den Machtkampf innerhalb der AfD für sich entscheiden wollte. Abgerundet wird die Anspielung an die Alternative für Deutschland vom neuen Fischer-Alter-Ego Frauke Petri (mal mit „i“, mal mit „y“ geschrieben). Auf seiner Facebook-Seite zeigt sich der Satiriker mittlerweile sogar mit der Frisur der neuen AfD-Chefin.

Bei einer Rede zum Geburtstag des Landesverbandes Hamburg forderte Fischer nun passenderweise, dass ein „Weckruf“ durch die Organisation gehen müsse.

Sieht aus wie Witz, liest sich wie ein Witz. Doch wenn Satire alles darf, könnte es auch ernstgemeint sein. Tatsächlich gehört es zum Markenzeichen der Partei sich ständig zwischen Witz, Wahrheit und Wahn zu bewegen.

Die Frankfurter Rundschau hat sich dazu entschieden, den Richtungsstreit für einen ernsthaften Disput zu halten. Aufklärung verspricht die kommende Titanic. Immerhin kündigte Fischer an, in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe, Anzeigen für seine Chance 5000 geschaltet zu haben.
P.S.:
In seiner Rede vor dem Landesverband Hamburg liefert Fischer einen echten Beweis, dass Sonneborn „verrückt“ geworden ist. So soll er in einer internen Mail das Wort „Synergieeffekt“ benutzt haben.

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