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Schleichender Abgang? DuMont schafft auch Print-Wochenausgabe von XTRA ab

XTRA ohne Blatt. Express-Chefredakteur Carsten Fiedler verbannt das Jugendformat komplett ins Netz.
XTRA ohne Blatt. Express-Chefredakteur Carsten Fiedler verbannt das Jugendformat komplett ins Netz.

XTRA, der Jugendableger des Kölner Express, soll zukünftig nur noch digital existieren. Nachdem die Gratis-Tageszeitung im März bereits auf ein Wochenformat gestutzt und online erweitert wurde, fällt das Print-Produkt künftig komplett weg. DuMont Schauberg hatte das Projekt erst vergangenen Oktober ins Leben gerufen.

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Intern war die Tageszeitung für Jugendliche von Beginn an umstritten, Kritiker warfen dem Verlag vor, das Produkt lediglich für das Vorweihnachtsgeschäft auf den Markt geworfen zu haben, um Werbungtreibenden eine junge Zielgruppe präsentieren zu können. Bis zuletzt erschien das Print-Produkt, das ursprünglich mal 50 Cent kosten sollte, gratis.

Nun wird auch das wöchentliche Format abgeschafft. Nach MEEDIA-Infos soll es künftig nur noch das Online-Angebot geben. Welche Kräfte der Express-Redaktion diese Aufgabe übernehmen, ist unklar. Bisher abgestellte Volontäre sollen nicht mehr zum Einsatz kommen. Und auch die jungen Leser, die bisher als Amateur-Autoren unter der Rubrik X-Scouts Artikel für Express und XTRA einsenden konnten, fallen als Arbeitskräfte weg. Denn auch das langjährige Jugendprojekt soll aufgelöst werden.

Das Engagement für die junge Leserschaft des Express‘ scheint damit nahezu aufgegeben worden zu sein. Gegenüber MEEDIA hat DuMont Schauberg am Nachmittag die Einstellung der XTRA-Print-Ausgabe bestätigt. „Vor dem Hintergrund einer bereits hohen Marktausschöpfung im Stadtgebiet Köln können aktuell keine markanten Zusatzerlöse bei der gemeinsamen Vermarktung von Anzeigenblatt und Tageszeitung für den wöchentlichen Print-Ableger am Samstag generiert werden“, erklärt eine Sprecherin. „XTRA wird daher nun als mobile Event-Plattform sowie als App für IOS und Android digital fortgeführt. Im Kern des Angebots stehen die besten Insider-Ausgehtipps und junge News für Köln. Zudem soll XTRA weiterhin als digitales Innovationslabor dienen. Um die Inhalte kümmert sich ein eigenes Team unter dem Dach der Express-Chefredaktion.“ Aus Sicht des Verlages gesteht man ein Scheitern offenbar nicht ein. Das Print-Produkt habe sich dennoch gelohnt. So habe es zur „Steigerung der crossmedialen Markenbekanntheit“ beigetragen.

Den Kampf um neue Zielgruppen hat DuMont Schauberg aber nicht ganz aufgegeben. Gemeinsam mit der Verlagsgruppe Rhein-Main arbeiten die Kölner derzeit an einer wöchentlichen Kinderzeitung.

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Anmerkung der Redaktion: Die Stellungnahme der Mediengruppe M.DuMont Schauberg wurde nachträglich (Montag, 15.00 Uhr) hinzugefügt. 

 

 

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Alle Kommentare

  1. Guter Text.

    Ich denke, deutsche Verleger muessen begreifen, dass Print zwar noch nicht tot ist, aber unweigerlich dessen Ende eingelaeutet ist. Bei Tageszeitungen wie auch bei Printmagazinen.

    Ich verstehe deshalb nicht, warum oftmals Verlage noch immer massiv an Print festhalten und teilweise sogar Millionen in ganze Druckhaeuser investieren, anstatt das Geld zu nehmen und in DIGITALE CHANNELS zu pumpen.

    Ich bin mir sicher, in spaetestens 10 Jahren werden diejenigen Verlage belohnt, die schon heute innovativ mit der Zukunft gehen. Die Anderen werden massivste, finanzielle Schwierigkeiten bekommen.

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