Ex-Dr.-Sommer meint: „Bravo ist sexistisch und frauenfeindlich“

Jutta Stiehl war 16 Jahre für die Bravo „Dr. Sommer“, die Entwicklung des Magazins sieht sie kritisch
Jutta Stiehl war 16 Jahre für die Bravo "Dr. Sommer", die Entwicklung des Magazins sieht sie kritisch

Nach dem Shitstorm für die Bravo wegen ihrer "100 Tipps für eine Hammer-Ausstrahlung" meldet sich jetzt Jutta Stiehler zu Wort. Sie hat jahrelang als Dr. Sommer Jugendlichen in der Bravo mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Im stern-Interview bekräftigt sie die Vorwürfe und betont, früher sei das Jugendmagazin nicht sexistisch gewesen.

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Lipgloss, offene Haare, rausblitzende Schultern und jeden Tag ein neues Make-up – so wickeln Teenie-Mädels Jungs um den Finger. Zumindest wenn es nach der Bravo geht: Das Jugendmagazin veröffentlichte Anfang Juli „100 Tipps für eine Hammer-Ausstrahlung“ und sorgte damit für reichlich Empörung: Mädchen würden durch den Flirt-Ratgeber auf ihr Aussehen reduziert und gleichzeitig unterschwellig aufgefordert, sich den Jungs unterzuordnen.

Einige Tage später sorgte in den Sozialen Netzwerken außerdem eine Sammlung von Bildern aus den Bravo-Fotolovestories für Furore. Zu sehen sind dort unter anderem Mädchen, die „Hihi, ich mag es, wenn du mir auf den Po haust…“ kichern oder Jungs, die abfällig feststellen, das Flirten müsse aber noch geübt werden.

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Im Interview mit dem stern äußert sich nun Jutta Stiehler zu den Vorwürfen, die Bravo würde ein rückständiges Frauenbild transportieren – und bestätigt sie. Stiehler war 16 Jahre lang als Bravo-Ratgeberin Dr. Sommer tätig. Sie beobachtet die Entwicklung des Jugendmagazins besorgt: „Was seit einiger Zeit in ‚Bravo‘ geschieht, ist überwiegend sexistisch und frauenfeindlich. Das sieht man auch an den Foto-Lovestorys: Die Darstellung der Menschen ist einfach nur dämlich“, sagt sie. Zwar hänge sie noch an der Bravo, aber heute gebe es in der Zeitschrift kein Frauenbild, das sie gutheißen würde. Sie ist sich sicher: „Früher gab es männliche Chefredakteure, die hätten sich nie getraut, so sexistisch zu sein.“

Mehr als 50 Jahre lang sei die Bravo ein „supertolles Jugendheft“ gewesen, aber im Moment habe sie den Eindruck: „Das ist was, von dem Erwachsene meinen, dass Jugendlichen es toll finden. Immer anzüglich. Das ist peinlich.“

(nba)

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Alle Kommentare

  1. Also wenn bei dem zweiten Foto die Verteilung genau andersrum gewesen wäre, also wenn das Mädchen zu dem Jungen gesagt hätte, das mit dem Flirten üben wir besser noch mal, dann wäre es GANZ SICHER kein Problem gewesen. Double Standards!

  2. Wundert es wirklich, dass zwei bei BRAVO wegen Unfähigkeit entlassene Journalisten nachtreten? Der eine schaffte es nicht, den Auflagenverfall zu stoppen und darf es nun beim Stern versuchen. Und die andere schmückt sich auch ein Jahr nach ihrem Rauswurf mit dem Namen eines wichtigen Aufklärers der jüngeren Vergangenheit. Für mich hat diese Diskussion wenig mit Moral zu tun, sondern lediglich mit gekränkten Egos.

    Ach ja: dass BRAVO Online und BRAVO Print zwei völlig verschiedene paar Schuhe sind, wird auch gerne vergessen. #qualitätsjournalismus

  3. Wundert es wirklich, dass zwei bei BRAVO wegen Unfähigkeit entlassene Journalisten nachtreten? Der eine schaffte es nicht, den Auflagenverfall zu stoppen und darf es nun beim Stern versuchen. Und die andere schmückt sich auch ein Jahr nach ihrem Rauswurf mit dem Namen eines wichtigen Aufklärers der jüngeren Vergangenheit. Für mich hat diese Diskussion wenig mit Moral zu tun, sondern lediglich mit gekränkten Egos.

    Ach ja: dass BRAVO Online und BRAVO Print zwei völlig verschiedene paar Schuhe sind, wird auch gerne vergessen. #qualitätsjournalismus

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