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Katzenwelpen, Haibisse und Zauberwürfel-Rekorde: die Instagram-Offensive von Bild.de

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Zur Zeit gibt es in Deutschland wohl kaum eine Online-Redaktion, die mit einem größeren Spieltrieb und Ehrgeiz die neuen Möglichkeiten Smartphone-optimierter News ausprobiert und ausreizt wie Bild.de. Neben WhatsApp, Periscope und Instant Articles scheinen die Berliner vor allem bei Instagram großes Potential zu sehen. Denn so aktiv wie die Bild ist sonst keine große deutsche News-Redaktion bei Facebooks-Bilderdienst.

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Seit Kurzem gibt die Bild bei Instagram so richtig Gas. Dabei setzen die Berliner jedoch weniger auf hübsch gefilterte Fotos, für die Instagram in der Wahrnehmung der meisten ja eigentlich steht, sondern vor allem auf kurze Videos. Wichtig dabei: Die Clips müssen auch ohne Ton zu verstehen sein. Zudem erklären eingeblendete Texte, was in dem Video zu sehen ist. Die Logik dahinter: Diese kurzen Filmchen sind dafür gemacht, dass man sie unterwegs auf dem Smartphone betrachtet. Ob an der Bushaltestelle, in der Warteschlange im Coffeeshop oder während einer kurzen Büro-Pause am Schreibtisch.

Die inhaltliche Relevanz vieler dieser kurzen Schnipsel tendiert dabei oftmals gegen null. So ist eine Katze zu sehen, die von einem Hund großgezogen wird, es geht um eine Hai-Attacke vor laufender Kamera oder einen Jungen, der in Rekord-Geschwindigkeit einen Zauberwürfel ordnen kann. Aber in der noch immer sehr jungen Instagram-Zielgruppe scheint diese Content zu funktionieren. Das Katzenwelpe sammelte bereits über 314 Likes, der Zauberwürfel-Meister 211 Herzen.

Insgesamt kommen die Berliner bereits auf über 25.800 Follower ein. Mit steigender Tendenz. So twitterte bereits Anfang Juli der Chef der Bild-Viral-Mannschaft (Team Victor), Andreas Rickmann, dass man in rund sechs Wochen die Zahl der Instagram-Follower verdoppelt hätte: „Hui“.

„Wir probieren auf Instagram gerade sehr viel aus, unter anderem welche Video-Formate gut funktionieren und von den Nutzern angenommen werden“, erklärt Bild.de-Chefredakteur Julian Reichelt gegenüber MEEDIA. „Dazu gehört zum Beispiel, dass das Bild Daily Format in 15 Sekunden auch auf Instagram stattfindet, oder das wir mit Videos experimentieren, die keinen aktuellen Nachrichtenbezug haben.“

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Mit diesem Ansatz ist die Bild ein Trendsetter unter den deutschen Nachrichten-Redaktionen. Der große Konkurrent Spiegel Online betreibt zwar die beiden Instagram-Kanäle Spiegelonline_news  und Spiegel_Reise, hat dort aber noch nichts veröffentlicht. Focus Online postete bislang erst zwei Bilder.

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Anders das Zeit Magazin. Die Redaktion von Chefredakteur Christoph Amend setzt schon lange sehr erfolgreich auf den Bilderdienst von Facebook. Natürlich sind auch die Konkurrenten vom SZ-Magazin bei der Facebook-Tochter aktiv. Eine der größten Print-Markten bei Instagram ist Time. Die US-Amerikaner haben mittlerweile 1,3 Millionen Follower. Eine Besonderheit ist stern.de. Die Hamburger sammelten zwar bereits über 2.100 Follower. Ihr Account ist allerdings auf Privat gestellt.

Tatsächlich passt die Instagram-Offensive ins Konzept bei der roten Gruppe, stärker mit Mobile-Formaten zu arbeiten. So starteten die Berliner mit Bild Daily gerade erst ein spezielles Nachrichtenformat, das auf Hochkantvideos setzt, die ebenfalls mit Textblöcken über den Bewegtbildern daherkommen. Zudem sind auch die Instant Articles, bei denen Reichelt gerade den ersten Test-Beitrag präsentierte, ausschließlich für die Ansicht und Steuerung auf Smartphone-Bildschirmen konzipiert.

„Wir freuen uns sehr darüber, wie viel Interaktion diese Kurzvideos auf Instagram gerade erzeugen. Generell gilt, dass wir bei Bild ständig ausprobieren, welche Inhalte auf welchen Plattformen erfolgreich sind und wie wir unsere Leser am besten in der mobilen Welt erreichen“, sagt der Chefredakteur.

 

Mit Internas geizt die Bild jedoch. Nur zwischendurch können die Follower einmal einen kurzen Blick hinter die Kulissen der Redaktion erhaschen. So zum Beispiel als die Berliner mal ein paar Pics des neuen Pausenraums posteten. Seitdem wissen wir: Selbst im 10. Stock des Springer-Hochhauses ist es möglich, etwas Startup-Feeling zu erzeugen – auch wenn alles noch etwas zu sauber, zu ordentlich und ungebraucht aussieht. Das kann sich freilich schnell ändern.

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