Spekulationen über Springer-Interesse an der Financial Times

Springer-CEO Mathias Döpfner macht ohne FT weiter
Springer-CEO Mathias Döpfner macht ohne FT weiter

Milliarden für Qualitätsjournalismus? Nach Meinung von Bloomberg könnten Summen in diesen Dimensionen für die Financial Times bezahlt werden. Demnach würde der Mutterkonzern Pearson einen Verkauf seines Filetstücks erörtern und dafür bis zu 1,6 Milliarden Dollar erwarten. Ein möglicher Käufer: die Axel Springer SE.

Anzeige

Liegt es am Sommerloch? Wieder einmal ranken sich milliardenschwere Gerüchte um Europas größtes Zeitungsverlagshaus. Zwei Wochen, nachdem die Spekulationen über einen Zusammenschluss der MDax-Mitglieder Axel Springer und ProSiebenSat.1 zirkulierten, ist nun zu hören, dass die Berliner selbst bereit sein könnten, Milliarden für eine Übernahme in die Hand zu nehmen.

Die würde allerdings nicht wirklich in das Bild der neuen Springer SE passen, die sich zuletzt mit aller Macht zum Digitalkonzern gewandelt hatte. 1,6 Milliarden Dollar könnte dem deutschen Traditionsverlag die vielleicht renommierteste Zeitung Europas wert sein – die britische Financial Times. Das berichtet der gewöhnlich gut informierte Finanzinformationsdienst Bloomberg.

Stolzer Preis schreckt ab

Demnach würde FT-Mutterkonzern Pearson einen Verkauf erwägen und mögliche Offerten sondieren, berichten die üblichen mit dem Vorgang vertrauten Personen. Einen aktiven Verkaufsprozess habe das britische Verlagshaus, das ebenfalls zu 47 Prozent am weltgrößten Buchverlag Penguin Random House hält (Bertelsmann besitzt mit 53 Prozent die Mehrheit), noch nicht eingeleitet.

Als mögliche Kaufinteressenten neben Axel Springer nennt Bloomberg Investoren aus Asien, dem Nahen Osten und Europa. Obwohl die Financial Times mit ihrer konsequenten Digitalisierungsstrategie  (70 Prozent der Abonnenten zahlen für das Online-Angebot) gut zur Firmenphilosophie von Springer passen würde, erscheint es als ziemlich fraglich, ob Konzernchef Döpfner nach dem aktuellen Wechselkurs etwa 1,5 Milliarden Euro – immerhin knapp ein Drittel des aktuellen Börsenwertes – für die Übernahme der renommierten Wirtschaftszeitung in die Hand nehmen würde.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige