Merkels Meinung „in Ordnung“: Flüchtlingsmädchen Reem verteidigt Kanzlerin

Angela Merkel versucht die 14-jährige schülerin Reem zu trösten und „streichelt“ ihr dabei über den Kopf
Angela Merkel versucht die 14-jährige schülerin Reem zu trösten und "streichelt" ihr dabei über den Kopf

Das Flüchtlingsmädchen Reem hat sich zu ihrer viel diskutierten Begegnung mit Angela Merkel geäußert. Die Kanzlerin habe ihr zugehört und ihre Meinung geäußert, was "in Ordnung" sei, so Reem heute im ARD-"Morgenmagazin". Die Bundeskanzlerin war zuvor wegen ihrer Reaktion auf einen Tränenausbruch Reems in die Kritik geraten.

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So kritisierte die Süddeutsche Zeitung, die Kanzlerin sei lediglich „in Allgemeinplätzen“ auf die Not des Mädchens eingegangen. Thomas Knüwer nannte den Auftritt „widerwärtig.  Die Szenen, die sich in einer Rostocker Schule abgespielt haben, haben ein weltweites, unterschiedliches Echo hervorgerufen. So urteilen u.a. Experten, die Kanzlerin sei auf ihre Art „höchst menschlich“ gewesen. „Kontrollfrau Merkel wurde unvermutet emotional überflutet von etwas, das sie weder wollte, noch verstehen oder mit gewohnten, rationalen Bordmitteln beantworten konnte“, urteilt MEEDIA-Autor Christopher Lesko.

Merkel war am Mittwoch zu Gast in einer Fragerunde mit Rostocker Schülerinnen und Schülern. Als die zwölfjährige Reem, die mit ihrer Familie über den Libanon nach Deutschland geflüchtet ist, ihre Verzweiflung schilderte und von ihrer Angst erzählte, Deutschland wieder verlassen zu müssen, blieb Angela Merkel zunächst betont rational und versuchte dem Kind, mit Sätzen wie “Es muss einer Entscheidung zugeführt werden” ihre Politik zu erklären. Als Reem schließlich in Tränen ausbrach, geriet die Bundeskanzlerin sichtlich durcheinander, “streichelte” ihr über die Wange und betonte, das habe sie doch “prima gemacht”.

Am Freitag dann äußerte sich Reem zum ersten Mal nach dem Kanzlerinnen-Treffen. In einer im ARD-„Morgenmagazin“ ausgestrahlten Stellungnahme gegenüber  dem Kika erklärte Reem: „Sie hat zugehört und hat ihre Meinung dazu gesagt, und das finde ich auch in Ordnung.“ Dennoch zeigte sie sich enttäuscht. Sie wolle sich erst mal mit der Situation „abfinden“ und weiter „hoffen“.

Wie die Süddeutsche Zeitung und andere Medien mittlerweile berichten, ist zwar offen, ob es im Falle des Mädchens zu einer Abschiebung kommt. Allerdings sei dies nicht unbedingt zu befürchten. Der Bundestag verabschiedete im Juni Gesetzesänderungen, die eine Abschiebung weniger wahrscheinlich machen. So sieht eine Regelung vor, dass dass jugendliche Flüchtlinge, die in Deutschland eine Schule besuchen, nach vier Jahren ein Bleiberecht erhalten sollen.

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Alle Kommentare

  1. In der Tat:
    Die Knüwer-Aussage ist wirklich „widerwärtig“.

    Andererseits wäre dieses, inzwischen ausgelutschte Thema Anlass genug, endlich mit blödsinnigen Angriffen auf die Kanzlerin (in dieser Sache) aufzuhören, und sich mit der widerwärtigen Situation hyper-krimineller Einwanderer-Großfamilien in von sozi-grün-gesteuerten Bundesländern zu befassen, vor denen längst die Ordnungskräfte kapituliert haben.

    Hier endlich das Gegebene zu tun, bedeutet, jeden Monat Unsummen an verschleuderten Sozialkosten zu sparen! Und es würde sich deutlich auf der Kriminalitäts-Statistik niederschlagen.

    Letztlich wäre dann auch für bestens integrierte (und nicht kriminelle) junge Einwanderer wie das Mädchen, das bei Merkel weinte, genügend Platz im Staate Deutschland…

  2. @Johnny blue
    >Wer Schutz wirklich braucht bekommt ihn auch. So einfach ist das.

    Beweis durch Behauptung?

  3. Andere Politiker gehen gar nicht unters Volk und fragen die Leute sondern wenn einer mal was falsches sagt dann wird dieser gleich fertig gemacht.
    Das die Wortwahl von Fr. Merkel in dieser Situation falsch war kann man diskutieren. Andere Menschen machen auch Fehler und werden dann nicht über den Tisch und von allen fertig gemacht.

    1. >Andere Politiker gehen gar nicht unters Volk

      Merkel geht auch nur im Rahmen einer Propagandaveranstaltung wie dieser unters Volk.

      >Andere Menschen machen auch Fehler und werden dann nicht über den Tisch und von allen fertig gemacht.

      Andere Menschen vertreten keine menschenverachtende Asylpolitik wie Merkel, mit der sie konfrontiert wurde. Und „fertiggemacht“? Wo wird Merkel „fertiggemacht“? Wie soll das überhaupt gehen, die „mächtigste Frau der Welt“ fertigzumachen?

      1. Menschenverachtende asylpolitik? Wieviele sind denn hier die das Asyl missbrauchen ? Wären diese Gesetze nicht wären wahrscheinlich viel mehr Leute hier die keine Lust auf ihr Land haben. Die dort nichts fürchten müssen sondern hier her kommen und auf unsere steuern leben.

        Menschenverachtende Gesetze wären es wenn niemand hier bleiben darf.
        Wer Schutz wirklich braucht bekommt ihn auch. So einfach ist das.

  4. Diesen Schmus als Kommentar an Meedia-Abonnenten zu liefern ist schon ziemlich heftig. Glaubt der Autor was er da zitiert wirklich? Wie immer bei zu vernebelnden Peinlichkeiten werden namenlose „Experten“ zitiert und ein minderjähriges Mädchen erneut zu Statements vor der Kamera genötigt.
    Nichts davon, dass sie auf ihrem Weg nach Deutschland aufgrund Merkels und ihrer Politik in einem der unsäglichen Schlepperboote hätte landen können oder von Menschenhändlern entführt.
    Aber für Kommentare, wie sie aus der halbstaatlichen Marketingabteilung der Kanzlerin verfasst werden (nach bestem Wissen und Gewissen) dafür ist reichlich Zeit und Platz.
    Wenn es um Menschen geht, versagt eine Politik des Geldes, das ist die Quintessenz aus Streichelgate!
    Das als Herzlichkeit oder gar Empathie zu beschreiben, das grenzt an Wochenschau 2.0.

  5. >Sie hat zugehört und hat ihre Meinung dazu gesagt, und das finde ich auch in Ordnung.

    D.h. dass Merkel ihre Meinung gesagt hat findet Reem in Ordnung. Nicht die Meinung an sich. Irreführende Überschrift ist irreführend.

  6. Das muss ja ein sehr intensives Gespräch gewesen sein, wenn die Schülerin zwischen Text und Bildunterschrift ganze 2 Jahre älter geworden ist ….

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