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Im Alter von 59 Jahren: Suhrkamp-Aktionär Hans Barlach ist tot

Im Alter von 59 Jahren gestorben: Hans Barlach.
Im Alter von 59 Jahren gestorben: Hans Barlach.

Der langjährige Suhrkamp-Gesellschafter Hans Barlach ist im Alter von 59 Jahren an einer Lungenentzündung gestorben. Der Hamburger Medienunternehmer, ein Enkel des Bildhauers Ernst Barlach, hatte sich als Miteigentümer des Suhrkamp Verlags jahrelang einen erbitterten Rechtsstreit mit Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz geliefert.

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Seit dem Tod von Suhrkamp-Verleger Siegfried Unseld 2003 gab es auf mehreren Ebenen Streit um Kompetenzen, die durch den Einstieg von Hans Barlach 2006/2007 weiter angeheizt worden waren. Verleger-Witwe Unseld-Berkéwicz sprach von einer „feindlichen Übernahme“ und zettelte einen jahrelangen Rechtsstreit an.

2013 beantragte der Suhrkamp-Verlag eine Unternehmenssanierung nach Insolvenzrecht. Durch das Schutzschirmverfahren sollte verhindert werden, dass die Anteilseigner Gewinne ausgezahlt bekommen. Im August leitete das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg das Insolvenzverfahren ein. Im September verschärfte sich die Stimmung gegen den Hamburger Unternehmer. 200 Autoren drohten Barlach mit einem Ausstieg, sollte er „maßgeblichen Einfluss“ auf das Haus behalten – daunter u.a. Sibylle Lewitscharoff, Hans Magnus Enzensberger, Durs Grünbein und Uwe Tellkamp.

Bis Ende vergangenen Jahres kämpfte Barlach vergeblich gegen das Sanierungskonzept von Unseld-Berkéwicz, der von mehreren Gerichten bestätigt worden ist. Im Dezember entschied das Bundesverfassungsgericht, dass der Suhrkamp Verlag in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden darf. Die Richter wiesen einen Eilantrag von Barlach ab.

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Barlach trat in Hamburg auch als Medienunternehmer in Erscheinung. 1999 kaufte er Gruner + Jahr gemeinsam mit Frank Otto die Hamburger Morgenpost ab. 2004 übernahm er mit einem Kredit von Verleger Heinz Bauer die Morgenpost selbst komplett und verkaufte sie an den das Investoren-Gespann Veronis Suhler Stevenson und David Montgomery. Auch in 2004 übernahm Barlach mit einem von Burda finanzierte Darlehen die Programmzeitschrift TV Today von G+J und verkaufte sie ein Jahr später an Burda weiter.

(Mit Material der dpa)

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