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Google fährt Neueinstellungen zurück: „Sie müssen auf die Kosten achten“

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Donnerstag nach Handelsschluss ist es wieder so weit: Google legt neue Quartalszahlen vor. Nach sechs Bilanzverfehlungen in Folge sind die Erwartungen der Wall Street bereits auf ein Minimum gesunken. Um die Börse im Vorfeld zu befriedigen, lässt der wertvollste Internetkonzern der Welt im Vorfeld erkennen, dass er sehr wohl bereit ist, den Spielregeln der Kapitalmärkte gerecht zu werden – Google verordnet sich bislang nicht gekannte Kostendisziplin.

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Seit fast zwei Jahrzehnten lebt Google eine Unternehmenskultur, die die besten Talente anzieht und andere Großkonzerne extrem neidisch macht: Die Welt wird mit Moonshots immer wieder aufs Neue verändert, der Arbeitsalltag erscheint wie großer, poppiger Spaß, 20 Prozent der Arbeitszeit kann für eigene Projekte verwendet werden, bezahlt wird gut – richtig gut –, und oben drauf gibt’s noch mal ein dickes Paket Aktienoptionen.

So stellen sich Außenstehende den Mythos Google bis heute vor – selbst Hollywood setzte Google unlängst mit „Prakti.com“ ein ziemlich schwereloses Denkmal.

Doch was passiert eigentlich, wenn die Party irgendwann einmal vorbei ist? Seit nunmehr sechs Quartalen hat Google bei Bilanzvorlage die Erwartungen der Wall Street verfehlt. Das knapp 18 Jahre alte Internet-Unternehmen wächst so langsam wie nie in seiner Firmenhistorie und leistete sich tatsächlich zuletzt einige Mal den Luxus von Gewinnrückgängen – für Wall Streeter ein Unding, das beim großen Rivalen Apple 2013 mit bitterbösen Abgesängen bestraft worden war.

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Vor allem aber auch im Vergleich mit dem jüngeren Herausforderer Facebook wirkt Google überraschend erstarrt: noch immer hängt die Geschäftsentwicklung in beängstigender Form von den Werbeerlösen aus der Internetsuche ab.

„Google muss mehr auf die Kosten achten“

Um die Wall Street zu besänftigen, wirft der Internetriese der Börse nun einen Knochen hin, an dem Anleger Gefallen finden – die Aktie zog gestern um knapp drei Prozent ab. Auslöser: Das Wall Street Journal berichtete von einer neuen Kostendisziplin beim nach Apple zweitwertvollsten Konzern der Welt: „Google fährt die Neueinstellungen zurück und sucht nach Wegen, sein ausgedehntes Imperium effizienter zu führen“, schreibt das Murdoch-Blatt mit Verweis auf Berichte von Headhuntern und Wagnisfinanzierern.

Tatsächlich hat Google mit 1819 neuen Mitarbeitern im ersten Quartal so wenig neue Arbeitskräfte eingestellt wie seit zwei Jahren nicht mehr. „Sie sind inzwischen größer und müssen mehr auf die Kosten achten“, wird Ali Behnam vom Tech-Jobvermittler Riviera Partners im WSJ zitiert. Anleger können sich schon morgen ein Bild dieser Bemühungen machen: Nach Handelsschluss berichtet der Internetriese, wie sich das abgelaufene Juni-Quartal entwickelt hat.

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