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100 Folgen „Newtopia“: Das TV-Experiment ist gescheitert, die Luft wird immer dünner

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Am Donnerstag läuft die 100. Folge von "Newtopia". Die Hoffnungen waren riesig, als das Sat.1-Reality-Format im Februar 2015 gestartet ist – doch tatsächlich interessiert das Format kaum noch jemanden. Skandale und miese Quoten vermiesen die Stimmung. Eine zweite Staffel scheint ausgeschlossen, es ist fraglich, ob "Newtopia" überhaupt die kommenden Monate übersteht.

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Nachdem im April dieses Jahres auf peinliche Weise bekannt wurde, dass „Newtopia“ gescriptet und in der Sendung nicht wie angekündigt „alles echt“ ist, war die Aufregung zunächst groß – um daraufhin komplett abzuflachen und in beinahe völligem Desinteresse zu enden.

Stetig sinkende Quoten und keine zweite Staffel

Schon nach sieben Wochen, als die „Fake oder nicht“-Diskussionen „Newtopia“ erschütterten, zeigte eine MEEDIA-Analyse den Quotenverfall der Reality-Show. Das 2,83 Mio. Menschen große Premieren-Publikum hatte sich halbiert, aus dem Durchschnitt der ersten Woche (2,40 Mio. und 8,9%) waren 1,44 Mio. und 6,5% geworden. Bei den 14- bis 49-Jährigen ging es im gleichen Zeitraum von starken 1,24 Mio. und 13,9% in Woche 1 auf 610.000 und solide 9,4% in Woche 7 herab.

Seitdem ging es noch ein weiter nach unten. Seit Ende Mai hat sich die Zahl der 14- bis 49-jährigen Zuschauer bei etwa 500.000 eingependelt, die Marktanteile liegen im Durchschnitt nur noch bei etwa 8%. Zum Vergleich: Normal waren für Sat.1 in der TV-Saison 2014/15 9,6%. 8% sind also deutlich zu wenig. Insgesamt sehen noch etwa 1,1 Mio. bis 1,2 Mio. täglich „Newtopia“ – ein noch schwächerer Marktanteil von 6%.

Wechselnde Pioniere und keine Entwicklung

„Newtopia“ hat es offenbar nicht geschafft, die Zuschauer zu fesseln – trotz zuletzt nahezu verzweifelter Versuche, wie zum Beispiel der Einzug von Berufs-Kommunarde Rainer Langhans für ein Wochenende.

Der Funke wollte nicht überspringen, was vor allem daran liegen dürfte, dass es keinen roten Faden in der Entwicklung der „neuen Gesellschaft“ gibt. Die Bewohner wurden immer wieder neu durchmischt. Von der ersten Stunde sind nur noch zwei dabei. Anfang Mai verließen gleich fünf Teilnehmer auf einmal die Sendung, weil sie mit dem Nominierungsverfahren nicht einverstanden waren. Ein Mitfiebern mit einem Favoriten ist dadurch so gut wie unmöglich. Sowieso fällt eine Identifizierung schwer: Die Charaktere sind zu skurril und die Situation in „Newtopia“ sowieso zu weit von der Realität entfernt.

Die lange Dauer schreckt die Zuschauer ab
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Auch die extrem lange Laufzeit von 12 Monaten hat mit Sicherheit dazu beigetragen, dass sich die Einschaltquoten rapide nach unten entwickelt haben. Wer möchte sich schon für ein Jahr an ein Format binden, das bereits nach den ersten Tagen an Spannung verliert? Die für ein Reality-Format ungewohnt lange Dauer dürfte viele Zuschauer abgeschreckt haben.

Mit der vermeintlich explosiven Mischung der Charaktere und der extrem langen Laufzeit hat Sat.1 alles auf Knalleffekte gesetzt – und damit, aufgrund der Realitätsferne, beim Publikum das genaue Gegenteil erreicht: Langeweile und Desinteresse.

Sendung wird nicht fortgesetzt

Im März gab sich Sat.1-Geschäftsführer Nicolas Paalzow noch zuversichtlich. Er betonte, „Newtopia“ sei trotz langsam nachlassender Zuschauerresonanz ein großer Schritt nach vorne und ein „voller Erfolg für Sat.1“. Doch wenige Tage vor der 100. Folge schlägt Paalzow weniger euphorische Töne an. Das TV-Projekt ist zunächst auf ein Jahr angelegt. Er gehe nicht davon aus, dass die Sendung fortgesetzt werde. Im Interview mit Horizont räumte er außerdem ein: „‚Newtopia‘ war nicht der Game Changer, den wir uns erhofft hatten.“

Auch auf der Facebook-Seite der Sendung werden Stimmen laut, das Format doch einfach abzusetzen: „Jeder normale Mensch erkennt doch, dass in 100 Sendungen nichts erreicht wurde, was nach einer neuen Gesellschaft aussieht“, „Wäre auch nicht schlimm wenn es eingestellt wird ab der 100“ und „Unter 400.000 Zuschauer. So langsam wird die Luft dünn.“

Es ist fraglich, ob Sat.1 das als „größtes TV-Experiment aller Zeiten“ angekündigte Format überhaupt bis ins nächste Jahr bringt – oder sich nicht doch für eine vorzeitige Absetzung entscheidet.

(Mit Material der dpa)

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Alle Kommentare

  1. Ich schaue Netopia nun auch schon bin Anfang an und finde es schade das die Pioniere es nicht schaffen eine „Neue“ Welt aufzubauen. Sie schaffen eigentlich das Gleiche wie draußen!
    Ich finde es auch schade das wir immer ein paar Tage hinterher sind beim Schauen. Ich würde mir wünschen das wir jeden Tag etwas vom Letzten Abend und dem gleichen Tag sehen könnten!

  2. Also ich schaue jede Folge, und das von Anfang an. Ich finde, das Experiment sollte auf keinen Fall abgesetzt werden!

  3. Diese ganzen Besäufnisse jeden Tag im Camp ist nicht mehr zum angucken.
    Vaddi kann schon ohne nicht mehr, er wird jetzt sogar im nüchternen Zustand agressiv, ein schlechtes Zeichen.
    Ein Projekt was uns versprochen wurde, ist den Bach herunter gegangen.
    Ich frage mich sooft, bei über 8000 Bewerbern, schicken so einen Haufen da rein. Wenn ich Kate sehe, kann ich nicht glauben das sie 28 Jahre alt ist.
    Sie benimmt sich schlimmer wie eine 3 Jährige, die ihren Willen nicht bekommt. Warum fasst man sie immer mit Samthandschuhen an?
    Ich gucke keine TZF mehr, es lohnt sich nicht, denn was Produktives machen sie ja nicht, nur feiern und Saufen.Kann ich drauf verzichten.

  4. Gerade hier drüber gestolpert…. Also wer so ein Schrott schaut dem ist nicht mehr zu helfen.

    Sollen sie doch so ein Mist in Russland drehen und zeigen…. die haben eh nix.

  5. Leider mutiert Newtopia zur Besäufnisanstalt. Die meisten Pioniere, allen voran er angebliche Liebling der Nation, Vati machen sich mehr Gedanken, wie sie täglich an ihre Alkohol – und Tabakration kommen, als darum, eine wirklich funktionierende Gemeinschaft zu sein. Eine fast Dreißigjährige Pionierin führt sich wie ein Kleinkind auf und streichelt täglich in ihrem Garten (Wunderland und Kartoffelkäferland) die Erde und sammelt Tannennadeln und kleinste Steinchen einzeln auf – und das macht sie seit Monaten. Und wenn etwas nicht nach ihrem willen läuft, braucht sie Antidepressiva. Medikamente stehen in Newtopia auch hoch im Kurs.
    So was muss ich mir auf Dauer wirklich nicht geben, auch wenn dieses alles von der Produktion gebilligt wird. Ich hatte mich auf neue Ideen, interessante Gespräche und Diskussionen gefreut und nicht darauf, schon tagsüber angetrunkene (Abends dann total betrunkene) und depressive Pioniere zu sehen.

  6. Leute ohne Durchhaltevermögen, manche nutzten es zur reinen Selbstfindung, einige dort, die auch im normalen Leben arge Probleme haben und ihr ego durchziehen.
    Als die Inszenierungen von talpa ans Tageslicht kamen, fing der Untergang an, viele haben ihre abos gekündigt und sich vom hetzen anstecken lassen.
    Ich bin auch enttäuscht, wie die einst gute vision sich negativ entwickelt hat.
    Den Zuschauer zu verarschen geht gar nicht. Quotenabfall mit Ansage. Die zensierten Momente durch kamerastörung oder wartungsaufgaben ist echt affig
    Dadurch ist die fangemwubde geschrumoft.
    Das Format vorzeitig zu beenden auch unprofessionell.
    Mittlerweile muss man sich fast schämen den mist zu schaun……
    Das war wohl dich alles ne Nummer zu gross und die Pioniere zu oberflächlich gecastet.
    Mehr als bigbrother und djunglecamp kann Deutschland nicht.
    Leider

  7. Anfangs war ich sehr erwartungsvoll.
    Aber dauernde Reglementierungen der Regie, wechselnde Pioniere, kein Ziel erkennbar.Das ist ein Kindergarten.
    Nur noch langweilig.
    Schade das die Produktion nicht lernfähig ist.
    Macht endlich schluss mit mit dem Schrott.

  8. Ich war anbeginns Zuschauer dieser sendung. Meines. Erachtens fand ich es ab da langweilig als die ersten Pioniere raus gingen.einfach zu viele neue Gesichter. Holt die alten Pioniere

    1. moin moin finde das newtopia gut schaue fast jede sendung wenn es die zeit erlaubt hab vielleicht 3-4 sendungen verpasst. das stört mich auch das die oder manche pioniere kein durch halte vermögen haben find das der nils wie son kleines kind iss mit seine anbaggerei bei käte

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