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Apple sichert sich 92 Prozent aller Smartphone-Gewinne

Apple CEO Tim Cook, Nachfolger des iPhone 6: Analysten arwöhnen, dass die Ausbaustufe „6s“ kein so großer Verkaufshit wird wie das Vorgängermodell
Apple CEO Tim Cook, Nachfolger des iPhone 6: Analysten arwöhnen, dass die Ausbaustufe "6s" kein so großer Verkaufshit wird wie das Vorgängermodell

Eine Überraschung ist es nicht: Apple verdient gigantisch am iPhone – und lässt dem Rest der Branche kaum etwas vom Smartphone-Kuchen übrig. Enorme 92 Prozent aller Branchengewinne hat der wertvollste Konzern der Welt im vergangenen Quartal eingeheimst, wie der kanadische Marktforscher Canaccord Genuity vorrechnete. Allerdings: Die Abhängigkeit vom iPhone nimmt für Apple inzwischen bedrohliche Ausmaße an.

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Es gibt das iPhone – und es gibt andere Smartphones. Das ist seit dem Launch des Kultprodukts aus Cupertino vor inzwischen über acht Jahren der USP, mit dem Apple immer mehr Käufer von den Vorzügen seines Smartphones überzeugen kann.

Dass sich an der Verkaufsphilosophie bis heute nichts geändert hat, bewies Apple erst vergangene Woche, als der Tech-Pionier nochmals die mittlerweile achte Generation mit dem ziemlich einfältigen, aber eben auch eingängigen Slogan bewarb: „Wenn es kein iPhone ist, ist es kein iPhone“.

Am Ende des Tages ist das Differenzierungskriterium vermutlich wirklich so einfach – für die über eine Milliarde Smartphone-Käufer gibt es schließlich technisch und preislich zumindest ebenbürtige andere Alternativen. Rein zahlenmäßig lag der große Erzrivale aus Fernost nach einem Quartal auf dem zweiten Platz wieder vor Apple: Samsung verkaufte zwischen Januar und März 81 Millionen Einheiten, Apple 61 Millionen.

Frappierend ist allerdings, was unter dem Strich hängen bleibt: Samsung verdiente im ersten Quartal 2015 umgerechnet 5,2 Milliarden Dollar, davon 2,4 Milliarden Dollar mit der Mobilsparte, in der Smartphones den größten Teil der Gewinne einfuhren. Apple hingegen verdiente enorme 13 Milliarden Dollar und dürfte nach Branchenschätzungen mehr als 10 Milliarden Dollar allein durch das iPhone erzielt haben.

Apple und Samsung erzielen 107 Prozent der Branchengewinne – der Rest  zahlt (kräftig) drauf oder verdient nichts

Wie der kanadische Marktforscher Canaccord Genuity nun vorrechnete, hat Apple zum Jahresstart dank eines unerreichten Gerätedurchschnittsverkaufspreises von 659 Dollar  insgesamt enorme 92 Prozent der  Branchenprofite eingefahren, obwohl es der iKonzern insgesamt gerade mal auf einen Marktanteil von nur 18,3 Prozent bringt.

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Samsung bescheinigt Canaccord-Analyst Mike Waskley einen Anteil von 15 Prozent aller erzielten Smartphone-Gewinne. Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings auch:  Der Rest der Branche zahlt (kräftig) drauf bzw. verdient praktisch nichts. Es ist kein Geheimnis, dass Microsoft mit seiner von Nokia übernommenen Smartphone-Sparte ebenso Geld verliert wie Blackberry, Sony und Lenovo. Die asiatischen Anbieter HTC, LG und Xiaomi operieren am Rande der schwarzen Null.

Mit iPhone 6s nur noch knapp zweistellige Zuwächse erwartet

So einschüchternd die Kräfteverhältnisse für die Konkurrenz sein mögen, so problematisch können sie für den wertvollsten Konzern am Ende doch schnell werden, wenn die Erfolgsserie des iPhones einmal an seine absehbaren Wachstumsgrenzen stößt, worauf Analysten zuletzt hinwiesen. 

Für die  nächste Generation, die in Form des iPhone 6s und iPhone 6s Plus in ziemlich genau zwei Monaten erwartet wird, soll Apple 85 bis 90 Millionen Einheiten zur Auslieferung bis Jahresende in Auftrag gegeben haben – das wären im Idealfall noch einmal knapp zweistellig mehr als bei den Verkaufsrekorden im Vorjahr.

Mehr denn je ist Apple die iPhone-Company

Solange Apple die Absätze seines erfolgreichsten Produkts in der Unternehmenshistorie weiter steigern kann, findet die Wachstumsstory aus Cupertino ihre Fortsetzung. Aber wehe, das iPhone schwächelt irgendwann.

Wie der unabhängige Apple-Analyst Neil Cybart in seinem Apple-Blog Above Avalon vorrechnet, fährt der Tech-Pionier im laufenden Jahr bereits enorme 74 Prozent seiner Nettogewinne mit dem iPhone ein.

Die Abhängigkeit nimmt für Apple damit inzwischen durchaus bedrohliche Ausmaße an: Mehr denn je ist Apple die iPhone-Company –Mac, iPad, die  iTunes-Sparte und zumindest mittelfristig auch die Apple Watch sind derzeit nur schmückendes Beiwerk.

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