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Statusreport Das Erste: das ewige Problem Vorabend

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Volker Herres, Programmdirektor des Ersten

Während Das Erste mit den Sonntags-Krimis, den Dienstags-Serien, sowie einigen Donnerstags- und Sonntagsshows zahlreiche Prime-Time-Megahits im Programm hat, läuft am werktäglichen Vorabend weiterhin wenig zusammen. Gerade in der Zeitschiene also, in der auch die Öffentlich-Rechtlichen Werbung verkaufen dürfen.

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11,6% erreichte Das Erste in der TV-Saison 2014/15. Mit einem Minus von 0,5 Marktanteilspunkten fiel man noch deutlicher hinter das ZDF (12,7%) zurück. Und: Nie zuvor erreichte der Sender in den Monaten September bis Mai weniger Marktanteile als diesmal. Während die Quoten am Nachmittag und in der Prime Time insgesamt deutlich überdurchschnittlich aussehen, gibt es insbesondere am werktäglichen Vorabend weiterhin große Probleme.

Erreichen die beiden Nachmittags-Telenovelas „Rote Rosen“ und „Sturm der Liebe“ ab 14.10 Uhr Traum-Quoten – in der Saison 2014/15 starke 16,7% bzw. 19,7%, läuft es insbesondere in den beiden Stunden von 18 Uhr bis 20 Uhr nicht rund. So blieb das „Quizduell“ auf dem 18-Uhr-Sendeplatz mit durchschnittlich 1,42 Mio. Zuschauern bei 8,2% hängen. Die Serien laufen um 18.50 Uhr noch schlechter: „Alles Klara“ erzielte 6,1%, „Hauptstadtrevier“ 6,2%, „Unter Gaunern“ 5,7%, „Ein Fall von Liebe“ 6,1%, „Rentnercops“ 7,3%, „Morden im Norden“ 6,7%, „Hubert und Staller“ 7,6%, „München 7“ 6,9%. Selbst das „Großstadtrevier“ erreicht mittlerweile nur noch 9,4%. Die 9,3% der neuen Serie „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“ können da schon beinahe als Erfolg verbucht werden. Hoffnung macht derzeit höchstens die aufsteigende Tendenz auf dem 18-Uhr-Sendeplatz – mit „Gefragt – Gejagt“ und aktuell „Wer weiß denn so was?“.

Die großen, verlässlichen Quotenbringer des Ersten bleiben unterdessen vor allem die Sonntags-Krimis, die Dienstags-Serien und der Fußball. Mit durchschnittlich 9,61 Mio. Zuschauern ist der „Tatort“ erfolgreicher denn je, beschert dem Sender einen Marktanteil von 26,9% – also mehr als das doppelte Normalniveau des Ersten. Der „Polizeiruf 110“ landet mit 8,33 Mio. und 23,4% nicht allzu weit dahinter. Mit dem DFB-Pokal erreichte Das Erste in den Monaten September bis Mai 8,91 Mio. Fans und 29,1%, mit der Bundesliga-„Sportschau“ am Samstagvorabend 5,41 Mio. und 24,3%.

Dienstags überzeugten in der Saison 2014/15 „In aller Freundschaft“ mit 5,66 Mio. Sehern und 18,0%, „Um Himmels Willen“ mit 5,76 Mio. und 17,9%, sowie vor allem „Mord mit Aussicht“ mit 6,53 Mio. und 20,9%. Eine neue Staffel ist dennoch momentan nicht in Sicht. Auch mit ein paar Shows erzielte Das Erste Top-Quoten: In der Top 20 finden sich z.B. „Klein gegen Groß“, „Verstehen Sie Spaß?“, „Hirschhausens Quiz des Menschen“ und „Das ist spitze!“.

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TV-Saison 2014/15: Top 20 Das Erste / Gesamtpublikum
Platz Sendung Sender Zeit Mio.
1 Tatort Das Erste div., 20.15-20.30 9,61
2 DFB-Pokal: Spiele Das Erste div., 20.00-20.35 8,91
3 Polizeiruf 110 Das Erste So., 20.15 8,33
4 Mord mit Aussicht Das Erste Di., 20.15-20.30 6,53
5 Sportschau live (Studio) Das Erste div., 20.00-22.45 6,19
6 Um Himmels Willen Das Erste Di., 20.15 5,76
7 In aller Freundschaft Das Erste Di., 21.00-21.20 5,66
8 Sportschau Fußball-Bundesliga Das Erste Sa., 18.00-18.30 5,41
9 Brennpunkt Das Erste div., 20.15-21.45 5,12
10 Tagesschau Das Erste tgl., 20.00-20.50 5,06
11 Klein gegen Groß – Das unglaubliche Duell Das Erste Sa., 20.15 4,94
12 Verstehen Sie Spass? Das Erste Sa., 20.15 4,84
13 Mordkommission Istanbul Das Erste Do.+Sa., 20.15 4,83
14 DFB-Pokal: Highlights Das Erste Di.+Mi., 22.40-23.30 4,63
15 Günther Jauch Das Erste So., 21.45-22.05 4,49
16 Vorstadtweiber Das Erste Di., 20.15-21.00 4,42
17 Biathlon-WM Das Erste diverse 4,07
18 Hirschhausens Quiz des Menschen Das Erste Do., 20.15 3,87
19 Donna Leon Das Erste div., 20.15-21.45 3,58
20 Das ist spitze! Das Erste Do., 20.15 3,49
Durchschnittswerte vom 1. September 2014 bis 31. Mai 2015, in die Wertung kamen nur Sendungen mit mindestens vier Ausgaben
Quelle: MEEDIA-Berechnungen

Wichtig für den Auftrag des Ersten – und nicht in erster Linie wichtig aus Quotensicht sind die Info-Programme. Doch auch hier gibt es den einen oder anderen Quotenbringer: die 20-Uhr-„Tagesschau“ gehört natürlich dazu, ebenso wie „Günther Jauch“, der nach dem Sonntags-Krimi im Durchschnitt 4,49 Mio. Zuschauer und 15,7% erreichte. Hier wird es spannend, ob „Anne Will“ im kommenden Jahr ähnliche Zahlen erreicht. Auf ihrem aktuellen Sendeplatz am späten Mittwochabend lockte sie nur 1,45 Mio. Zuschauer und blieb mit 9,9% sogar unter der 10%-Marke – allerdings eben auch ohne „Tatort“-Vorlage. Ähnlich lief es für „Hart aber fair“ mit 9,5%, „Menschen bei Maischberger“ war mit 11,2% erfolgreicher.

Bei den traditionellen Politmagazinen profitierten die „Reports“ aus München und Mainz, sowie „Fakt“ wie immer unter den starken Zahlen von „In aller Freundschaft“: Mit 3,46 Mio., 3,35 Mio. und 3,22 Mio. liegen sie in der Saison-Wertung vor den Donnerstags-Magazinen „Panorama“ (2,85 Mio.), „Kontraste“ (2,78 Mio.) und „Monitor“ (2,65 Mio.). Mehr Schatten als Licht gab es noch für den neuen Montagabend mit den unterschiedlichen Montags-Checks und der Reihe „#Beckmann“. Die große Herausforderung des Ersten bleibt in der kommenden Saison allerdings der Vorabend – nicht zuletzt, weil es in den Stunden wegen der Werbevermarktung tatsächlich auf die Quote ankommt.

Die Statusreports RTL, Sat.1 und ProSieben finden Sie an dieser Stelle.

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Alle Kommentare

  1. Montags jubeln die Regionalfürsten, dass ihre 3. Programme speziell um 19h- da die glauben mit Boulevardgetue wie „Aktulle Stunde“ die Leute zu informieren- sooo erfolgreich sind.
    Dienstags verflucht dann eine/r davon als turnusmäßige/r ARD Boss/a, dass ARD so wenig gucken.
    Wenn die mir Geld schicken mache ich beides an.

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