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#NetzfragtMerkel: LeFloid fragt Kanzlerin nach Homo-Ehe und Hass im Netz

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Drei Tage hat LeFloid Öffentlichkeit und Abonnenten hingehalten, um sie am Montagabend noch mal richtig zappeln zu lassen. Eine Stunde später als angekündigt veröffentlichte der YouTuber sein Interview mit der Bundeskanzlerin. Die Themen: u.a. die Homo-Ehe, Hass im Netz oder das Bundes-Abitur.

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Die Antwort auf die erste Frage hat es in sich. Von Angela Merkel will LeFloid wissen, weshalb sie ausgerechnet jetzt und ausgerechnet einem Interview bei YouTube zugestimmt hat. Die Antwort in Merkel-Manier: „Joa. Jetzt passt einfach gut, weil wir unseren Dialog mit den Menschen begonnen haben.“ Konkret meint sie den Dialog innerhalb der Bundesregierungs-Kampagne „Gut leben“.

Über 30 Minuten umfasst das Interview, das LeFloid vergangenen Freitag im Bundeskanzleramt führte. Zuvor sammelte er mehrere Tage Fragen über die Sozialen Netzwerke ein, um die Kanzlerin mit Themen der Generation YouTube zu konfrontieren.

Und das waren ganz schön viele. So wollte LeFloid unter anderem wissen, was „Gut leben“ überhaupt bedeute. Dazu gehörte die Frage danach, ob die Messung unseres Wohlstandes durch das BIP – sprich Bruttoinlandsprodukt – noch zeitgemäß sei. Direkt im Anschluss kam eines der im Vorfeld wohl am meisten angebrachten Themen: die Homo-Ehe. „Wie fühlen Sie sich, wenn Sie mit einem offenen Brief der CDU, die die gleichgeschlechtliche Ehe vehement ablehnt, konfrontiert werden?“, wollte der 27-Jährige wissen. „Für mich bedeutet Ehe das Zusammenleben von Mann und Frau“, sagte Angela Merkel und beantwortete die Frage damit ohne in Wahrheit Stellung zu nehmen. Echte Argumente, die ihre Meinung untermauern: Fehlanzeige.

Neben der Liebe kamen auch die Themen Hass im Internet und die Gefahr eines neuen Nationalismus zur Sprache,  wie auch die Abhörskandale durch die NSA und der Umgang mit Whistleblower Edward Snowden sowie die Möglichkeit der Einführung eines bundesweiten Abiturs.

Die Atmosphäre: LeFloid präsentiert sich im Gespräch mit Merkel weniger zappelig als in seinen sonstigen Video, verzichtet auch auf die hektischen Schnitte und überspitzte Äußerungen. Der Psychologiestudent sitzt im Interview mit der „mächtigsten Frau der Welt“ auf Augenhöhe gegenüber und hat doch erkennbar Respekt vor der Bundeskanzlerin. LeFloid bestätigt sein Gegenüber oft („ja, klar“, „selbstverständlich“, „natürlich“, „absolut“). Und die Kanzlerin? Sie gibt sich bis auf die im Kern verweigerte Antwort auf die Homo-Ehe-Frage keine weitere Blöße. Merkel hat kein wirkliches schweres Spiel. Denn kritische Nachfragen bleiben aus. Warum eigentlich?

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LeFloids Managerin hatte am Wochenende übrigens bekannt gegeben, dass LeFloid die Fragen selbst aussuchen und auch das Interview ohne Absprache mit dem Bundeskanzleramt veröffentlichen durfte. Darüber war bis zum Zeitpunkt des Interviews nichts bekannt.

Eine Rezension des Kanzlerinnen-Interviews von LeFloid lesen Sie am Dienstag bei MEEDIA. 

 

(ms)

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Alle Kommentare

  1. Ein büschen – wenn nicht „absolut!“ devot kam er schon rüber der Mann mit der toten Nachtigall.

    Was bleibt? …ist das inzenierte Foto „auf Augenhöhe“ und ein LeFloid aus Muttis Handwerkskasten.

    Mein TTIP, sich das nächste mal besser vorbereiten, gerne auch unter unter zu Zuhilfenahme von BeraterInnen im Vorfelde, so wie es das Gegenüber ja auch macht. Nur so klappt das auch wirklich mit der „gleichen Augenhöhe“.

    Es dürfen Wetten abgegeben werden, wen die Kanzlerin – welches es dann auch immer sein wird… – nach Katharina Borchert und Florian Mundt als nächstes in ihren Werkzeugkasten packt…

  2. Neben der Liebe kamen auch die Themen Hass im Internet und die Gefahr eines neuen Nationalismus zur Sprache, genauso wie die Abhörskandale durch die NSA und Whistleblower Edward Snowden sowie der Umgang mit Social Media und die Möglichkeit der Einführung eines bundesweiten Abiturs.

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