Anzeige

„Ganze Textabschnitte wortwörtlich übernommen“: Weltwoche schreibt bei The Telegraph ab

the-telegraph-die-weltwoche1.jpg

Der Historiker Antony Beevor hat ein neues Buch geschrieben und sowohl der britische Telegraph als auch die Schweizer Weltwoche haben darüber berichtet. Das Problem dabei: Ganze Textabschnitte gleichen sich aufs Wort. Wie die Neue Zürcher Zeitung am Sonntag berichtete, hat der Weltwoche-Redakteur bei der britischen Zeitung abgeschrieben.

Anzeige
Anzeige

„Antony Beevor hat schlaflose Nächte.“ So beginnt der Text „Lotse in der Unterwelt“ (Paid Content) von Redakteur Urs Gehriger in der Schweizer Wochenzeitung Weltwoche über das neue Buch des Historikers Antony Beevor über die Ardennenoffensive 1944/45.

„Antony Beevor has sleepless nights“: Auch eine Geschichte des Historikers und Autors Keith Lowe in der britischen Zeitung The Telegraph beginnt mit diesem Satz – und beschäftigt sich ebenfalls mit Beevors Buch über den Zweiten Weltkrieg. Sowohl Gehriger als auch Lowe betonen außerdem, Antony Beever habe die historischen Fakten zwar nicht an sich rangelassen, werde aber einige Nächte später von ihnen eingeholt.

Bildschirmfoto 2015-07-13 um 09.52.50

Im Mai 2015 berichtete The Telegraph über Antony Beevors neues Buch.

Anzeige
Bildschirmfoto 2015-07-13 um 09.49.19

Am 2. Juli veröffentlichte die Weltwoche einen beinah identischen Beitrag.

Ein Zufall ist das nicht, wie die NZZ am Sonntag berichtet. Die Zeitung hat die beiden Texte genau miteinander verglichen und herausgefunden: „Weltwoche-Redakteur Gehriger hat sich beim Telegraph überaus grosszügig bedient. Ganze Textabschnitte hat er wortwörtlich übernommen, einige nur ein wenig umgeschrieben.“ Besonders dreist sei die Art, wie Gehriger mit Lowe umgeht: So habe er die Sätze des Telegraph-Autors einfach in Anführungszeichen gesetzt und so getan, als habe er mit ihm ein Gespräch geführt – doch wie Keith Lowe auf Anfrage der NZZ am Sonntag bestätigte, hatten die beiden keinen Kontakt.

Weltwoche-Redakteur Urs Gehriger schrieb in einer E-Mail an die NZZ: „Ich habe einen Fehler gemacht und wurde von der Chefredaktion gerügt. Es wird nicht mehr vorkommen.“

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*