Die Instant-Article-Premiere von Bild: großes Facebook-Daumenkino zu Götzes WM-Siegtor

„Er macht ihn!“ Instant Article-Premiere für Bild-de-Chef Julian Reichelt
"Er macht ihn!" Instant Article-Premiere für Bild-de-Chef Julian Reichelt

Publishing Lange nix gehört von den gehypten Instant Articles bei Facebook? Heute Nachmittag hat Bild.de den ersten Instant Article eines deutschen Medienhauses bei Facebook veröffentlicht. Es handelt sich um die multimediale Aufbereitung eines Interviews mit WM-Torschütze Mario Götze. Bis auf Kinderkrankheiten ist die Premiere absolut gelungen.

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Der Unterschied zu einem „normalen“ Link auf eine Bild.de-Story bei Facebook ist durchaus atemberaubend. Während ein „normaler“ Link einige Sekunden lädt und man anschließend einfach die Website oder ihre Mobilversion auf dem Smartphone-Bildschirm sieht, erwacht der Instant Article sofort zu Leben: „Schürrle. Er kommt an! Mach ihn! Maaach ihn! Er macht ihn!“, ruft Reporter Tom Bartels, wir sehen die entscheidende Szene: Götzes Sieges-Tor im WM-Finale 2014 gegen Argentinien. (Hier geht es zur Web-Version der Götze-Story – den Instant Article sehen Sie nur innerhalb der Facebook-App auf ihrem Smartphone)

Scrollt man nach unten, wird in großen, typischen Bild-Buchstaben das Interview mit Götze angekündigt: „Ein Jahr danach traf Bild unseren Weltmeister-Macher zum Exklusiv-Interview.“ Die Macher bei Bild.de haben dabei das komplette Interview in kleine Häppchen unterteilt. Man liest immer nur eine Frage mit dazugehöriger Antwort vor rotem Hintergrund. Dazwischen eingestreut finden sich reichlich Bilder-Galerien, Video-Schnipsel, Ton-Dokumente, Einschätzungen eines Bild-Reporters. Die Navigation ist ziemlich narrensicher.

Dabei läuft alles supermooth, nichts ruckelt, nichts lädt, alles ist sofort da. Das Nutzer-Erlebnis ist tatsächlich um Welten besser als bei einem normalen Facebook-Link. Anders als die bisherigen internationalen Instant Articles, etwa von der New York Times oder dem National Geographic, ist der Instant-Götze der Bild auch nicht zu inhaltsschwer geraten. New York Times & Co. haben tiefgehende, extrem lange Reportagen als Instant Article verwurstet. Das ist beeindruckend, aber es ist fraglich, ob man auf dem Smartphone wirklich derart lange Stücke konsumieren will. Der Instant Article von Bild ist knapp, gut konsumierbar, optisch spielerisch. Snackable, würde Richard Gutjahr vermutlich sagen.

Ein bisschen irritierend ist, dass die Video-Ausschnitte sich verändern, wenn man das Smartphone kippt und senkrecht hält – diese Funktion ist eigentlich für Fotos vorgesehen. Aber dabei handelt es sich vermutlich um eine Kinderkrankheit der noch neuen Technik, ebenso wie die gelegentlichen Abstürze. Lässt man alle Bedenken über die Kontrolle durch Facebook mal außen vor und bewertet Instant Articles rein aus Nutzer-Perspektive, dann ist diese Technik ein Quantensprung für mobiles Publizieren.

Update: Derzeit laufen Instant Article (noch) ausschließlich auf iPhones in der Facebook-App.

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Alle Kommentare

  1. Ich würde mir gern den Artikel ansehen. Da ich ein Android Phone habe, leider nicht möglich. Vielleicht könnten sie sich mit der Einschränkung auch beschäftigen.

  2. Was nützt das alles, wenn man den weitaus größten Markt, nämlich den der Android-Nutzer, nicht bedienen kann?

  3. Vor jedem Clip, einige sind deutlich kürzer als zehn Sekunden, muss ich einen 20-Sekunden-Werbespot ertragen. Und zwar immer den gleichen!
    Das wird niemals funktionieren.

    1. Sicher, dass Sie nicht die Web-Version gesehen haben? Konnten keine Preroll Ads bei den Videos in der App sehen. Nur ganz am Ende ein Sponsoring von Samsung, das aber vergleichsweise dezent ist.

  4. Scrollt man nach unten, wird in großen, typischen Bild-Buchstaben das Interview mit Götze angekündigt: “Ein Jahr danach traf Bild unseren Weltmeister-Macher zum Exklusiv-Interview.” Die Macher bei Bild.de haben dabei das komplette Interview in kleine Häppchen unterteilt

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