Frisch gekocht und abgeschmeckt: Gruner + Jahr überarbeitet Essen & Trinken

Die überarbeitete Essen & Trinken: Die Köche und ihr Heft
Die überarbeitete Essen & Trinken: Die Köche und ihr Heft

Der Tisch ist neu dekoriert und das Menü schmeckt anders. Chefredakteur Jan Spielhaben hat dem G+J-Food-Flaggschiff Essen & Trinken einen umfangreichen optischen und inhaltlichen Relaunch unterzogen. Dabei gelang ihm das Kunststück, dass noch immer dieselbe Küche benutzt und noch immer dieselben Zutaten verwendet werden, um für dieselben Gäste zu kochen. Doch auf den Tellern sehen die Gerichte jetzt nicht nur anders aus, sondern entfalten auch ein neues Aroma.

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Das überarbeitete Heft liegt ab den 15. Juli an den Kiosken. Auch wenn sich am Papier kaum etwas änderte, fühlt es sich doch dicker an. Das liegt daran, dass der Verlag der Redaktion 14 Seiten mehr zur Verfügung stellt. Die neue Essen & Trinken ist nun also 148 statt 132 Seiten dick. Dafür erhöhten die Hamburger allerdings auch den Copypreis von 4.20 Euro auf 4,90 Euro. Die Botschaft dahinter ist klar: Qualität hat ihren Preis und hier gibt es künftig noch mehr Qualität.

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§Die konsequente Investition in Qualität und Ausstattung unseres Magazins erfolgt vor dem Hintergrund unseres Anspruchs, als führendes Food-Magazin immer wieder Maßstäbe in diesem Segment setzen zu wollen“, erklärt Publisher Gerd Brüne. Zugleich will er den Relaunch auch als „felsenfestes“ Bekenntnis für eine „Zukunft von Print“ verstanden wissen.

Das Selbstverständnis, das für Spielhaben hinter dem Heft steht, ist, dass Essen & Trinken „die Bibel für Deutschlands Hobbyköche ist“ und auch „bleiben soll“. Dafür greift der Blattmacher zu einem interessanten Kniff. Künftig sollen die Rezepte im Heft entweder wieder schwieriger oder alltagstauglicher werden. Auf die Mittel-Rezepte, die sich auf einem gewissen Mainstream-Level dazwischen bewegen, will Spielhagen künftig verzichten.

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Inhaltlich sind die wichtigsten Neuerungen, dass Essen & Trinken jetzt mit einer Vielzahl frischer Rubriken ins Blatt einsteigt. Sie heißen „Was machen Sie denn da?“, „Vor dem Essen, während des Essens, nach dem Essen“, „Zweierlei vom…“, „7 Tage, 7 Teller“ oder „Auf der Suche nach…“. Zudem erzählt Komikerin und Autorin Cordula Stratmann nun über ihr Leben als Gastgeberin.

Die vielen Einzelseiten im Hefteinstieg haben den Vorteil, dass die Anzeigen-Platzierungen, die gerne im vorderen Heftdrittel vorgenommen werden, nun nicht mehr so die großen Strecken behindern.

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Natürlich soll auch das Auge mitessen und einiges optisch geboten bekommen. So soll die Fotografie künftig noch opulenter und zeitgemäßer sein. Noch immer werden alle Rezepte exklusiv für das Magazin entwickelt und fotografiert. Offensichtlichste Änderung auf der Titelseite ist, dass die Hauptzeile nun in Schreibschrift daherkommt. Das soll zugleich modern und emotional sein. Grundsätzlich erhöhten die Hamburger auf dem Titel die Anzahl der Themen, auf die sie hinweisen.

Ein Trend, der bereits vor Jahren vom alten Chefredakteur Stephan Schäfer gesetzt wurde, soll künftig noch weiter ausgebaut werden: die Personalisierung. Spielhaben will die Köche, Reporter und Experten der Redaktion noch stärker in den Vordergrund stellen.

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Strategisch soll der Relaunch natürlich dafür sorgen, dass die weitgehend stabile Auflage auch weiterhin von großen Negativen-Ausreißern verschont bleibt. Mit der Anzeigen-Situation sind die Hamburger eh zufrieden. So hat Brüne bislang ein Plus von 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr in seinen Büchern stehen.

Essen + Trinken mtl

Eine weitere wichtige Funktion der Überarbeitung: Essen & Trinken soll auch weiter das vitale Flaggschiff von Gruner + Jahrs Food-Magazinen sein. Immerhin gehört es zu den Big Five des Verlages (u. a. stern, GEO, Brigitte). Mit Deli, Jamie, Chefkoch etc. produziert das Segment mittlerweile 66 Ausgaben pro Jahr. Im Jahr 2008 waren es noch lediglich 24 Hefte. Den Gesamtumsatz der Communities of Interest Food beziffert Brüne auf über 35 Millionen Euro.

Neben den vielen neuen vermeintlichen Köstlichkeiten, wollen sich die Hamburger auch wieder stärker um das Wort „Trinken“ im Heft-Titel kümmern. Deshalb haben sie auch eine neue Kolumne ins Blatt gehoben, die sich mit dem flüssigen Genuss vor, während und nach dem Essen beschäftigt.

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Alle Kommentare

  1. SpielhaGen, SpielhaGen. Der Mann heißt Spielhagen. Eine konsequente Investition in Qualität würde auch Meedia nicht schaden. Oder zumindest ein paar Medienjournalisten, die zumindest die Namen der Medienmacher über die sie berichten kennen

  2. Bin Leserin seit der Geburtsstunde von „Essen & Trinken“ bis heute. Was hier angekündigt wird hört sich alles prima an und ich bin gespannt aufs neue Heft. Und wenn es der Anzeigenradaktion dann noch endlich gelänge, all die Anzeigen nicht zu drucken bzw. nicht anzunehmen, die dem Credo von „Essen & Trinken“ zuwiderlaufen, dann wird alles noch glaubwürdiger. Aber solange Sie aber aber auf Knorr, Rama, Schwartau, Wagner & Co als Anzeigenkunden nicht verzichten können oder zumindest keinen Einfluß auf deren Produktplacement nehmen können, wird immer ein gewisses Unverständnis bleiben.

  3. Außerdem heißt der Chefkoch Spielhagen und nicht Spielhaben. Das Stück liest sich wie PR, dann scheint das Heft ja wirklich toll zu sein. Vielleicht sollte ich endlich mal wieder eine Zeitschrift kaufen gehen?

  4. Das Papier fühlt sich dicker an – nein, das Heft hat mehr Umfang.

    Und von 132 auf 148 Seiten sind es bei mir 16 Seiten mehr, nicht 12. Die Bibel soll wohl auch für Hobbyköche nicht die Hobbyküche sein, oder?

    e&t war vorher schon eine Bereicherung für ambitionierte Hobbyköche, die Rezension macht Lust auf die neue Ausgabe

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