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Die trotzig-bissige Titel-Antwort der B.Z. an die „Möchtegern-Hacker“ und „Trittbrett-Chaoten“

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Wer oder was dafür verantwortlich war, dass die Webseite der B.Z. am gestrigen Donnerstag bis zum frühen Abend offline war, ist noch immer nicht abschließend geklärt. Fakt ist aber, dass sich die Berliner große Mühe geben, möglichst laut und krawallig zu erklären, wer es nicht war: linke Chaoten.

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Seit der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag war die Webseite der Axel Springer-Zeitung nicht mehr zu erreichen. Schnell kursierte ein Bekennerschreiben, in dem Linksradikale behaupten, dass sie das Online-Angebot gehackt hätten.

Als “Reaktion auf die fortgesetzten Bullenprovokationen in der Rigaer Straße in Berlin Friedrichshain” habe man “das Drecksblatt der Springerpresse BZ gehackt”, heißt es in dem Bekennerschreiben, von dem noch unklar ist, ob es echt ist. In der so genannten “Langen Woche der Rigaer Straße” demonstrieren Bewohner von alternativen Wohnprojekten gegen Neubauten in dem Viertel. Die anonymen Autoren des Bekennerschreibens werfen der B.Z. und ihrem Schwesterblatt Bild-Zeitung vor, gegen die “Lange Woche” zu “hetzen”.

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Laut einem Bericht der Berliner Zeitung wurde sogar der Staatsschutz des Landeskriminalamtes eingeschaltet. Es werde aber auch noch geprüft, ob es sich um ein rein technisches Problem handeln kann.

Erste Amtshandlung der Redaktion, nach dem die Seite des Boulevard-Blattes wieder stabil im Netz stand, war es, erst einmal einen launigen und leicht krawalligen Text zu veröffentlichen, dass es die Linken nicht waren.

Sobald Mittwochnacht der Fehler aufgetreten war, hätte sich sofort ein Techniker der B.Z. und externe Experten an die Arbeit gemacht. „Doch erst einmal vergeblich: Den ‚Bug’ (Programmiererausdruck für Fehler) in dem viele Hunderttausend Zeilen langen Programm zu finden, entpuppte sich als Suche nach der Nadel im Heuhaufen.“

Weiter heißt es:

Ganz besonders schlau kam sich dann, nur ein paar Minuten später, ein offenbar schlafloser und treu bz.de lesender „anonymous“ vor und veröffentlichte auf der oben genannten Internetplattform, die von Linksextremen genutzt wird, ein „Bekennerschreiben“, in dem er behauptete, die Seite gehackt – also wissentlich beschädigt – zu haben. In orthografisch und grammatikalisch bedenklichem Deutsch kübelt der Möchtegern-Computerspezialist allerlei Vorwurfsdumpfsinn ins Netz. Und stellt am Ende, nicht sonderlich optimistisch, uns endgültig mundtot gemacht zu haben, fest: „Auch wenn uns bewusst ist, dass die Administrator*innen von BZ die Website zeitnah wieder online schalten können, hoffen wir dennoch einen Schaden angerichtet zu haben.“

Beides falsch: So wenig wie es unseren Spezialisten gelang, die Seite schnell wieder an den Start zu bringen, so wenig hatte der Trittbrettfahrer aus der linken Ecke mit dem Fehler zu tun.

Aktueller Stand ist nun, dass sich „ein kleines Programmteil unaufgefordert vermehrte“ und dadurch die Seite lahmgelegt hätte. „Wer oder was dafür verantwortlich war, wird noch geprüft“.

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