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„Ausgangslage hat sich geändert“: KEK-Chef sieht Springer-P7S1-Fusion offenbar gelassen

Ralf Müller-Terpitz ist Vorsitzender der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich.
Ralf Müller-Terpitz ist Vorsitzender der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich.

Ralf Müller-Terpitz, Chef der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich, sieht einer möglichen Fusion der Konzerne Axel Springer und ProSiebenSat.1 gelassen entgegen. Seit dem ersten Anlauf im Jahre 2005 habe sich bei beiden Konzernen einiges verändert, so der Jurist gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

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So habe der Fernsehkonzern mit seinen Sendern ProSieben und Sat.1 in den vergangenen Jahren leicht an Zuschaueranteilen verloren und Axel Springer sein Portfolio überarbeitet, so Müller-Terpitz im Gespräch mit Reuters. Dennoch wies der Chef der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) darauf hin, dass man sich – sollte es tatsächlich zu einer Fusionsanmeldung kommen –  alles „sehr genau anschauen“ werde. Bei ProSieben ist wohl vor allem der Zuschaueranteil der Fernsehsender ausschlaggebend, während der Fokus bei Springer auf die Aktivitäten in den Bereichen Print, Hörfunk und Online liege, so der Aufseher.

Einen „veränderten Sachverhalt“ stellt Müller-Terpitz durch den Verkauf eines Großteils des traditionellen Print-Geschäfts an die Essener-Funke-Gruppe fest. Axel Springer verkaufte damals unter anderem die Berliner Morgenpost, das Hamburger Abendblatt sowie einige Zeitschriftentitel.

Die KEK nimmt dabei genau unter die Lupe, welche Meinungsmacht ein Springer-P7S1-Konzern haben könnte und muss dann beurteilen, ob diese so groß ist, dass seine Medien Bürger vorherrschend beeinflussen könnte. Bei einem ersten Versuch beide Konzerne miteinander zu verschmelzen (2005), sah die KEK diese Gefahr und schloss sich der Meinung des Bundeskartellamtes an – in der juristischen Nachbereitung gewann Axel Springer allerdings vor dem Bundesverwaltungsgericht, das die Entscheidung der KEK wieder kassierte.

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Bei einer Fusion würde die heutige Meinungsmacht des neuen Konzerns laut MedienVielfaltsMonitor bei 16,3 Prozent liegen. Zum Vergleich: Bertelsmann erreicht mit seinen Tätigkeiten 12,4 Prozent.

 

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