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Die Wut-Rede eines belgischen EU-Politikers gegen den griechischen Staatschef Tsipras (und was der dazu sagte)

Guy Verhofstadt ist mächtig sauer
Guy Verhofstadt ist mächtig sauer

Im Europaparlament ging es beim Thema Griechenland hoch her. Der belgische EU-Politiker Guy Verhofstadt hielt rund sieben Minuten lang eine hoch emotionale Rede in Richtung des anwesenden griechischen Staatschefs Alexis Tsipras. Er forderte ihn auf, endlich Reformen anzupacken, sonst würde er als "falscher Prophet" enden. Tsipras antwortete ihm.

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Hier der Mitschnitt der Wut-Rede von Verhofstadt (das Video geht im Social Web gerade viral):

Und ier die Antwort von Alexis Tsipras auf den Vorwurf, seine Regierung habe bislang keine Reformen angepackt:

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Alle Kommentare

  1. Ja, Austerität alleine war es nicht, da gebe ich Ihnen schon recht, Milatext. Aber es war ein wichtiger Baustein. Und mir ist kein Fall bekannt, in dem Austerität in einer Rezession wirksam war. In Griechenland seit fünf Jahren nicht! Oder halten Sie die Anzahl der Arbeitslosen, der Leute ohne Krankenversicherung für einen Erfolg??? Varoufakis hatte schon recht, als er 2010 gegen die Rettungsprogramme angeschrieben hatte. Griechenland hätte man damals pleite gehen lassen. Die Banken, die ihr Geld schlechten Schuldnern gegeben haben, wären natürlich gewaltig in Schieflage geraten, aber ehrlich wäre es gewesen, dass die jeweiligen Staaten ihre Banken retten anstatt die Masse der Bevölkerung, die praktisch keinen Einfluss auf die Staatsfinanzierung haben. Und jetzt? Deutschland hatte die Abkackprämie für Autos, um ihre Industrie zu schützen. Wo bleiben die Investitions- und Wachstumsprogramme für Griechenland?

    Und noch was, eingedenk des unsäglichen Webers von der CSU: In den 50er Jahren hat Deutschland die Halbierung seiner Schulden sehr gerne und dankbar angenommen, auch Griechenland hatte damals dafür gestimmt. Und Deutschland hatte ein bischen mehr gemacht als nur über seine Verhältnisse gelebt…

  2. Ich habe keine Unterstützung raushören können! Entweder Verhofstadt lügt oder er weiß es nicht besser oder er glaubt, dass Austerität ein Erfolgsmodell sei! Aber das war es noch nie, und in Deutschland hat es zum dritten Reich geführt! Und heute? Goldene Morgenröte, Le Pen… Wie lange noch, bis es wieder Stechschritte gibt?

    1. Ich hörs jetzt schon zum viederholten Mal von Ihnen, aber dadurch wirds nicht wahrer. Austerität war mitnichten die Ursache für die Machtergreifung der Nazis. Wer das behauptet – sorry – hat keine Ahnung von neuerer Geschichte. Die Liste der tatsächlichen Ursachen enthält viele Faktoren, aber keine Sparpolitik. Da waren die Reparationszahlungen (die nichts mit Sparpolitik zu tun hatten), die revanchistischen Kräfte des Adels und der frustrierten Kriegsheimkehrer und vor allem der Plan der Nazis, eine stille Kriegsfinanzierung anstelle der dank der Entwertung der WK1-Anleihen ungeliebten Kriegsanleihen durchzuführen. Zu letzterem gehörte eine künstliche Verknappung der Ressourcen und die Ausgabe von Bezugsscheinen, um einerseits mangels Konsumangeboten Privatkapital über Banken und andere Finanzinstitute abzuschöpfen und andererseits die abgezwackten Ressourcen in die Kriegsproduktion umleiten zu können. All das hat absolut nichts mit der aktuellen Haushaltskonsolidierung der Euro-Staaten zu tun.

  3. Man muss sich das Video anschauen um die Dimension und Intention Verhofstadts Rede zu verstehen. Die Überschrift impliziert lediglich ein „gegen Tsipras“. Dass er jedoch grundsätzlich unterstützend argumentiert sollte bei aller Emotion der Rede nicht vernachlässigt werden.

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