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7,6 Milliarden-Minus: Microsoft schreibt Nokia-Übernahme ab

Der Turnaround läuft auf Hochtouren: Microsoft-CEO Satya Nadella
Der Turnaround läuft auf Hochtouren: Microsoft-CEO Satya Nadella

Außer Spesen nichts gewesen – doch davon leider reichlich: So lässt sich Steve Ballmers letztes Missverständnis paraphrasieren. Microsofts Übernahme von Nokias Mobilfunksparte hat sich nie ausgezahlt. Ballmer-Nachfolger Satya Nadella kehrt nun die Scherben zusammen und schreibt die Akquisition praktisch komplett ab. Leidtragende sind frühere Nokia-MItarbeiter: 7800 Microsoft-Angestellte verlieren den Job.

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Es hatte sich schnell angedeutet: Steve Ballmers letzte große Entscheidung als Microsoft-CEO war seine verhängnisvollste – die Übernahme der Handysparte von Nokia. Sie kostete Ballmer nicht nur die Männerfreundschaft zu seinem ehemaligen Weggefährten Bill Gates – sondern Microsoft vor allem 7,6 Milliarden Dollar.

Diesen enormen Abschreibebedarf des fast gesamten Kaufpreises stellte gestern Ballmers Nachfolger Satya Nadella fest. Und nicht nur das: 7.800 Microsoft-Mitarbeiter müssen gehen, wie Nadella der Belegschaft mitteilte – der Löwenanteil davon kommt von der übernommenen finnischen Mobilfunktochter.

Windows Phone weiter mit Nischendasein

Satya Nadella korrigiert damit den kapitalen Fehler seines Vorgängers, der bereits bei der Vertragsunterschrift aussah wie eine Aliba-Übernahme – wie ein Investment in die Vergangenheit. In der gnadenlosen Gegenwart ließen sich die Zersetzungserscheinungen des einstigen Weltmarktführers auf dem Mobilfunkmarkt nicht mehr aufhalten: Vom Zeitpunkt der Kooperation mit Microsoft im Frühjahr 2011 bis zur Übernahme im Herbst 2013 brach Nokias Marktanteil von 25 auf unter 5 Prozent ein.

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Wie der Marktforscher IDC jüngst ermittelte, gelingt Microsoft mit Windows Phone auch nach dem Zukauf von Nokias Smartphonesparte nicht ansatzweise die Trendwende – das mobile Betriebssystem bringt es weltweit auf einen Marktanteil von gerade mal 2,7 Prozent. Trotzdem erklärte Nadella, Microsoft wolle auch in Zukunft Smartphones produzieren – die Produktpalette werde jedoch deutlich verkleinert.

An der Börse kamen die harten Einschnitte naturgemäß gut an. An einem Handelstag mit deutlichen Kursverlusten tendierte die Microsoft-Aktie praktisch unverändert.

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