TV-Rechte: Greift Discovery auch nach der Bundesliga?

DFL-Boss Christian Seifert und der Discovery-Chef David Zaslav
DFL-Boss Christian Seifert und der Discovery-Chef David Zaslav

Dieser Deal wirkte wie ein Aufputschmittel für die leicht schläfrige deutsche Sportrechte-Landschaft. Mit dem Kauf der Olympia-Rechte durch Discovery gibt es auf einmal einen neuen Player auf dem deutschen Markt, der vor allem den Öffentlich-Rechtlichen noch gehörig zusetzen dürfte. In ihrer neuesten Ausgabe spekuliert die Sport Bild gleich einmal, dass die US-Amerikaner Interesse an den Bundesligarechten haben könnten.

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So sagte die Discovery-Tochter Eurosport auf Anfrage des Sport-Magazins, dass man sich die neuen Rechtepakete vor dem Start der Versteigerung im April 2016 sehr genau ansehen würde. Jedoch seien die Kosten zu hoch für nur einen nationalen Markt. Insgesamt hofft die Liga zum ersten Mal die Grenze von einer Milliarde Euro pro Spielzeit durchstoßen zu können.

Deshalb wird möglicherweise die Deutsche Fußball Liga genau an dieser Stelle noch einmal Hand anlegen. Wie die Sport Bild von der DFL erfahren haben will, überlegen die Frankfurter erstmals die Trennung von nationalen und europäischen Rechtepakten aufzuheben.

Einen entsprechender Vorschlag prüft gerade das Bundeskartellamt. Sollte dieses das Konzept der Liga durchwinken, dann könnte sich der Deal für Discovery lohnen.

Ebenfalls in der Prüfung durch die Wettbewerbshüter befindet sich zudem noch ein Antrag auf neue Anstoßzeiten. Nach den Plänen von Liga-Boss Christian Seifert überlegt  die DFL am Sonntag um 13.30 Uhr eine dritte Anstoßzeit einzuführen und fünf Spiele auf den Montagabend zu legen. So soll dem Pay-TV-Anbieter mehr Exklusivität geboten werden.

Auch Sky wird gespannt auf die Prüfung durch das Kartellamt warten. Denn mit Eurosport 2 haben die US-Amerikaner auch schon einen eigenen Paid-Kanal im Portfolio. Vom technischen und inhaltlichen Know-How ganz zu schweigen. Für Eurosport wäre es wohl einfach – natürlich nach einer gewissen Vorbereitungszeit – das Projekt Bundesligarechte zu stemmen.

Für die Fußball-Liga kam der Olympia-Deal von Discovery zu einem perfekten Zeitpunkt. Denn längst sorgte man sich beim DFB und der DFL, dass der deutsche Fernsehmarkt viel zu starr geordnet sei. Es gab zu wenige potentielle Bieter für die TV-Rechte. Dabei gilt ja gerade bei Rechte-Versteigerungen: Je mehr Konkurrenz, desto höher der erzielte Preis. Mit Discovery gibt es jetzt einen Neuling, mit dessen Hilfe sich schon ein gewisser Druck auf die arrivierten Player erzeugen lässt.

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