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Zur Griechenlandkrise: taz bloggt zeitweise auch auf Englisch

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Um auf europäischer Ebene diskutieren zu können, braucht es eine gemeinsame Sprache. Damit auch eine europäische Debatte entstehen kann, braucht es eine gemeinsame Sprache. Aus diesem Grund will die taz künftig ausgewählte Artikel in englischer Sprache veröffentlichen.

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Eine lobenswerte Initiative, denn bislang wird die europäische Debatte vorrangig von englischsprachigen Medien geführt. „Die Griechenlandkrise macht auch uns Journalisten die Notwendigkeit einer europäischen Dimension in der Berichterstattung deutlich“, erklärt Chefredakteur Andreas Rüttenauer im taz-Hausblog. „So wie wir mit großem Interesse die Gedanken unserer KollegInnen aus Spanien, Slowenien, Italien und nicht zuletzt Griechenland lesen, möchten wir auch LeserInnen in ganz Europa die Möglichkeit geben, nachzuvollziehen, worüber wir in Deutschland diskutieren.“

Veröffentlicht werden sollen die Artikel sowohl auf taz.de als auch auf der Blogplattform medium.com. Den Auftakt macht der Text „Europas hilflose Linke“ von Ambros Waibel. Wie lange das Experiment läuft, ist noch nicht klar. „Warum nur in Englisch“, werden vermutlich einige fragen. Weil eine Übersetzung in alle europäischen Sprachen für die taz zu teuer gewesen wäre, hätte man sich entschieden, „die Texte in das in Europa am weitesten als Zweitsprache verbreitete Englische zu übertragen, in der Hoffnung, damit ein möglichst breites Publikum ansprechen zu können.“

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  1. Die Spur der Troika: Todesstoß für Griechenland!

    Am 11. 09.2015 wurde im Phönix-TV eine Dokumentation mit dem Titel „Spur der Troika“ zur Arbeit dieses Gremiums zur „ökonomischen Sanierung“ von Griechenland ausgestrahlt. Hier die wesentlichsten Fakten dieses Beitrages: Zum Auftakt kam der ehemalige Finanzminister Varoufakis zu Worte (der am 20.08.2015 zurücktrat), der prägnant äußerte, dass nicht ein Cent von den bisherigen Hilfspaketen bei den Griechen selbst angekommen ist, sondern europäische Banken damit finanziert und saniert wurden. Anhand eines absurdem ökonomischen Beispiels brachte er den ganzen ökonomischen Irrsinn der Troika zum Ausdruck: Die Reinigungskräfte aller Ministerien, die für einen Mindestlohn von 751 € arbeiteten, mussten sofort entlassen werden. Es wurde auch von der Troika gefordert, den Mindestlohn von 751 auf 586 € im gesamten Land zu senken, obwohl sogar Unternehmer und Unternehmerverbände dagegen waren. Der amerikanische Nobelpreisträger für Ökonomie Paul Krugman kritisierte die von der Troika geforderten massiven Sparmaßnahmen aus ökonomischen Gründen und führte diese Forderung ad absurdum, weil makoökonomische betrachtet, Geldkreisläufe immer am Leben gehalten werden müssen. Wenn Löhne massiv gekürzt werden, dann bricht der Binnenmarkt eines Landes zusammen, weil schlichtweg niemand mehr etwas kaufen kann! Das Endergebnis: Massenhaft gehen dann auch Firmen infolge dieses Geschehens zugrunde, weil sie nichts einnehmen können! Von der Troika wurde auch gefordert, das Gesundheitssystem auf 6 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes zurückzufahren. Das Endresultat: Das gesamte Gesundheitssystem ist damit in Griechenland zusammengebrochen und hunderte Menschen sterben daher monatlich aufgrund von medizinischer Unterversorgung und fehlender Krankenversicherung. Das ganze Land liegt nunmehr in Agonie! Die Frechheit der inkompetenten, unkontrolliert agierenden Troika, die niemandem rechenschaftspflichtig ist (Resümee und Fazit der Sendung), war aber, dass Minister und Mitglieder der griechischen Regierung erniedrigt, diffamiert und beleidigt wurden. Da liegt die legitime Frage nahe: Wird Europa von einer Mafia regiert? Zu diesem Eindruck musste man aufgrund der reflektierten Fakten der Doku unweigerlich gelangen.
    Wenn man sich die obigen Fakten zur Griechenlandkrise vor Augen hält, dann muss man unweigerlich zur Schlussfolgerung gelangen, dass ein Großteil der Abgeordneten bei der Abstimmung im Bundestag zum dritten Hilfspaket für Griechenland von ca. 87 Milliarden am 20.08.2015 wohl kaum die Konsequenzen, die faktisch daraus erwachsen, verstanden haben. Denn das Wirtschaftswachstum wird nun endgültig abgewürgt und Griechenland wurde somit der ökonomische Todesstoß versetzt! Warum? Weil die 87 Milliarden in den nächsten drei Jahren dazu dienen, die deutschen und französischen Banken mit Milliarden Euro zu bedienen, wie bereits zuvor mit 17 und 20 Milliarden Euro. Bei den Griechen selbst wird kein einziger Cent ankommen! Im Gegenteil: Weitere Kürzungen werden bei den Sozialleistungen, wie beim Arbeitslosengeld, bei den Renten und bei den Löhnen erfolgen. Die Erhöhung der Mehrwert- und Umsatzsteuer auf 23 Prozent wird den Binnenhandel völlig zum Erliegen bringen! Wenn sogar die Präsidentin des IWF, Christine Lagarde forderte, Griechenland durch einen Schuldenschnitt zu entlasten, damit Griechenland wirtschaftlich wieder auf die Beine kommen kann, dann wundert man sich sehr, welche unlogische Entscheidung der größte Teil der Abgeordneten des Bundestages am 20. 08.2015 traf. Um Griechenland wieder ökonomisch auf die Beine zu helfen, bedarf es eines Marshallplanes. Es sollen wohl 36 Milliarden Euro an finanzielle Fördermittel für Griechenland in der EU bereitliegen und von Griechenland abberufen werden können, allerdings unter der Bedingung, dass ein Eigenanteil von Griechenland geleistet werden müsste. Welch eine Bürokratie und Technokratie, welch eine Infamie und Irrsinn! Könnten diese finanziellen Mittel nicht direkt für Griechenland durch die EU ohne Vorleistungen zur Verfügung gestellt werden?
    Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen

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