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Brigitte Paris für Frauen ab 55: die neue Mengenlehre von Gruner + Jahr

Konzept-Team um Brigitte-Chefredakteurin Huber (oben rechts) und Weber-Duve (unten Mitte) und ihr Dummy-Cover
Konzept-Team um Brigitte-Chefredakteurin Huber (oben rechts) und Weber-Duve (unten Mitte) und ihr Dummy-Cover

Das Alter macht auch vor Gruner + Jahr nicht halt: Einen Tag nach der 50-Jahrfeier des Verlages kündigen die Hamburger nun ein neues Magazin für die Zielgruppe 55+ an. Der Claim der Zeitschrift mit dem Arbeitstitel Brigitte Paris, klingt wie ein logisches Versehen, ist aber tatsächlich ernstgemeint: "Das Magazin für die dritte Lebenshälfte“ .

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Tatsächlich war es bislang eine Art Media-Tabu seinen Lesern zu sagen, dass sie alt sind und sie die verbliebende Zeit entspannt und mit Spaß nutzen sollen. Oder wie es die ehemals pensionierte Brigitte-Woman-Macherin, Karin Weber-Duve, während eines Werkstattgespräches zu dem neuen Projekt formulierte: „Das Alter hat Zukunft“.

Damit hat die erfahrene Blattmacherin natürlich recht. Zusammen mit einem Team hat sie das neue Heft entwickelt. Ihre anvisierte Zielgruppe wird immer größer, ist mit Print aufgewachsen und liest noch immer viel. „Es ist eine Altersgruppe, die ständig wächst, aber im gesellschaftlichem Umfeld eher an den Rand gedrängt wird“, analysiert Weber-Duve. Mit dem neuen Magazin wolle man „dieser Generation eine Stimme geben“.

BRIGITTE_PARIS_Kosmetik_Haut_

 

Optisch setzen die Hamburgerinnen auf ein reduziertes Layout, klare Bilder und große Textblöcke. Dabei soll es möglichst wenige Kastenelemente geben. Inhaltlich dreht sich vieles ums Älterwerden, um Frauen-, Beauty- und Kultur-Themen. So ist für das erste Heft eine Reportage über die Frauen von Guantanamo geplant. Also nicht aus dem US-Gefängnis, sondern den Menschen, die außerhalb der Militäreinrichtungen leben. Eine Medizin-Strecke beschäftigt sich mit Heilkräutern und in einem großen Interview wird die Liedermacherin Joni Mitchell befragt.

Jeder Ausgabe wird zudem noch ein monothematisches Service-Heft beigelegt. In der Premieren-Nummer soll es um das Thema Wohnen gehen.

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BRIGITTE_PARIS_WasIchDirWuensche„Das Konzept von Brigitte Paris ist neu und einzigartig“, merkt Geschäftsführer Frank Stahmer nicht ohne einen gewissen Stolz an. So würde man die Markenfamilie erweitern und gleichzeitig ein neues Segment begründen. „Denn sowohl in Ansprache und Themenmischung als auch in der Optik hebt sich Brigitte Paris sehr deutlich von bestehenden ‚Best Ager‘-Magazinen ab.“

 

BRIGITTE_PARIS_Mode

Eine Besonderheit von Paris ist die Redaktionsstruktur. So besteht das Entwicklungsteam aus der Brigitte-Chefin Brigitte Huber, die als Herausgeberin fungiert, Tatjana Blobel, Claudia Kirsch und Karin Weber-Duve. Die Bildredaktion verantwortet Orsolya Groenewold und um die Art-Direktion kümmert sich Susanne Söffker. Bis auf die Herausgeberin soll es keine weiteren Hierarchiestrukturen geben und alles aus dem Team heraus entstehen und entschieden werden. Die ersten Produktionen werden zeigen, ob die Idee der Macherinnen aufgeht oder nicht doch am Ende des Tages eine entscheiden muss.

Eine Entscheidung muss allerdings bis zum Start noch definitiv getroffen werden. Bislang ist noch unklar, ob das Heft wirklich Paris heißen wird. „Wir sind da noch in der Findungsphase“, sagt Stahmer. Noch läuft der Name, wie auch das Cover-Motiv, unter der Bezeichnung „Arbeitstitel“.

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Alle Kommentare

  1. …karin stuve soll sich nicht von der schon vor Start der ersten Ausgabe niederreissenden Kritik beeinflussen lassen – tut sie sowieso nicht. Ich find es völlig egal, ob die Zeitschrift im Konsumsinne erfolgreich wird.
    Authentisch für aktiven alten Frauen von heute steht die Vorgehensweise von Karin Weber-Stuve.

    Ihre Art, aufzuzeigen, wie wertvoll der Anteil von uns alten Frauen ist mit unserem Spirit, eingerostete Lebensformen völlig umzustoßen und neue stimmige Lebensmodelle zu erschaffen, fühlt sich stimmig an, mir spricht sie aus der Seele und ich hoffe, in dieser Zeitschrift kommt auch bald sehr deutlich rüber, daß wir 68-ger Generation mit entsprechendem Selbstbewußtsein die nächste Seniorenheim-Liga wird, die als aufgeklärte und selbstbewußte Menschen den jungen mal nur im Ansatz aufzeigen werden, wo es lang geht…

  2. Wie wäre es denn mit „fifty five“?
    Es gab ja vor ein paar Jahren bei G+J bereits
    ein Best-Ager-Magazin „fifty“.
    Und ich glaube sehr, dass die Erfinder
    des neuen Heftes auch einen tiefen Blick
    auf den hauseigenen Vorgänger geworfen haben.
    Vieles kommt mir irgendwie bekannt vor.

    Wird sicher ein Burner, damals wurde das Licht leider
    zu früh ausgeblasen.

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