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„Griechenland ist nicht Lehman“: Krisendeutung in 140 Zeichen

Es war der Tag, auf den die Griechenland-Krise seit rund fünf Jahren hinsteuerte: Die Defacto-Pleite von Hellas ist so greifbar wie nie. Während die Börsen rund um den Globus in die Knie gingen und Internet-, Technologie- und Medienaktien mit in die Tiefe rissen, versuchten sich Wirtschaftsjournalisten und Marktbeobachter in Krisendeutung in 140 Zeichen – ein Überblick.

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Der Tag X, über den seit 2010 immer wieder spekuliert wurde, ist da: Der Staatsbankrott von Griechenland scheint nach der überraschenden Wende der Syriza-Regierung um Ministerpräsident Alexis Tsipras kaum mehr vermeidbar. Ab dem 1. Juli wäre Hellas, Stand heute, zahlungsunfähig – der viel zitierte ‚Grexit‘ könnte dann seinen Lauf nehmen.

Obwohl das Szenario von unzähligen Analysten, Ökonomen und Leitartiklern seit Jahren in epischer Breite diskutiert worden ist, wurden Anleger übers Wochenende auf dem falschen Fuß erwischt. Der Grund: Eine Einigung zur Bewilligung eines neuen Hilfspakets ab Juli galt bis dahin als wahrscheinlich.

Internet- und Techaktien mit schwärzestem Tag seit über einem Jahr

Die Folge: ein happiger Kursrutsch an den Weltbörsen zum Wochenbeginn, in dessen Folge die US-Leitindizes Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq mehr als zwei Prozent an Wert verloren, der Dax sogar mehr als vier. Auch Internet-, Technologie- und Medienaktien wurden kräftig durchgeschüttelt.

Die Aktien von Apple, Microsoft, Google und Amazon verloren etwa zwei Prozent an Wert, Facebook, eBay, Priceline, Twitter, Alibaba und die InterActiveCorp etwa drei Prozent, Expedia und Fitbit vier Prozent, Anteilsscheine von LinkedIn sogar sechs Prozent.

Auch deutsche Medienaktien unter Druck

An den deutschen Aktienmärkten konnte sich nur Rocket Internet mit einem überraschenden Plus von zwei Prozent gegen den Abwärtstrend stemmen, der Rest der Internet- und Medienkonzerne gab deutlich nach: die Anteilsscheine von ProSiebenSat.1  um zwei Prozent, während MDax-Nachbar Axel Springer drei Prozent einbüßte, Zalando vier Prozent und Xing per Schluss an der Frankfurter Börse sogar um sechs Prozent unter den Hammer kam.

Scheinbar paradoxerweise legte der Euro nach anfänglichen Verlusten zudem eine Rallye von fast drei Prozent hin, weil die Märkte einen Grexit offenbar als Befreiung der restlichen Volkswirtschaften der Eurozone deuten, wie Vermögensverwalter Harald Weygand (BörseGo) herausarbeitet:

Kein Wunder, dass der bislang schwächste Handelstag an den Weltbörsen seit mehr als einem Jahr dies- und jenseits des Atlantiks für extrem viel Gesprächsstoff sorgte und entsprechend ausgiebig auf Twitter von Marktexperten, Leitartiklern und Politikern diskutiert wurde:

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Und dann war da noch der große Satz der Bundeskanzlerin: „Scheitert der Euro, scheitert Europa“, sagte Merkel am Nachmittag auf einer Pressekonferenz mit Wirtschaftsminister Gabriel:

Auf Twitter fand der zweite Teil des Satzes unterdessen einige alternative Vervollständigungen…

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