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„Zwischen Hammer und Amboss“: der Hilferuf der Ex-Weltbild-Mitarbeiter

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Ex-Weltbild-Mitarbeiter erheben in einem offenen Brief schwere Vorwürfe gegen Geschäftsführer Patrick Hofmann.

Im Februar 2015 verkaufte Weltbild 67 Filialen an die LesensArt Rüdiger Wenk GmbH – jetzt erheben ehemalige Mitarbeiter dieser Läden schwere Vorwürfe gegen die alten und neuen Arbeitgeber. In einem offenen Brief an Weltbild-Geschäftsführer Patrick Hofmann, Investor Walter Droege und Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz schildern sie ihre "verzweifelte" und "hoffnungslose" Situation.

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„Von Verzweiflung sprechen wir nicht leichtfertig. Wir könnten auch Fassungslosigkeit, tiefe Enttäuschung und völlige Hoffnungslosigkeit hinzufügen. Die Mitarbeiter – immerhin noch über 350 Kollegen und Kolleginnen (viele von ihnen mit Familie und Kindern) – der ehemaligen Weltbild-Buchhandlungen sind zwischen Hammer und Amboss geraten und werden seit Wochen rücksichtslos zerrieben“, schreibt der Gesamtbetriebsrat der LesensArt Rüdiger Wenk GmbH stellvertretend für die gesamte Belegschaft der insgesamt 67 ehemaligen Weltbild-Buchhandlungen in dem offenen Brief.

Weltbild hatte die Filialen im Februar 2015 an Rüdiger Wenk verkauft und habe, so der Gesamtbetriebsart, die Vermieter der Läden „monatelang nicht informiert“. Außerdem sei das Geschäftsmodell von Beginn an nicht auf den Betrieb einer Buchhandlung, sondern lediglich auf deren Weiterverkauf ausgerichtet gewesen. Als dies nicht funktionierte, sei ein „psychologischer Kleinkrieg“ ausgebrochen: Ohne Verhandlungen zu Interessensausgleich und ohne Sozialplan würden täglich mehr Filialen geschlossen.

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Die Belegschaft füllt sich alleingelassen: Auf der einen Seite stünde Rüdiger Wenk, der die LesensArt-Filialen schließt und „auf der anderen Seite stehen Sie, Weltbild, unsere alten Eigentümer und Geschäftsführer, die scheinbar mit Unterzeichnung des Kaufvertrages jegliches Interesse an uns verloren haben und auch jede Verantwortung für uns von sich weisen.“ Die Abwicklung des einst zweitgrößten Buchhändlers der Republik war notwendig geworden, weil die katholische Kirche als früherer Eigentümer im Januar 2014 aufgrund hoher Defizite einen Insolvenzantrag gestellt hatte.

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