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Flirtbörse an der Börse: Tinder wagt mit der Match Group das IPO

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Von der Flirtbörse zur echten Börse ist es nicht weit: Das Online-Konglomerat InterActiveCorp verkündete gestern die IPO-Pläne seiner Dating-Sparte, zu der Tinder, Match.com und in Deutschland etwa Friendscout, Neu.de und Partner.de zählen. Tinder ist fraglos das Zugpferd des Börsengangs und wird nach jüngsten Analystenschätzungen bereits mit 1,6 Milliarden Dollar bewertet.

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Was haben die Aushängeschilder der ersten und zweiten Online-Dating-Generation miteinander gemein? Beide Anbieter haben mit der InterActiveCorp (IAC) dieselbe Konzernmutter – und beide sind bald börsengelistet. Wer in den Nullerjahren sein Dating-Glück im der Internet suchte, landete früher oder später meist beim Marktführer Match.com.

Der Name war Programm: Partnersuchende fanden sich am Desktop anhand von Internet-Steckbriefen. Bestand Interesse, schickte man eine Email. Verpasste man vor lauter digitalem Briefeschreiben das Treffen nicht, wurde vielleicht auch im wirklichen Leben ein „Match“ daraus. So romantisch war das Online-Kennenlernen kurz nach der Jahrtausendwende:

Ein Jahrzehnt später haben sich Medium und Tempo verändert: Gedatet wird im iPhone-Zeitalter nach Foto-Matches. Klick hier, Klick da – und los geht das Dating-Vergnügen.

Spätestens seit den Olympischen Winterspielen vor eineinhalb Jahr in Sotschi avancierte Tinder vom Geheimtipp zur Dating-App für die Massen. Warum groß drum herumreden, wenn es ein Klick tut? Olympioniken haben schließlich vorgemacht, wie es geht: „Tinder ist die nächste Ebene“, fand etwa Goldmedaillen-Gewinnerin Jamie Anderson.

JMP Securities hält Tinder allein bereits für 1,6 Milliarden Dollar wert
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Mehr als 50 Millionen Nutzer sind offenbar auch der Meinung – bei Match.com sind es mehr als doppelt soviel. Nachdem Tinder, das zuletzt mit der Einführung eines Premium-Dienstes seine Monetarisierung deutlich vorantreibt, von JMP Securities bereits mit 1,6 Milliarden Dollar bewertet wird, scheint IAC nun das Wachstum der gesamten Dating-Sparte veredeln zu wollen.

Gestern teilte der bereits 1995 gegründete Internet-Pionier seine Absicht mit, die Match Group in absehbarer Zeit an die Börse bringen zu wollen.  Zum IAC-Imperium gehören nicht nur Tinder und Match.com, sondern auch die beliebten Dating-Dienste OkCupid, Meetic, Chemistry.com und in Deutschland Friendscout, Neu.de, Partner.de.

Match Group hat bereits Milliarden-Umsatz in Sicht

IAC lässt sich das Geschäft mit der Partnersuche gut bezahlen: Im vergangenen Quartal setzte die Match Group allein 239 Millionen Dollar um und ist damit auf Jahressicht auf Erlös-Kurs von einer Milliarde Dollar. Die Sparte arbeitet profitabel und verdiente im ersten Quartal ein Ebitda von 26 Millionen Dollar.

Das von Medienmogul Barry Diller seit zwei Jahrzehnten geführte Konglomerat IAC hat schon so renommierte Börsengänge wie Expedia und TripAdvisor über die Bühne gebracht. IAC-Aktien legten im Zuge der IPO-Ankündigung gestern um fünf Prozent zu.

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