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Die transzendente Moderationskunst des künftigen ARD-Chefredakteurs

Angriff der 20-Meter-Paternoster!
Angriff der 20-Meter-Paternoster!

Der designierte ARD-Chefredakteur gab diese Woche anlässlich des Queen-Besuchs eine besondere Kostprobe seines Könnens. Die Zeit stellt ihren Lesern viele Fragen. Hurra, die neuen, nerdy Facebook-Alternativen sind da! Und: Die Rückkehr der türlosen Todesfallen-Aufzüge, aka Paternoster. In diesem MEEDIA-Wochenrückblick.

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Vermutlich haben Sie das gar nicht gemerkt, weil Sie die ganze Zeit an den Griechen-Krisen-Livetickern unserer Qualitätsmedien hingen, aber diese Woche war Königing Elizabeth II. von England, aka “die Queen”, in Deutschland zu Gast. Ob der Leiter des ARD-Hauptstadtstudios und designierte ARD-Chefredakteur Rainald Becker viel von Queen-Besuch mitbekommen hat – man weiß es nicht. Obwohl: Er hat die Live-Übertragung ja über weite Strecken kommentatorisch begleitet. Hier einige Auszüge aus dem Queen-Liveticker bei RP Online:

Rainald Becker sagt, dass die Queen nun vorfahre, während man sieht, wie sie vorfährt, und Mareile Höppner sagt, dass sie glaube, dass die Queen nun vorfahre.

Außenreporter Rainald Becker vorm Kanzleramt hat nun seinen großen Einsatz. Er berichtet, dass vor dem Kanzleramt die Presse wartet. Also zum Beispiel Rainald Becker.

Außenreporter Rainald Becker muss vorm Kanzleramt darüber spekulieren, ob das blaue Kleid der Queen ein Pro-Europa-Statement ist. Er äh… ähmt ein bisschen rum und spricht dann schnell über David Cameron.

Egal ob G7, Terror, Wahlen oder Queen – Rainald Becker schafft es stets, eine gewisse Transzendenz in seine Moderationen hineinzuweben.

Stefan Niggemeier hatte nach der Wahl in Bremen dieses Video von Rainald Beckers Moderation der “Berliner Runde” zusammengeschnitten:

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Der künftige Chefredakteur der ARD – ein Mann der … nun ja: Worte. Vielleicht wird jenes Zitat eines Tages von ihm bleiben:

Wie würde die ehrwürdige Zeit Rainald Beckers Moderationsstil wohl beschreiben? Sie würde ihn vermutlich nicht beschreiben, sondern sie würde fragen. Fragen, fragen, fragen. Jedenfalls im Vorspann. Folgende Fundstücke stammen allesamt aus der aktuellen Zeit-Ausgabe. Bitte auf den jeweils letzten Satz der Vorspänne achten.

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Was will die Zeit mit all diesen Fragen im Vorspann nur sagen? Handelt es sich vielleicht gar um intellektuelles Reader-Baiting? Kann doch nicht sein! Oder? Mir gefällt besonders die Frage „Geht das gut?“ Herrlich universell einsetzbar.

Immer noch traurig, dass die Landeier-Community Wer-kennt-wen.de vor der blauen Allmacht Facebooks die Waffen gestreckt hat? Für Facebook-Verächter (Datenschutz!!!) gibt es jetzt was Neues: Whispeer. Die nerdy Community. Ein deutsches Anti-Facebook mit ganz doll sicheren Daten, in grün und, Mannomann, was haben die für geil-grüne T-Shirts. Gründer Nils Kenneweg trägt so ein Teil im Video ab Minute 0.45.

Sollten Sie unter 18 Jahre alt sein, viel Zeit haben und am Wasser wohnen, dann wäre diese Community vielleicht eher was: die Fish-Buddies. Eine Art Facebook für Angler. Watch out, big F! The German Communities are coming!

Und noch mehr nerdy German stuff: Wie ich bei den lieben Kollegen vom clap-club lese, ist der Fortbestand des legendären Paternoster-Aufzugs im Axel-Springer-Headquarter in Berlin gesichert. Die Springers haben sogar eine “Task Force”gegründet, um die Vorschriften des Arbeitsministeriums pflichtschuldigst zu erfüllen. So gibt es nun regelmäßig Paternoster-Sicherheitsschulungen in ganz Axel-Springer-Land. Vorsicht ist aber auch geboten bei diesen Dingern. Wie formulierte es das US-Medium Quartz so wunderbar: “Achtung – Deathtrap doorless elevators are back by popular demand in Germany”.

Da hat die Queen ja Glück gehabt, dass sie heil nach Hause gekommen ist.

Allzeit gute Fahrt und natürlich ein wundervolles Wochenende!

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