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„Pöbelnder Ideologe“, „sleazy tabloid editor“ – Bild.de-Chef Julian Reichelt und Glenn Greenwald zoffen sich bei Twitter

Bei Twitter kochen die Emotionen schnell mal hoch, dann hat man einen "Tweef" - einen Twitter-Beef. Gemeint ist ein öffentlicher Streit auf Twitter. Dass sich auch Top-Journalisten auf Twitter zoffen können wie die Kesselflicker, belegten am Donnerstag Bild.de-Chefredakteur Julian Reichelt und Snowden-Enthüller Glenn Greenwald, die sich kräftig anzickten.

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Stein des Anstoßes war, dass Bild.de-Chef Julian Reichelt auf Twitter in Richtung Glenn Greenwald fragte, ob die neuen Enthüllungen von Wikileaks, dass der US-Geheimdienst NSA auch die französische Regierung ausspähte, aus dem Material von Edward Snowden stammen.

Greenwald ist einer jener Journalisten, der die Dokumente des früheren NSA-Mitarbeiters Edward Snowden seinerzeit für die britische Zeitung The Guardian aufarbeitete und damit die Reihe von Enthüllungen rund um die Tätigkeit der NSA und des britischen Geheimdiensts GCHQ mit ins Rollen brachte. Greenwald verließ später den Guardian und gründete mit The Intercept eine eigene Website, die sich auf investigativen Journalismus konzentriert.

Als er keine für ihn befriedigende Antwort bekam, insistierte Reichelt bei Twitter und verlangte eine Erklärung, warum Wikileaks plötzlich „Snowden-Dokumente“ zur Verfügung habe:

Greenwald fragte Reichelt daraufhin, wer ihm erzählt habe, dass die Wikileaks-Quelle auf Snowden zurückzuführen sei.

Und beschuldigte Reichelt, dies frei erfunden zu haben:

Dann geht es plötzlich darum, ob der Spiegel seinerzeit behauptet hat, dass die Enthüllungen, dass die USA das Handy von Kanzlerin Merkel ausspähen, auf Snowden-Dokumente zurückzuführen sind. Die Diskussion wird unübersichtlich, der Ton rauher. Greenwald fragt Reichelt, ob er lesen kann und erklärt, dass etwas mit ihm nicht stimme.

Reichelt ist nicht amüsiert und postet daraufhin mehrere Screenshots von Spiegel-Artikeln, die belegen sollen, dass die Merkel-Abhör-Enthüllung auf Snowden-Dokumenten basiert. Greenwald weist das zurück.

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Mit dabei ist auch der stellvertretende Fraktionssprecher der Grünen, Konstantin von Notz, der sich auf Greenwalds Seite schlägt. Notz gegenüber bezeichnet Reichelt Greenwald als „pöbelnden Ideologen“ (wegen der Frage, ob er lesen könne …):

Greenwald kontert. Reichelt habe alles erfunden, sei „erwischt“ worden und wolle die Diskussion nun auf Stilfragen lenken:

Wobei Greenwald verbal auch die Samthandschuhe auszieht und Reichelt mehrfach als „sleazy tabloid editor“ („schmieriger Boulevard-Redakteur“) beschimpft.

Kontantin von Notz nimmt natürlich gar nichts zurück (das wäre in einem Tweef auch nicht angemessen), lädt Reichelt aber stattdessen ins Kino ein:

„Citizenfour“ ist die mit einem Oscar ausgezeichnete Dokumentation über die Snowden-Enthüllungen von Laura Poitras.

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Alle Kommentare

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  2. Das Problem bei Reichelt ist: solange er nicht richtig lesen kann, wird das nie was mit dem Recherchieren. Der Spiegel schrieb: „Falls Edward Snowdens Dokumente eines bewiesen haben, dann dies: Alles, was gedacht wird, wird auch getan, das war schon bei Dürrenmatts Physikern so…“ – das diese Formulierung grundsätzlicher Art ist und sich nicht explizit auf Merkels Handy bezieht, wird schon daran klar, dass zuvor von Wirtschaftsspionage die Rede ist.

    Wie dieser Mensch (Reichelt) einen derart hohen Posten bei einem so einflussreichen Blatt beziehen konnte, ist das kleinere Rätsel. Wie der Springer-Vorstand bei Reichelts schon peinlichem Treiben tatenlos zuschauen kann, ist das größere.

    1. Liebe Menschheit,

      bitte vergeude nicht Deine wertvolle Zeit mit der Gossenjournalie Springers und Ihren minusintelligenten Schmierern!

      Danke

  3. Ich hätte von einem Mediendienst wie meedia.de jetzt erlich gesagt einen Faktencheck erwartet. Wer hat recht, wer denkt sich da was aus? Die Spiegelartikel gibt es ja alle noch zu lesen und das sollte wohl leicht zu überrprüfen sein.

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