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Hauseigene WhatsApp-Konkurrenz: Facebook öffnet Messenger für alle Nutzer

Immer reicher: Facebook-Chef Mark Zuckerberg
Immer reicher: Facebook-Chef Mark Zuckerberg

Das weltgrößte Social Network macht bei der Weiterentwicklung seiner Dienste weiterhin kräftig Tempo. Nur einen Tag, nachdem der inzwischen zweitwertvollste Internetkonzern der Welt ein großes Update seiner Foto-Tochter Instagram ausrollte, ist nun der konzerneigene Messenger dran. Dabei ist die Änderung vermeintlich nur mikroskopisch: Um die Nachrichten-App zu benutzen, wird künftig kein Facebook-Konto mehr benötigt. Die Wall Street spendet erneut Applaus.

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Die Welle der Euphorie an der Wall Street reißt für Facebook nicht ab. Gerade mal einen Tag ist es her, dass der elf Jahre alte Internetriese seiner immer beliebteren Foto-Tochter Instagram ein Update mit erweiterten Suchfunktionen spendierte, mit dem die App „zum Twitter für Bilder, zu einem visuellen menschlichen Seismograf“ werden könnte, wie Social Media-Berater Brian Solis mutmaßt.

Doch nach reinen Nutzerzahlen hat das weltgrößte Social Network noch ganz andere Trümpfe, die es ausspielen kann. Da ist etwa der Facebook Messenger, den Konzernchef Zuckerberg erst als eigenständige App auskoppelte und dann zum mobilen Versenden von Facebook-Nachrichten zum regelrechten Zwang machte.

Mobilnummer reicht künftig für Messenger-Nutzung

Nutzer reagierten zunächst verärgert, doch der Zwang zeigte schnell Wirkung: Wenige Monate später durchbrach Facebook die Schallmauer von 500 Millionen Mitgliedern; inzwischen sind es 700 Millionen. Um möglichst bald die Milliarden-Marke zu knacken, lockert Facebook nun die Login-Bedingungen.

Künftig ist ein Facebook-Konto nicht länger Voraussetzung, um Facebooks Messenger zu benutzen: Wie das Social Network per Blogeintrag mitteilt, ist die Eingabe der Mobilfunknummer künftig ausreichend. Ausgerollt wird das neue Login-Feature zunächst in den USA, Kanada, Peru und Venezuela.

Deutsche Bank sieht bei Facebooks Messenger-Diensten…
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Mit der vermeintlich nur kosmetischen Veränderung drückt Konzernchef Mark Zuckerberg weiter bei seiner Monetarisierungsstrategie kräftig aufs Tempo. Zuckerberg hatte in der Vergangenheit stets betont, er betrachte seine Standalone-App ab einer Milliarde Nutzer als monetarisierungsfähig – eine Grenze, die der Messenger beim Login für jedermann bereits bis Jahresende knacken könnte.

Die Wall Street verspricht sich unterdessen viel von Facebooks Messenger-Diensten. „Wir sehen Messenger-Apps als nächste Welle von Innovationen und finanziellen Rückenwind“, teilte die Deutsche Bank gestern mit. Die Analysten des Dax-Konzerns prognostizierten in einer Studie, dass es der Messenger zusammen mit der zugekauften Chat-App WhatsApp bis 2020 auf mehr als 2 Milliarden Nutzer bringen dürfte.

…bis 2020 eine 9-Milliarden-Dollar-Gelegenheit

Das bedeutet im Umkehrschluss gehöriges Monetarisierungspotenzial der beiden Dienste, die bislang 0 und nur 49 Millionen Dollar zur Facebook-Bilanz beitragen: So erwarten die Deutschbanker bis 2020 Umsatzerlöse von 4,2 Milliarden Dollar beim Messenger und 4,8 Milliarden Dollar bei WhatsApp.

Immerhin 17 Prozent der gesamten Facebook-Umsätze würden dann bereits mit den Messenger-Diensten erzielt werden, glaubt die Deutsche Bank. Anleger reagierten erneut erfreut auf das Facebooks rosige Zukunftsperspektiven und schickten die Aktie nach dem Sprung auf Allzeithochs gestern ein weiteres Prozent nach oben auf Rekordkurse bei nunmehr 89 Dollar.

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