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Carl Icahn verkauft Netflix-Anteil nach 1200 %-Plus in drei Jahren

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Eines der größten Investments der vergangenen Jahre ist Geschichte: Der legendäre Investor Carl Icahn verkaufte heute seinen letzten Anteil am boomenden Streaming-Anbieter Netflix. Und das nach einem schier unglaublichen Kurszuwachs von 1200 Prozent. Icahn sammelte Netflix-Aktien zu Kursen von 58 Dollar ein und verkauft zu Allzeithochs um 700 Dollar, nachdem Netflix einen Aktiensplit angekündigt hatte. Gleichzeitig weist der Großinvestor erneut auf das Aufwärtspotenzial Apples hin.

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Wenn Carl Icahn twittert, zittert die Wall Street. Wenige Buchstaben des erfolgreichsten Anlegers nach Warren Buffett reichen, um für Milliardenbewegungen zu sorgen – wie immer wieder bei Apple zu besichtigen. Um den wertvollsten Konzern der Welt ging es bei Icahns neusten Tweets indes nur am Rande.

Im Fokus des inzwischen rund 25-fachen Milliardärs: der boomende Streaming-Dienst Netflix, in den Icahn 2012 nach einem massiven Einbruch an der Börse zu heute unvorstellbaren Kursen von nur 58 Dollar einstieg. Was dann folgte, ist moderne Wirtschaftsgeschichte.

„House of Cards“-Wette bringt Netflix Wachstumsexplosion 

Weil die Zukunft des Fernsehens mit eigenen Inhalten gewonnen werde, entschloss sich CEO Reed Hastings  für etwas, was dem seinerzeit stark angeschlagenen Streaming-Dienst keiner zugetraut hatte: Er investierte 100 Millionen Dollar für die Eigenproduktion House of Cards – und stach dabei den scheinbar übermächtigen Rivalen HBO aus.

„Bei dieser Entscheidung habe ich am meisten geschwitzt“, bekannte Hastings vor einigen Wochen auf der re:publica bei einem regelrechten Popstar-Auftritt. Die Folge: Netflix konnte seine Popularität explosiv steigern und expandierte aggressiv ins Ausland.

Netflix‘ Traumlauf an der Börse gewann zuletzt abermals an Fahrt

Zuletzt verlief die Börsenentwicklung von Netflix fast vertikal: Das 18 Jahre alte US-Internet-Unternehmen vermeldete in seinen Quartalsbilanzen immer schnelleres Wachstum, für zusätzliche Fantasie sorgt zudem die Expansion nach China. Die Folge: ein Kursplus von noch mal 100 Prozent seit Januar, das Netflix‘ Börsenwert nunmehr über die Marke von 40 Milliarden Dollar schießen ließ.

Angesichts immer höherer Notierungen in immer kürzerer Zeit bediente sich Netflix eines Kunstgriffs aus dem Lehrbuch des financial engineerings, das Carl Icahn so gut beherrscht: Netflix verkündete gestern einen Aktiensplit im Verhältnis von 7:1, wie ihn Apple im vergangenen Jahr durchgeführt hatte. Die Folge: Netflix-Aktien legten im heutigen Handel weiter zu und stürmten die Marke von 700 Dollar – ein weiteres Allzeithoch.

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Kasse gemacht: Icahn realisiert Kursplus von 1200 Prozent in drei Jahren 

Während der gierige Anleger nun schon nach der 1000 Dollar-Marke lechzen mag, weiß Anlagelegende Carl Icahn genau, wann Schluss ist: Wenn die Party am schönsten ist, sollte man bekanntlich gehen. Nach einem Plus von 1200 Prozent in nicht mal drei Jahren, in denen aus 321 Millionen Dollar 2 Milliarden Dollar wurden, sicher nicht die schlechteste Entscheidung. (Die erste Hälfte seiner Anteile hatte Icahn im Herbst 2013 allerdings bereits nach einem Plus von 457 % – und damit aus heutiger Sicht zu früh verkauft.)

Genau das teilte Icahn nun mitten auf der Welle der Euphorie trocken via Twitter, doch nur, um gleichfalls damit eine andere Aktie anzupreisen – Icahns größtes Investment Apple. „Haben heute unseren letzten Netflix-Anteil veräußert. Wir glauben, Apple bietet aktuell dieselbe Gelegenheit wie Netflix vor wenigen Jahren.“

Was die 19 Worte an der Wall Street reflexartig auslösten, war keine Überraschung: Die Netflix-Aktie rauschte binnen wenigen Sekunden um 20 Dollar in die Tiefe und gab damit um rund eine Milliarde Dollar nach, während Anteilsscheine von Apple aus der wochenlangen Seitwärtsspanne nach oben ausbrachen und in der Spitze um 2,70 Dollar bzw. rund zwei Prozent zulegten.

Icahns Tweet bescherte dem ohnehin schon wertvollsten Konzern der Welt damit einen satten Zuwachs des Börsenwertes um 15 Milliarden Dollar. Die Icahn-Magie – sie funktioniert immer noch. Was das für Netflix bedeutet, werden die kommenden Monate zeigen – das smarte Geld ist zumindest weitergezogen.

 

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