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ARD-Programmdirektor Volker Herres: Kritik der Dokumentarfilmer haltlos und unlauter

ARD-Programmdirektor Volker Herres
ARD-Programmdirektor Volker Herres

Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen, wehrt sich gegen die Vorwürfe der in der AG Dok organisierten Dokumentarfilmer. In den vergangenen Jahren sei die Zahl an Reportagen und Dokumentationen im Abendprogramm im Ersten stabil geblieben, so Herres. Die Dokumentarfilmer fühlten sich nach dem angekündigten Talk-Umbau im Ersten übergangen und haben die ARD deswegen scharf kritisiert.

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Nach dem Weggang von Günther Jauch und dem Wechsel von Anne Will auf dessen Sendeplatz am Sonntagabend, hatten Dokumentarfilmer der AG Dok gehofft, dass der bisherige Will-Sendeplatz am späten Mittwochabend für Dokus frei wird. Die ARD verschiebt stattdessen Sandra Maischbergers Sendung „Menschen bei Maischberger“ vom Dienstag auf den Mittwoch und lässt „Hart aber fair“ am Montag.

Der Interessensverband AG Dok wirft den ARD-Verantwortlichen nun vor, die Anzahl der gezeigten Dokus faktisch zu verringern, obwohl die damalige WDR-Intendantin Monika Piel anderes versprochen habe. Die AG Dok kommentierte: “Peinlich für die Glaubwürdigkeit der ARD-Verantwortlichen: diese Ankündigung war falsch!” Und weiter:  “Die ARD hat wieder einmal die Gelegenheit vergeigt, in ihrem Kernbereich Profil zu gewinnen.

Als Beleg führt die AG Dok einen Bericht der Landesmedienanstalten an, der zeigen soll, “wie drastisch der Anteil dokumentarischer Sendungen im ARD-Programm seit 2009 gesunken” sei, nämlich “von einstmals 7,3 Prozent des Programms im Jahre 2009 auf nur noch 2,9 Prozent im Frühjahr 2014“.

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Das wollte Volker Herres nicht auf sich und der ARD sitzen lassen. „Der Anteil der dokumentarischen Angebote hat im Ersten mitnichten abgenommen, wie Thomas Frickel (der Vorsitzende der AG Dok) gestern behauptete. Jemanden des Wortbruchs zu bezichtigen und dabei eine Studie heranzuziehen, die von einer einzigen untersuchten Woche auf ein ganzes Jahr schließt, ist, gelinde gesagt, unlauter.“

In der relevanten Zeit ab 20.15 Uhr zeige sich ein ganz anderes Bild, so der Programmdirektor des Ersten. In den vergangenen Jahren sei der Anteil von Reportagen, Dokumentationen und Dokumentarfilmen im Abendprogramm des Ersten stabil geblieben. Das Sendevolumen habe von 2008 bis 2014 jährlich zwischen 122 und 135 Stunden variiert. Die Unterschiede zwischen den Jahren folgten keinem linearen Abwärtstrend. Das geringste Sendevolumen an Dokus und Reportagen von 122 Stunden habe es im Jahr 2009 gegeben.

(swi)

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Alle Kommentare

  1. Der Name ist heko4297!

    Man braucht kein Wissenschaftler zu sein um zu erkennen, dass ARD und ZDF laufend Wiederholungen senden und das nicht erst seit gestern ,sondern bereits seit vorgestern oder noch früher. Dokumentarfilme werden seit 2009 immer weniger. Es wäre auch angebracht gewesen die Sendung von Meischberger auf Dienstag zu belassen ,und ihr könntet dann entsprechende Dokumentationen Mittwochs in das Programm einzubauen.
    (Das isst meine Meinung &🗼 die ist stimmig)

  2. 1. Göfak untersucht für die Landesmedienanstalten nicht eine, sondern zwei Programmwochen, eine im Frühjahr, eine im Herbst.
    2. Das IFEM untersucht in seiner „Programmanalyse die Angebote von ARD/Das Erste, ZDF, RTL, Sat.1 und ProSieben als Vollerhebung. Die Untersuchung umfasste im Jahr 2014 pro Sender jeweils 8.760 Sendestunden. 8 760 Sendestunden entsprechen übrigens 365 Tagen.
    3. Laut der IFEM-Analyse schrumpfte die Programmsparte „Reportage/Dokumentation/Bericht“ von 2012 bis 2014 von 145 auf 122 Minuten pro Tag.
    3. Die AG DOK hatte selbst auf die Problematik der Sendungsanalyse der Landesmedienanstalten und auf die IFEM-Analyse hingewiesen.
    4. Auf diese Analyse sowie den Tatbestand, dass der tägliche Umfang um 23 Minuten (ca. 15%) reduziert wurde, geht Volker Herres nicht ein. Er führt stattdessen mit der „Hauptsendezeit ab 20.15 Uhr“ ein neues Kriterium ein. (Die Hauptsendezeit des ERSTEN liegt laut Presseabteilung des ERSTEN zwischen 20.00 und 23.00 Uhr.)Auf die Ergebnisse der IFEM-Analyse geht er nicht ein.
    5. Die von Volker Herres angegebenen Stunden hören sich viel an. Doch wenn man sie auf den Wochentag herunterbricht, sendet das ERSTE täglich nicht mehr als 20 Minuten in der Hauptsendezeit.

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