Anzeige

Nach Boykott von Apple Music: iKonzern knickt vor Taylor Swift ein

Auf Kreuzzug gegen Knebelklauseln der Musikindustrie: US-Sängerin Taylor Swift
Auf Kreuzzug gegen Knebelklauseln der Musikindustrie: US-Sängerin Taylor Swift

Taylor Swift hat es wieder getan: in deutlichen Worten gegen einen Streaming-Anbieter ausgeteilt. Sechs Monate nach Spotify bekommt nun auch der große Gegenspieler Apple zu spüren, dass mit der 25-Jährigen nicht gut Kirschen essen ist, wenn es ums Geschäft geht. Und Apple? Gibt kleinlaut bei ...

Anzeige
Anzeige

Swift stört sich sehr an der kostenlosen Bereitstellung von Musik während der dreimonatigen Probephase von Apple Music und verweigerte dem iKonzern ihren aktuellen Bestseller „1989“. Mit Erfolg: Das letzte Wort liegt wieder einmal bei Taylor Swift.

Die 25-jährige US-Sängerin, die so gerne in dramatischen Zeilen die Umwälzungen des digitalen Zeitalters erklärt, hatte sich wieder einmal mit einem Branchenriesen angelegt. Vor einem halben Jahr noch knöpfte sich Swift den Streaming-Platzhirsch Spotify vor, dem sie plötzlich nicht mehr ihre Alben zur Verfügung stellen wollte. „Die Musikindustrie verändert sich so schnell, so dass sich alles Neue – etwa Spotify – wie ein großes Experiment anfühlt. Und ich möchte nicht mein Lebenswerk für ein Experiment zur Verfügung stellen“, erklärte Swift staatstragend.

Bei Apple nun schien alles vor dem Launch des neuen Streaming-Angebots Apple Music, das in der kommenden Woche den Betrieb aufnimmt, anders zu werden: Auf der WWDC-Keynote war Taylor Swifts Künstlerseite und ein Teaser für das neue „Bad Blood“-Video zu sehen – es war schwer davon auszugehen, dass Apple mit der beliebten Popsängerin einen Deal gemacht hatte. Vor einigen Monaten kochten gar Gerüchte hoch, dass Apple an der Übernahme ihres Labels Big Machine interessiert sein könnte –  schließlich wäre die 25-Jährige als makelloses All American Girl  die Imageträgerin des Apple-Universums.

„1989“-Absage trifft Apple schwer

Nun jedoch die kalte Dusche von Swift: Zum Start von Apple Music wird ihr jüngstes Album „1989“ ebenfalls fehlen. Für Apple ist das eine ziemlich schlechte Nachricht, verkaufte sich in den USA doch kein Album in der vergangenen Dekade besser als das fünfte Studio-Album der angesagten früheren Country-Sängerin, die neben Beyoncé und Rihanna in diesen Tagen fraglos der beliebteste weibliche Popstar der Welt ist.

In einem auf Tumblr veröffentlichten Beitrag erklärte die 25-Jährige nun ihre Beweggründe für den Apple-Boykott: Es liegt an Apples Weigerung, Künstler während der kostenlosen dreimonatigen Testphase zu bezahlen. „Ich finde das schockierend, enttäuschend und ganz und gar untypisch für dieses progressive und großzügige Unternehmen“, wird Swift erneut  dramatisch.

 „Wir fragen ja auch nicht nach Gratis-iPhones. Dann frag uns auch nicht nach kostenloser Musik.“

Natürlich gehe es ihr nicht um sich selbst – „Dies sind nicht die Klagen eines verwöhnten Kindes“ –, sondern um den jungen Künstler und Songschreiber, der gerade seine erste Single veröffentlicht habe. „Drei Monate ohne Bezahlung sind eine lange Zeit“, wird Swift deutlich. „Wir fragen ja auch nicht nach Gratis-iPhones. Dann frag uns auch nicht nach kostenloser Musik“, landet  Swift einen echten Wirkungstreffer.

Gleichzeitig lässt die Pop-Sirene die Tür für eine Einigung mit Apple offen:  „To Apple, Love Taylor“, lautet ihr offener Brief, in dem sie den Konzern aus Cupertino als „unglaubliches  Unternehmen“ preist und einräumt, sie schreibe in Hochachtung und Bewunderung für alles, was Apple erreicht habe. Es klingt fast, als wäre eine Versöhnung nicht ausgeschlossen.

Apple knickt ein: „Wir haben Dich gehört, Taylor. Alles Liebe, Apple“
Anzeige

Die erfolgte dann tatsächlich bereits wenige Stunden später: Apple knickte vor Swift ein – und vollführte eine Rolle rückwärts! Apples Internetchef Eddy Cue verkündete weniger Stunden später via Twitter Apples Umdenken: „Wir haben Dich, Taylor, und die Indie-Künstler gehört. Alles Liebe, Apple“, twitterte Cue.

Dann die unmissverständliche Botschaft: Apple werde Künstler doch während der dreimonatigen Gratisperiode bezahlen.

Während Apple das schnelle Handeln, das der wertvollste Konzern der Welt aus der Portokasse bezahlen kann, eine PR-Blamage erspart, kann Taylor Swift einen weiteren Haken auf ihrer Bucket List machen. Sie hat sich nicht nur als Instagram-Trösterin von gebrochenen Teenagern-Herzen verdient gemacht, sondern nun auch als Kreuzritterin der Musikindustrie – eine Rolle, in der sich Swift durchaus zu gefallen scheint, wie ihr anschließender Tweet erkennen lässt:

Ob „1989“, der Stein es des Anstoßes, es damit nun auch auf Apple Music schafft, ist allerdings immer noch ungeklärt. Sicher scheint nur: die sendungsbewusste Sängerin wird die Welt darüber sicher nicht im Unklaren lassen, sondern ihre Entscheidung bestimmt im nächsten staatstragenden Posting mitteilen…

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*