Anzeige

Kampf ums Überleben: Krautreporter gründen Genossenschaft

Krautreporter-Macher: Geschäftsführer Sebastian Esser (li.) und Chefredakteur Alexander von Streit
Krautreporter-Macher: Geschäftsführer Sebastian Esser (li.) und Chefredakteur Alexander von Streit

Die Krautreporter gehen aufs Ganze: Neben der seit einigen Tagen laufenden Abo-Offensive wollen die Initiatoren des digitalen Crowdfunding-Magazins nun auch ihr Unternehmen in eine Genossenschaft umwandeln. Gesucht werden 400 Investoren, die je 250 Euro beisteuern und den Ausbau des Angebots tragen.

Anzeige
Anzeige

Durch diesen Schritt werden die Geldgeber Miteigentümer und erwerben zugleich eine Bruchteil-Herausgeberschaft an der Plattform. In einer Erklärung der Krautreporter heißt es, Ziel sei ein „unabhängiger, werbefreier Journalismus im Internet“ mit einer „seriöse Berichterstattung als Alternative zu klickgetriebenen, werbefinanzierten News-Medien“.  Damit verfolge man eine „gesellschaftliche Aufgabe“ und sei „überlebenswichtig für eine funktionierende Demokratie“.

Dieser Anspruch ist nicht neu, sondern wurde bereits im Kern mit der Gründung der Krautreporter und dem Launch der Website im Oktober 2014 formuliert. Allerdings haben vor allem in jüngster Zeit viele Kritiker bemängelt, dass die Krautreporter gemessen an ihren eigenen Zielen und Versprechen hinter den Erwartungen zurück geblieben sind. Gerade zu vielen aktuellen gesellschaftlichen Themen und politischen Debatten hatte das Portal der Unabhängigen selten etwas beizusteuern, was in Erinnerung geblieben wäre, von exklusiven Enthüllungen ganz zu schweigen. Mit Medienjournalist Stefan Niggemeier hatte zudem einer der profiliertesten Köpfe den Krautreportern kürzlich den Rücken gekehrt.

Anzeige

Zwar legen die Macher Wert darauf, auch sehr viele zufriedene Leser zu haben. Doch die Art und Weise, wie jetzt für das Fortbestehen der Krautreporter getrommelt wird, legt zumindest nahe, dass die Verlängerung der Mitgliedschaft für viele Abonnenten alles andere als selbstverständlich ist. Mindestens ein Drittel der 18.000 aktuellen Mitglieder müssen bei der Stange bleiben, heißt es, damit die Krautreporter weiter handlungsfähig bleiben. Neben der 60 Euro teuren Jahresgebühr steht es Fans der Krautreporter nun offen, sich für 250 Euro auch einen Mini-Anteil an dem Unternehmen zu sichern.

Um potenziellen Investoren das Gesamtmodell schmackhaft zu machen, kündigen die Krautreporter weitergehende Aktivitäten an. So heißt es: „Zum Magazin kommt die internationale Journalismus-Crowdfunding-Plattform WriteThatDown, die in wenigen Wochen startet. Außerdem haben wir eine Reihe von Ideen, wie wir das Prinzip ‚Ermögliche unabhängigen Journalismus‘ auf neue Projekte übertragen können.“ Die zusätzlichen Gelder, wenn alles klappt 80.000 Euro, sollen danach als Grundkapital „in Redaktion, Geschäftsentwicklung und Software“ investiert werden. Das laufende Geschäft und das Vermögen der bisherigen Krautreporter GmbH würde dann in die Krautreporter Genossenschaft übertragen werden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. „Das stand doch alles in dem Interview“.

    Dort: “ Und wir wandeln das Unternehmen in eine Genossenschaft um. Wer möchte, kann in Zukunft also in Krautreporter investieren und Mitherausgeber werden.“

    Vollständiges Zitat.

    Kopfschütteln.

  2. Kollegen, das stand doch alles in dem Interview mit uns, das ihr selbst (!) am Donnerstag veröffentlicht habt. Und das ist auch keine Pressemitteilung, die ihr da zitiert, sondern die Webseite der Genossenschaft, die seit letzter Woche online ist. Aber: Thanks for sharing!

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*