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Neue Heftstruktur: Der Spiegel schafft den Medienteil ab

Spiegel-Neubau in der Hafencity: Jeder fünfte Job beim Magazin soll bis Ende 2017 abgebaut werden
Spiegel-Neubau in der Hafencity: Jeder fünfte Job beim Magazin soll bis Ende 2017 abgebaut werden

Seit diesem Wochenende liegt der Spiegel mit der von Chefredakteur Klaus Brinkbäumer angekündigten neuen Heftstruktur in der Auslage. Ab sofort stehen Leitartikel und Titelgeschichte am Anfang des Heftes, Spiegel-Gespräche sowie Reportagen bekommen mehr Raum und die Dokumentation hat eine eigene Rubrik. Dafür streicht die Chefredaktion den Medienteil. Medienjournalismus wolle der Spiegel dennoch weitermachen, so Brinkbäumer.

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Mediengeschichten sollen weiterhin ohne festen Platz stattfinden, schreibt die Chefredaktion in einer Hausmitteilung der aktuellen Ausgabe. Als Beispiel nennt Brinkbäumer einen Artikel über die neuen Pläne des Kurznachrichtendienstes Twitter, der im Wirtschaftsteil erschienen ist.

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Dass das Nachrichtenmagazin zukünftig keinen eigenen Medienteil mehr führt, kommt überraschend, ist aber keine Premiere. Bereits unter Ex-Chefredakteur Stefan Aust schafften die Hamburger das Ressort schon einmal ab. Damals wie heute besteht die Gefahr, dass die Medienthemen durch die fehlende Regelmäßigkeit irgendwann gänzlich verschwinden. Bedauerlich ist es zudem, dass der Spiegel die Berichterstattung in Zeiten des Medienwandels nicht ausbaut.

Neben den oben genannten Änderungen sollen ab sofort auch die Autoren mehr in den Vordergrund treten beziehungsweise soll dem Leser der Austausch mit der Redaktion erleichtert werden. Leserbriefe stehen zukünftig am Ende des Heftes, wo die Redaktion auch auf sie antworten wird. Zudem können die Redakteure unter ihren Texten Kontaktdaten wie Mail-Adresse oder Twitter-Account hinterlassen. Zudem will der Spiegel das Investigative stärker hervorheben.

Die Optimierungen am Heft kündigte Klaus Brinkbäumer in der vergangenen Woche an, als er und Geschäftsführer Thomas Hass auch das in der Spiegel-Geschichte größte Sparprogramm des Verlags vorstellten. Insgesamt sollen an der Ericusspitze jährlich 15 Millionen Euro eingespart werden – Kündigungen nicht ausgeschlossen.

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Alle Kommentare

  1. Nach der Layout-Reform nun Symbolpolitik, Teil 2. Das wäre allein für sich genommen ja o.k., angesichts des wachsenden Qualitätsproblems beim SPIEGEL wirkt das aber wie Kosmetik. Die eigentlichen Probleme des Heftes sind doch: Mangelnde Tiefe der Analyse, oftmals belanglose, substanzlose Geschichten, Titelgeschichten, die es früher maximal ins Heft geschafft hätten, ein mangelndes Gespür für die richtigen Titelgeschichten garniert mit einem mangelnden Gespür für gute Titelbilder etc. Dass man jetzt die Nachrichtensplitter vor den Rubriken Deutschland und Wirtschaft mit „investigativ“ betitelt sollte dann schon mehr als die Wiederkäuung von Agenturmeldungen sein.

  2. …vielleicht mal wieder n Jahr jede zweite Woche n Hitler-Titel … der geht ja immer. Oder Putin.

    Man kann es ja mal etwas frischer angehen, „Führers Frööhlingsrezepte“ oder „Schlank und schön mit Pervitin“, das erreicht dann auch die weibliche Zielgruppe. UND hat Potential im Anzeigenbereich …

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