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Nikolaus Blome bei Politico und Micky Beisenherz vs. Titanic

„T“, Raab, Blome, Prinz Beisenherz
"T", Raab, Blome, Prinz Beisenherz

Nikolaus Blome, ehemaliger Bild-Vizechef und ehemaliger Fast-Spiegel-Vize schreibt nun als Autor für das Springer-Joint Venture Politico. Komiker Micky Beisenherz schreibt an die Titanic, weil die über ihn schrieb. Jürgen Todenhöfer hat am liebsten Selbstgeschriebenes im Regal. Bild-Chef Diekmann und stern-de-Chef Jessen schreiben sich, weil unklar ist, ob und wann die Bild über den Raab-Rücktritt schreiben konnte. Der MEEDIA-Wochenrückblick.

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Was macht eigentlich Nikolaus Blome? Einige argwöhnten, er würde nach seiner Demission beim Spiegel bei der Bild-Zeitung wieder mit offenen Armen empfangen werden. Dass der Weg zurück nicht immer begangen werden kann oder begangen werden will, zeigte schon das Beispiel des Ex-Bild-Vizes Jörg Quoos, der sich nach seinem Rauswurf beim Focus auch einen neuen Job außerhalb von Springer suchen musste/wollte. Mit der Leitung der Funke-Hauptstadtredaktion hat er dann ja auch einen gefunden. Blome hingegen darf nun wieder Rechnungen an seinen alten Arbeitgeber Springer schreiben. Diese Woche tauchte bei dem Springer-Joint-Venture Politico.eu ein Meinungsstück aus der Feder von Nikolaus Blome auf (“Angelas Angst”). Fängt Blome jetzt bei Politico an? Bei Springer teilt man mit, er habe den Beitrag als Gastautor geschrieben. Man könne “nicht ausschließen”, dass er weitere Gastbeiträge schreibt, festangestellt sei er aber nicht.

Die Titanic widmete in ihrer jüngsten Ausgabe dem Komiker und Dschungelcamp-Autoren Micky Beisenherz eine Doppelseite (“Rock me, Skarabäus!”). Der Text fiel Titanic-mäßig deftig aus. Zitat:

Micky Beisenherz, ein Typ, der in jedem Moment so aussieht, als wäre ihm gerade der Schwanz gelutscht worden, veredelt das deutsche Spaß-TV nicht nur mit seiner Schreibe, sondern, wir deuteten es bereits an, auch leibhaftig als Conférencier.

Über Beisenherz Kolumnen-Hit über die “Pastavorhölle” Vapiano schreibt Titanic:

Einen Empörungstsunami à la Supernanny Edathy (ha, Methode verstanden!) löste Prinz Beisenherz mit einer gepfefferten Zwinkerglosse über die Pastavorhölle Vapiano aus. Als Laminat-Imitat, die Jack-Wolfskin-Jacke unter den Restaurants bezeichnete der Frechdachs das eigentlich grundanständige Schnellrestaurant – und weil im Internet sogar auf eine so wiedergekäute Billigprovokation unzählige Versager anspringen, war “#Nudelgate” geboren, und Beisi konnte aus dem unredigierten Twitter-Unflat zwei weitere Beiträge basteln.

Der Titanic-Text wurde Micky Beisenherz zugespielt (oder er ist, wie ich, treuer Abonnent der Titanic) und als gnadenloser Verwurster hat er den Titanic-Verriss in seiner eigenen Kolumne zum Thema gemacht. Beisenherz über Beisenherz:

In einem Land, in dem „Unser Charlie“ zum Star werden konnte, war dem Moderationsmakaken Popularität durchaus zuzutrauen. Doch Gott ist Gott sei dank nicht tot – und die Shows schmierten allesamt ab, als seien sie von der Bundeswehr bestellt worden. Jetzt hätte man hoffen können, dass der Mann endgültig zurück in seinen Lehrberuf als Eintänzer am Autoscooter auf der Lütgendortmunder Pflaumenkirmes wechselt. Dummerweise haben mildtätige Menschen wie Oliver „heute Show“ Welke oder das Team von „Extra3“ so etwas wie eine Patenschaft übernommen und lassen ihn in ihren Büros vor einem ausgeschalteten Rechner sitzen. So fällt er zumindest draußen keine Passanten an.

Aber das ist natürlich alles total mega-ironisch. Zwinker, zwinker. Schmunzel, schmunzel.

Ebenfalls bei der Relevanz-Maschine stern.de habe ich gelesen, dass Stefan Raab seinen Rückzug aus dem TV-Biz nur deshalb so spät (22.11 Uhr!) verkündete, damit Gala, Bunte und Bild in ihren Print-Ausgaben nicht mehr darüber berichten können. Dass die Bild bis Mitternacht aktualisieren kann und darum nur ein Teil der Auflage ohne die Raab-News ausgeliefert wurde, hat den Autoren nicht dazu verleitet, seine Raab-Rache-These zu überdenken, wie eine längliche Twitter-Diskussion belegt.

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Bild-Chef Kai Diekmann, der bekanntlich keinem Twitter-Beef aus dem Weg geht, raunzte daraufhin stern.de-Chef Philipp Jessen an. Der zeigte, dass er kontern kann:

Das Videoportal dbate hat Jürgen Todenhöfer zu den Reaktionen auf seine Reise in den so genannten “Islamischen Staat” (“IS”) befragt. Jetzt schauen Sie mal genau hin, was da im Hintergrund für Werke im Todenhöfer’schen Regal drapiert sind. Da stehen ja bloß Bücher von Todenhöfer selbst, auch noch in Showcase-Manier drapiert. Im Hause Todenhöfer liest man liebsten … Todenhöfer!

Man kann zur persönlichen Erbauung aber auch natürlich dieses Magazin-Triptychon abonnieren: Hunde! Katzen! Hitler! Oder: Buzzfeed meets Der Spiegel.

Schönes Wochenende!

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Alle Kommentare

  1. Na – ob sich Herr Beisenherz mit seiner Antwort einen Gefallen getan hat? Ich hätte an seiner Stelle den Helmut Kohl gemacht und die Titanic ignoriert.

    Die Zahl der Käufer des Blättchens dürfte sich im überschaubaren Rahmen halten – der IVW bleibt der Verlag ja schon seit Jahren fern.

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