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Die besten TV-Momente des Stefan Raab: „TV total“, ESC, Kanzler-Duell, Maschendrahtzaun

Multitalent als Sender-Zugpferd: Stefan Raab steigt aus, und ProSieben hat ein Problem…
Multitalent als Sender-Zugpferd: Stefan Raab steigt aus, und ProSieben hat ein Problem...

Nach 16 Jahren TV wird Stefan Raab Ende des Jahres zum letzten Mal an den Heavytones vorbei die Treppe heruntergehen und mit seinem Schreibtisch durchs "TV total"-Studio sausen. Am späten Mittwochabend verkündeten Raab und sein Sender ProSieben das Ende seiner TV-Karriere. Es geht ein Großer.

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Ja, es wurde Zeit. Aufmerksamen Zuschauern von „TV total“ konnte Stefan Raab in den vergangenen Sendungen nicht mehr wirklich etwas vormachen – und sich selbst zum Schluss vielleicht auch nicht mehr. „TV total“ war zuletzt so monoton wie sein Kleidungsstil und es tat einem fast schon weh zu sehen, wie er seine Augen immer fester zusammenkniff, um die Moderationen erkennen zu können, die ihm seine Mitarbeiter auf großen Papptafeln geschrieben haben.

Und doch stimmt es traurig, dass der Mann mit dem breiten Grinsen dem TV-Geschäft Ende des Jahres den Rücken kehren will. Raab ist einer der größten Entertainer des aktuellen Fernsehens. Für ProSieben brachte der 48-Jährige wohl mehr Formate auf Sendung als jeder andere, hauchte auch „TV total“ mit neuen Ideen immer wieder Leben ein.

Der Kunstflug bei „Raab in Gefahr“

Unvergessen bleibt zum Beispiel „Raab in Gefahr“ – eine Rubrik, für die sich der Moderator in Ausnahmesituationen brachte. Dabei war er sich für nichts zu schade:

Raab in Gefahr – Kunstflug from Jessica K. on Myspace.

Der „Schlag den Raab“-TV-Marathon

Zu seinen größten Erfolgen gehört „Schlag den Raab“, ein Show-Konzept, das in mehr als 37 Länder verkauft wurde. Seit fast neun Jahren und in bisher 52 Folgen stellt er sich seinen Kandidaten in Wettkämpfen und zockt mit ihnen ums große Geld. Egal wie lange es dauert. Im November vergangenen Jahres stellte Raab Sender und Zuschauer auf die Geduldsprobe. Sechs Stunden und acht Minuten kämpfte er gegen Kandidat Peter Meiners, um den Jackpot von 2,5 Millionen Euro zu verteidigen. Alleine das finale Spiel dauerte über eine Stunde, musste schließlich abgebrochen und durch ein einfacheres ersetzt werden. Raab gab immer alles.

Mr. Maschendrahtzaun

Raab machte sich als Komiker mit Leidenschaft für Musik einen Namen. Aus TV-Schnippseln machte der Entertainer, der seine Karriere beim Musiksender Viva begann, Charthits. Sein Song „Maschendrahtzaun“ aus dem Jahr 1999 hielt sich 14 Wochen an der Spitze der deutschen Charts. Idee für das Lied war eine Aussage von Regina Zindler, die damals in der Gerichts-Show „Barbara Salesch“ einen Auftritt hatte. Raabs Song „Hol mir ma ne flasche Bier„, der auf einer Aussage von Altkanzler Gerhard Schröder beruhte, belegte acht Wochen lang Platz zwei der deutschen Charts.

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Die Liebe zum Eurovision Song Contest

Im Jahr 2000 stand Raab auf der Bühne des Eurovision Song Contests. Mit dem Gaga-Dada-Song „Wadde hadde dudde da“ holte er den fünften Platz und damit ein für Deutschland überraschend gutes Ergebnis.

Raabs Triumph – der ESC in Düsseldorf

Im Laufe der kommenden Jahre sollte Raab zum wichtigsten Mann im deutschen ESC-Geschäft werden. Mit seinem „TV total“-Format SSDSGPS (Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star) entdeckte er den musikalisch hervorragenden Max Mutzke. Sechs Jahre später, im Mai 2010, stieg Raab dann in den ESC-Olymp auf. Nachdem er in einer Partnerschaft zwischen ARD und ProSieben, Lena Meyer-Landrut entdeckte, holte Deutschland zum zweiten Mal den ersten Platz und sicherte sich somit auch die Präsentation des Musikspektakels. Im Jahr darauf eröffnete Raab den Contest in Düsseldorf mit einer unübertroffenen Performance.

„King of Kotelett“

Der ESC in Deutschland war wohl Raabs Karriere-Höhepunkt. Der ehemalige Metzgerssohn aber wollte weiter, wollte seriöser werden und bekam, was er wollte. 2013 schickten ihn die Sendermanager als Vertreter von ProSiebenSat.1 zum Kanzlerduell zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück. Neben Anne Will, Maybrit Illner und Peter Klöppel war Raab der einzige, der die Politiker mit seinen Fragen in Bedrängnis brachte – und der einzige, der Peer Steinbrück „King of Kotelett“ nannte.

Zur gleichen Zeit versuchte Raab das Format der Politik-Talkshows zu revolutionieren. Von November 2012 bis September 2013 lud er zu „Absolute Mehrheit“, einer Talkshow, in der fünf Gäste aus Politik, Prominenz und Volk miteinander diskutieren sollten. Die Zuschauer konnten dabei abstimmen, wer sie am meisten überzeugte und damit ein Preisgeld gewann. „Absolute Mehrheit“ wurde kontrovers diskutiert. Darf ein Polit-Talk mit diesen Elementen der Unterhaltung vermischt werden? Eindeutig ja. Trotzdem scheiterte Raab am Fernbleiben prominenter Politik-Gäste und letztlich auch an den Quoten.

 

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