Kündigungen nicht ausgeschlossen – Spiegel verkündet 15-Mio.-Euro-Sparprogramm

Rote Zahlen drohen: Spiegel-Chefs Brinkbäumer (l.), Hass
Rote Zahlen drohen: Spiegel-Chefs Brinkbäumer (l.), Hass

Publishing Spiegel-Geschäftsführer Thomas Hass und -Chefredakteur Klaus Brinkbäumer haben das größte Spar- und Restrukturierungsprogramm in der Geschichte des Nachrichtenmagazins verkündet. 15 Mio. Euro sollen eingespart werden. Selbst Kündigungen werden nicht ausgeschlossen.

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„Wir sind zurzeit noch ein wirtschaftlich solides Unternehmen, das aber – bedingt durch die rückläufige Entwicklung bei Anzeigen und Vertrieb – seit einigen Jahren Erlöse verliert, während unsere Kosten annähernd stabil geblieben sind. So riskieren wir, dass der Spiegel schon bald in die roten Zahlen rutscht. Das dürfen wir nicht akzeptieren“, sagt Thomas Hass, Geschäftsführer des Spiegel-Verlags.

Von dem noch verbleibenden Gewinn soll künftig mehr investiert und weniger an die Gesellschafter ausgeschüttet werden, teilte Hass mit. Die Organisation des Verlags soll effizienter gestaltet werden. Auf diese Weise sollen dauerhaft 15 Mio. Euro eingespart werden. Ohne Stellenabbau wird das nicht gehen, Kündigungen in Redaktion und Verlag werden laut einem Bericht bei Horizont nicht ausgeschlossen. Gleichzeitig sollen neue Produkte entwickelt werden, die neue Umsätze generieren und den Spiegel-Verlag digital fitter machen. Diese “Agenda 2018” sei gemeinsam mit den Gesellschaftern, also der Mitarbeiter KG, Gruner + Jahr und der Familie Augstein, beschlossen worden.

Die Chefredaktionen von Spiegel und Spiegel Online hätten Anfang Juni gemeinsam mit der Geschäftsführung ein Programm 15 Projekten gestartet, die in den kommenden Monaten weiter entwickelt werden. Dazu gehören ein Innovation Lab, das als “Zentrum von Kreativität und Erneuerung” fungieren soll, eine digitale Bezahlstrategie, eine digitale Tages- oder Abendzeitung, die noch 2015 starten könnte, die Modernisierung der Spiegel-App und Spiegel Online International. Auch die Beteiligung an Startups, die zum Spiegel passen, sei möglich. Artikel des Spiegel sollen künftig auch einzeln verkauft werden, zum Beispiel bei Online-Kiosk-Anbietern wie Blendle.

Ein Programm mit möglichen Restrukturierungs-, also Sparmaßnahmen, will die Geschäftsführung dann mit dem Betriebsrat erörtern und im Herbst 2015 zur Entscheidung und Umsetzung vorlegen. Es könnte ein heißer Herbst werden.

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Alle Kommentare

  1. Ich war lange Jahre Spiegelleser. Wenn der Spiegel bestimmte Themen aufgreifen und kritisch hinterfragen würde, wie z.B. Bilderberg, Transatlantische Vernetzung der Eliten, Geldsystem etc. würde ich ihn auch wieder kaufen. Da zu einseitig berichtet wird ist das quartalsweise erscheinende Blättchen meiner Krankenversicherung interessanter ! Das liegt allerdings i.d.R. nach 1 Minute im Altpapier.

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