Für Deutschland und Europa: Spotify legt erste Reichweiten-Studie für Streaming und Radio vor

Spotify-Deutschland-Chef Stefan Zilch
Spotify-Deutschland-Chef Stefan Zilch

Spannende Zahlen von Spotify: Zusammen mit TNS Research hat der Streaming-Gigant eine europäische Reichweitenstudie erstellt, in der erstmals eine gemeinsame Währung für Streaming und herkömmliches Radio ausgewiesen wird. MEEDIA hat vorab erste Einblicke in die Ergebnisse bekommen.

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„Ziel war es, erstmals eine Vergleichbarkeit zwischen Radio und Spotify zu erreichen“, so Spotify-Deutschland-Chef Stefan Zilch zu MEEDIA. „Wir wollen Fragen beantworten wie zum Beispiel: Wie viele Nutzer, die ich über Radio nicht mehr bekomme, erreiche ich mit Spots bei Spotify?“ Durchgeführt wurde die Studie in 12 europäischen Ländern, es ist damit die laut Spotify umfassendste Streaming-Studie Europas.

In Deutschland wurden von TNS 2.864 Leute im Alter zwischen 15 und 64 Jahren befragt – u.a nach Ihrem Konsum von digitalen Musikdiensten und herkömmlichen Radiosendern. Eins der Ergebnisse: 92% der 15- bis 24-Jährigen in Deutschland kennen die Marke Spotify, 73% der 25- bis 34-Jährigen. Bei den 55- bis 64-Jährigen sind es immerhin noch 34%. Spotify-Nutzer sind zudem jünger und männlicher als Hörer herkömmlicher Radiosender. So sind 61% der Spotify-Nutzer männlich, unter den Radiohörern finden sich mit 52% zu 48% mehr Frauen. Das Durchschnittsalter des Spotify-Nutzers beträgt 27,8 Jahre, das des Radiohörers 41,9.

Konkrete Reichweiten aus Deutschland liegen MEEDIA vorab aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg vor. Wenig überraschend ist Spotify hier in der Großstadt am erfolgreichsten. Zu den Gründen dürften die jüngere Bevölkerung und die bessere Netz-Infrastruktur gehören. Die monatliche Reichweite liegt in Hamburg bei 19,2%, in Niedersachsen bei 15,9% und in Schleswig-Holstein bei 12,6%. Gemeint ist hier im Übrigen die Reichweite des kostenlosen Spotify-Zugangs, denn nur der ist ja werberelevant – und für die Werbevermarktung ist die Studie gedacht.

In den Ergebnissen zeigt sich auch, wie viele Menschen mit Werbung bei Spotify erreicht werden können, die kein Radio – oder zumindest bestimmte Radiosender nicht hören – und wie groß die Reichweite des Streaming-Dienstes in den Regionen ist. Beispiel Hamburg: Hier erreicht Spotify wie erwähnt eine monatliche Reichweite von 19,2%, auf die Woche umgerechnet sind es 15,2%. Damit liegt der Dienst in etwa auf Augenhöhe mit Sendern wie radio ffn und Hamburg Zwei. Aber auch einem Spot beim großen Radio Hamburg kann eine zusätzliche Buchung bei Spotify ein Publikums-Plus bescheren.

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Spannend sind diese Zahlen auch, weil sie der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse zuvor kommen. Die will im Herbst mit der ma Audio erstmals eine gemeinsame Studie für die Daten der ma IP Audio und die der herkömmlichem ma Radio veröffentlichen – eine gemeinsamen Studie für Web- und herkömmliches Radio also, wie sie Spotify mit TNS nun bereits vorlegt. An der ma wird Spotify dennoch teilnehmen, die Anmeldung zur ma IP Audio ist bereits erfolgt.

Die TNS-Studie zeigt auch, dass Spotify deutlich vor der Web-Konkurrenz liegt. Bei der 12-Monats-Reichweite erreicht Spotify demnach 25,1% der Menschen in Hamburg, iTunes kommt auf 14,7%, Soundcloud auf 12,6%.

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Die kompletten Ergebnisse aller Bundesländer und mit voller Detailtiefe will Spotify in der zweiten Juli-Woche im Rahmen eines Planungstools für Werbungtreibende veröffentlichen. Auf dass nicht nur die Umsätze mit Pro-Kunden steigen, sondern auch die mit der Werbung für diejenigen, die nicht für ihre Musik zahlen wollen.

Angst vor dem neuen Dienst Apple Music hat Stefan Zilch im Übrigen nicht: „Wenn immer die mit dem meisten Geld gewinnen würden, würden wir alle mit Nokia-Handys telefonieren, uns über Google+ vernetzen und mit dem Internet Explorer surfen.“

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