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Streitfall Home Office – warum Firmen die Heimarbeit noch so oft blockieren

Home sweet Home Office
Home sweet Home Office

Eine Studie der Job-Vermittlung Monster hat ergeben, dass sich immer mehr Arbeitnehmer flexiblere Arbeitszeiten und Home Office wünschen. Die meisten Firmen tun sich aber schwer mit Home-Office-Angeboten. Es wird geargwöhnt, dass die Heimarbeiter weniger produktiv sind.

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Die Studien Recruiting Trends 2015, Recruiting Trends im Mittelstand 2015 und Bewerbungspraxis 2015 hat Monster gemeinsam mit dem Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universität Bamberg durchgeführt. Laut den Studien wollen mehr als acht von zehn Befragten Stellensucher am liebsten bei einem Unternehmen arbeiten, das flexible Arbeitszeiten und Arbeitsorte – vulgo: Home Office – ermöglicht. Prof. Dr. Tim Weitzel vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Uni Bamberg: „Es sollte also nicht mehr darum gehen, wer abends am längsten seinen Schreibtisch hütet. Produktivität und Effektivität stehen im Vordergrund der Arbeit.“

Die Realität sieht aber anders aus. Nur knapp die Hälfte der für die Studien befragten Top-1.000 Unternehmen bieten das Arbeiten zu den gängigen Bürozeiten von zu Hause aus an. Die Flexibilisierung von Arbeitszeiten ist weiter verbreitet. In acht von zehn der befragten Unternehmen werden flexible Arbeitszeiten ermöglicht. Das heißt, Mitarbeiter arbeiten zwar am selben Ort, jedoch zu unterschiedlichen Zeiten. Räumlich und zeitlich verteiltes Arbeiten hingegen wird aktuell in nur rund einem Viertel der Fälle ermöglicht.

Weniger als drei von zehn der antwortenden Großunternehmen sind der Meinung, dass ihre Mitarbeiter im Home Office produktiver sind als im Büro. Das Klischee vom Heimarbeiter, der sich auf die faule Haut legt, ist offenbar noch sehr lebendig. Aber auch die Kollegen haben Probleme mit Heimarbeit von Anderen. Die Studien ergaben, dass viele Mitarbeiter vermuten, i der Firma mehr arbeiten zu müssen, als der Kollege oder die Kollegin im Home Office.

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Im Mittelstand sin die Vorbehalte gegen Home Office noch größer. Nur rund 19 Prozent der befragten Mittelständler aus Deutschland bieten ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, Arbeit zu Hause zu erledigen.

Welche Vorteile versprechen sich die Stellensuchenden von Home Office? Vorteile, die am meisten genannt wurden sind das Entfallen von Pendelzeit (84 Prozent), räumliche Unabhängigkeit (78 Prozent), verbesserte Work-Life-Balance (69 Prozent) und erhöhte Eigenverantwortung (68 Prozent). Die Arbeitnehmer sehen aber auch selbst einige Nachteile: das Verschwimmen der Grenze zwischen Arbeit und Familie (53 Prozent), die Verringerung sozialer Kontakte (44 Prozent), das Nicht-Vorhandensein technischer Unterstützung (32 Prozent) sowie sinkende Karrierechancen (25 Prozent).

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Alle Kommentare

  1. Eine kleine Anekdote dazu. Als ich mal einen neuen Job suchte und es nur noch um die Arbeitszeiten ging und ich diese flexibel gestaltet wollte, ebenso wie den Ort, wurde ich allen Ernstes gefragt, wann ich denn dann Überstunden machen wollte…

  2. Für Autoren ist das Homeoffice nahezu ideal: Ruhe zum Recherchieren und schreiben, wenns passt. Das Problem: Wie bindet man den Heimarbeiter in die redaktionelle Arbeit ein, die eben nicht nur aus großen Geschichten, sondern auch aus Nachrichtenseiten, Korrekturlesen, Konferenzen, Layoutbesprechungen und Terminen besteht? In der Praxis bleibt der Home-Office-Kollege ein Außenseiter. Im Zweifelsfall wird der Verlag lieber einen freien Mitarbeiter beauftragen!

    1. Für Autoren ist das Homeoffice nahezu ideal ? Sollte der Bericht hier im Home Office entstanden sein, ist er ein Beleg, mit dem der Inhalt sich selber disqualifiziert. Lektoren schauen dann halt nicht drüber und Legasthenikern ist Tür und Tor geöffnet.

  3. Und wenn Meedia das Wort in diesem Zusammenhang noch so oft bemüht: Nein, Home Office ist NICHT das schickere englische Wort für Heimbüro. Auf deutsch heißt es: Innenministerium. Eine peinliche Falle für alle, die doch zu Hause arbeiten dürfen, und dies einem englischen/amerikanischem Gesprächspartner erklären wollen…

    1. Ah, sehr interessant, Herr Voss, dann bedeutet die international verwendete Abkürzung SoHo (Small Office/Home Office) ja wohl, dass die angloamerikanischen Innenministerien sehr kleine Büros haben …

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