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„Blaxit“ bei der Fifa: das Medienecho nach dem Blatter-Rücktritt

 Fifa-Chef Joseph Blatter.
Fifa-Chef Joseph Blatter.

Es war der viel zitierte Paukenschlag am Abend: Fifa-Präsident Sepp Blatter tritt überraschend von seinem Amt zurück, nachdem er erst vor ein paar Tagen für weitere vier Jahre wiedergewählt worden war. Die Reaktionen überschlagen sich, fallen aber auch eintönig aus: Funktionäre und Medien begrüßen den "überfälligen Schritt", im Social Web haben versuchte Wortspiele, Häme und Schadenfreude ihren großen Tag.

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Am Ende half auch die Wiederwahl zur fünften Amtszeit nichts: Sepp Blatter tritt als Fifa-Chef zurück – zu schwer wog der Korruptions-Skandal beim Weltfußballverband Fifa, die Verhaftungen von hochrangigen Fifa-Delegierten, die vermeintlich krummen Vergabeverfahren der Weltmeisterschaften nach Russland und Katar oder auch die sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen des Wüstenemirats.

Was folgte, war absehbar: Erleichterung von Funktionären, Abrechnungen in Kommentaren und Leitartikeln:

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: „Eine Entscheidung, die absolut richtig ist“ (via kicker Online)

„Es ist eine Entscheidung, die richtig und überfällig ist. Es war eine Tragik, dass er uns allen und sich selbst das alles nicht früher erspart hat. Wir brauchen im Fußball Integrität, Seriosität, Glaubwürdigkeit.“

Theo Zwanziger, früherer DFB-Präsident: „Ein guter Tag für den Fußball“ (via Spiegel Online)

„Er erweist dem Fußball damit einen großen Dienst. Es ist ein guter Tag für den Fußball.“

Zeit Online: „Welch herrlicher Tag!“

„Hurra! Der Fußball ist von dem Mann befreit, der ihn verkauft hat. Doch hoffentlich hält die Freude über Sepp Blatters Rücktritt als Fifa-Präsident über den Tag hinaus“

Sueddeutsche.de: „Warum Blatter plötzlich aufgibt“

„Die Schlinge um ihn zog sich wohl jedenfalls immer weiter zu – und die Einschläge der Korruptionsaffäre kamen immer näher.“

Spiegel Online: „Letzte Chance zur Selbstreinigung“

„Sein Abgang kann nur ein Anfang sein. Denn der Weltverband hat ein größeres Problem als Blatter“

Focus Online: „Blatter geht nicht aus Selbstlosigkeit – sondern aus einem guten Grund“

„Blatter tritt sicherlich nicht aus Amtsmüdigkeit zurück. Vielmehr steckt eine höhere Macht dahinter. Wie amerikanische Medien berichten, sollen die US-Staatsanwaltschaft und das FBI in der Korruptionsaffäre gegen Blatter persönlich ermitteln.“

Bild.de: „Blatter ist gezeichnet von den Skandalen der letzten Tage.“

„Wenn das FBI gegen dich ermittelt, merkst du erst nichts davon – und wenn du es merkst, ist es zu spät.“

In der Spätschicht schmissen zahlreiche Tageszeitungen nochmals ihre Titelseite um. Viel Zeit für Kreativität blieb nicht. Einige Redaktionen jedoch hatten schmissige Zeilen parat.

So titelte die Boulevardzeitung Kölner Express:

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In Berlin schreibt der Kurier von der Erlösung des Fußballs:

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Auch international füllt Blatter Titel. Bei The Sun reicht es für eine Randnotiz – aber für eine gute.

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Der Guardian spricht vom Downfall: guardian.750

In der Schweiz, Blatters Heimat, schafft es Blatter nicht mal auf den Titel – zumindest nicht sein Kopf. Die NZZ zeigt seinen leeren Stuhl.

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Auf Twitter zirkulierte jede Menge Häme, Schadenfreude und versuchte Schenkelklopfer:

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