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Kultur-Kampf beim Spiegel – Uneinigkeit über Zusammenlegung von Redaktionen

Kultur-Kampf? Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer, Spiegel-Kultur Redaktionsleiterin Marianne Wellershoff
Kultur-Kampf? Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer, Spiegel-Kultur Redaktionsleiterin Marianne Wellershoff

Laut einem Bericht von Horizont gibt es beim Spiegel Pläne, die Redaktionen des Kultur-Ressorts und der Beilage Kultur Spiegel zusammenzulegen. Unumstritten ist das Vorhaben von Chefredakteur Klaus Brinkbäumer intern aber offenbar nicht.

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Wie Ulrike Simon bei Horizont schreibt, werde die Beilage Kultur Spiegel, die gerade 20. Geburtstag feiert, von vielen in der Spiegel-Redaktion als “Fremdkörper” wahrgenommen. Im Herbst solle die Beilage zur Frankfurter Buchmesse darum in neuer Form erscheinen, nämlich ausschließlich mit Rezensionen und ohne eigene Redaktion.

Die Neuausrichtung wäre eine strukturverändernde Maßnahme, die beim Spiegel Verlag die Zustimmung der Gesellschafter erfordert. Ein Alleingang von Chefredakteur Brinkbäumer ist hier also nicht möglich. Laut Horizont gilt das Einverständnis der Gesellschafter (Augstein-Erben, Gruner + Jahr, Mitarbeiter KG) als sicher. Ganz so sicher ist es aber offenbar nicht. Laut MEEDIA-Infos soll es für das Vorhaben Brinkbäumers in Sachen Kultur Spiegel zumindest derzeit keine Mehrheit im Kreise der Gesellschafter geben.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Redaktionsleiterin des Kultur Spiegel, Marianne Wellershoff, auch Mitglied der Geschäftsführung der Mitarbeiter KG ist. Wellershoff hat im Streit zwischen Teilen der Print-Redaktion und dem geschassten Chefredakteur Wolfgang Büchner, stets zu Büchner gehalten. Chefredakteur Brinkbäumer und der Kultur-Ressortleiter Lothar Gorris galten dagegen als Büchner-Gegner. Brinkbäumer und Gorris – so meinen einige im Spiegel – hätten auch darum ein Interesse daran, Wellershoff die Redaktionsleitung des Kultur Spiegel wegzunehmen.

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Seit dem Weggang Büchners ist die neue Chefredaktion eifrig dabei, Personalentscheidungen Büchners rückgängig zu machen. Auch der frühere Spiegel Online Chefredakteur Rüdiger Ditz, der als Vertrauter Büchners gilt, soll den Spiegel verlassen.

Die Pläne zum Umbau des Kultur Spiegel hat Brinkbäumer angeblich schon vor rund fünf Wochen in der Ressortleiterrunde präsentiert. So einhellig wie in Horizont dargestellt, scheint die Begeisterung darüber freilich nicht. Einige kritisieren, dass mit einer Umstellung Anzeigenplätze verloren gingen, außerdem würde sich kein Einspar-Potenzial ergeben.

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