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„Ich wittere Morgenluft“: Mathias Döpfner über die digitale Zukunft von Axel Springer

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Der digitale Wandel macht Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner keine Angst – er glaubt an eine erfolgreiche Zukunft von Bezahlmodellen. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung weist er die Vorwürfe zurück, Axel Springer sei ein Dienstleistungsunternehmen, spricht er über die wirtschaftlichen Pläne des Konzerns und äußert sich zu Übernahmegerüchten.

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„Das mit dem sich selbst tragenden Journalismus in der vermeintlich guten alten Print-Zeit ist ein Mythos“, stellt Mathias Döpfner fest. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung spricht er über die digitale Zukunft des Konzerns, betont, der Journalismus stünde nach wie vor im Vordergrund und weist den Vorwurf zurück, Axel Springer sei mittlerweile mehr ein Dienstleistungsunternehmen als ein Verlagshaus: „Auf Basis von bestmöglichem Journalismus finanzieren wir uns durch zahlende Leser, zahlende Anzeigenkunden und zahlende Kleinanzeigenkunden.“

Andere Medienhäuser hingegen würden nicht mehr an Journalismus glauben und in IT-Startups oder E-Commerce investieren. „Das ist die Rettung des Unternehmens durch Änderung des Geschäftszweckes. Genau diesen Weg gehen wir nicht“, sagt Döpfner. Zwar ist er sicher, dass sich Journalismus auch im digitalen Zeitalter selbst tragen kann – doch auch in der analogen Welt seien mit Kleinanzeigen die höchsten Margen erwirtschaftet worden. Deshalb stünde bei Axel Springer im Vordergrund, dass sich zunächst Abo-Angebote, Anzeigen-Angebote und Rubrikengeschäfte selber tragen. „Zweitens müssen wir einen Mehrwert in der Kombination schaffen. Das ist aus der Perspektive unserer Aktionäre ein ganz entscheidender Grund, ihr Geld in Springer zu investieren.“

Enge Kontakte im Silicon Valley
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Den digitalen Wandel empfindet er als erfrischend. Er glaubt, Gründer seien die Popstars unserer Zeit und beobachtet, dass journalistische Geschäftsmodelle immer attraktiver werden – auch in Europa. „Wir haben (…) einfach zu lange geschlafen. Aber meine Prognose ist: Das wird sich ändern. Ich wittere Morgenluft.“ Axel Springer will vor allem im englischsprachigen Raum wachsen, im Silicon Valley habe man bereits enge Kontakte geknüpft und werde dort auch ernster genommen als die meisten anderen europäischen Akteure.

Bei den Übernahmegerüchten zu T-Online winkt er ab, die Prioritäten seien andere: „Wir schauen uns sehr viele Dinge an. Wenn Sie wüssten, wie viele Projekte wir prüfen, würden Sie als Journalist ganz nervös werden. Aber 90 Prozent der Dinge realisieren sich eben nicht.“

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