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I/O: Google fordert Apple mit neuer Foto-App und Android Pay heraus

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Google brannte auf seiner turnusmäßigen Entwicklerkonferenz I/O das erwartete Produktfeuerwerk ab: Eine Vorschau auf das neue mobile Betriebssystem Android M, eine Plattform für Smart Home-Anwendungen namens Brillo, eine Offline-Version von Google Maps. Vor allem aber mit seiner runderneuerten Foto-App, die auch für iOS-Geräte zur Verfügung steht, und dem neuen Bezahlsystem Android Pay sagt Google Platzhirsch Apple den Kampf an.

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Nerd-Alarm im Moscone Center in San Francisco: Wieder einmal lud Google Entwickler aus aller Welt zur seiner alljährlichen I/O-Konferenz, auf der der wertvollste Internetkonzern der Welt über rund zwei Stunden eine Vorschau auf seine großen Software-Neuerungen 2015 gab.

Traditionell ist es Googles großer Moment, die Muskeln spielen zu lassen und den großen Rivalen Apple vor dessen eigener Entwicklerkonferenz WWDC, die zehn Tage später an gleicher  Stelle stattfindet, in die Schranken zu verweisen – schließlich liegt die große Domäne des Suchgiganten im Internet- und Software-Bereich, der gleichermaßen als Achillesferse von Cupertino gilt.

Google Photo: Unbegrenzter Speicherplatz für Fotos

Entsprechend ließ es sich Googles Produktchef Sundar Pichai nicht nehmen, Apple mit einigen neuen Anwendungen frontal zu attackieren. Da ist etwas die neue Foto-App Google Photo, die den iPhone-Hersteller an einer empfindlichen Stelle trifft: der weiterhin bestenfalls semi-gelungenen iCloud.

Wer kennt das Problem im inflationären Smartphone-Foto-Zeitalter nicht: hier ein Schnappschuss, da die bearbeitete Filter-Version und dann noch jede Menge Videos – und schnell füllt sich der Smartphone-Speicher. Wer sich dafür entscheidet, seine Fotos in vollem Umfang in der Cloud zu speichern, löhnt bei Apple etwa 3,99 Euro pro Monat für einen Speicherplan über nur 200 GB. Bei 1 TB fallen schon 19,99 Euro im Monat an.

Tiefe Bildersuche auch nach Schlagworten und für iOS
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Nicht so bei Google, wenn es um Fotos geht: Wer beim Internet-Pionier seine Bilder und Videos unter photos.google.com ablegt, zahlt nichts – und zwar ganz gleich, wie viel Speicherplatz in Anspruch genommen wird. Die Botschaft ist klar: Google will dem emotionalsten digitalen Besitz eine Heimat bieten – den Foto-Erinnerungen. Und das selbst dann, wenn sie vom verfeindeten Ökosystem kommen, denn Google Photos wird auch als iOS-App angeboten.

Interessant ist dabei die Art der Bilder-Suche. Produktmanager Anil Sabharwal machte vor, dass Bilder über Google Photos chronologisch, geografisch, aber auch via Gesichtserkennung nach Personen oder sogar nach Schlagworten zu finden seien.

Google launcht Android Pay

Auch mit einem anderen gestern vorgestellten Feature bietet Google Apple die Stirn: Wie der Platzhirsch aus Cupertino bietet der nur wenige Kilometer entfernt in Mountain View beheimatete Stadtnachbar Nutzern künftig die Möglichkeit zum bargeldlosen Bezahlen via Smartphone. Android Pay heißt Googles auch namentlich direkte Antwort auf Apple Pay, das im vergangenen Oktober in den USA eingeführt wurde.

Im eigentlichen Zentrum der rund zweistündigen Keynote stand indes die Vorschau auf die nächste Generation von Googles mobilem Betriebssystem Android M, das Ende des Jahres erscheinen soll. Eine Offline-Version von Google Maps wurde ebenso präsentiert wie die Software-Plattform Brillo für Smart Home-Anwendungen sowie weitere Verbesserungen von Android Now und Android Wear.

Bahnbrechende Produkt-Neuigkeiten blieben indes aus. Während die Ankündigungen der Entwicklermesse Geeks in den kommenden Wochen in Experimentier-Ekstase versetzen dürften, reagierte die Wall Street unterdessen mit maximalem Desinteresse: Die Google-Aktie fiel gestern um einen ganzen Cent auf 539,78 Dollar.

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