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„Gottschalk live“: WDR erklärt Millionen-Zahlungen an Moderator

Thomas Gottschalk
Thomas Gottschalk

Jetzt bezieht der WDR Stellung in der Debatte, dass Thomas Gottschalk nach dem Ende seiner gescheiterten Vorabendshow noch ein Millionen-Honorar – ohne Gegenleistung - von der ARD kassiert hätte. Der WDR sagt: Ja, es ist Geld geflossen, aber keine Gebührengelder. Über die Höhe der Zahlungen wollen die Kölner aber keine Angaben machen.

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Am langen Pfingstwochenende war es das beherrschende Medienthema. Obwohl „Gottschalk live“ nach nur 70 Folgen im Jahr 2012 wieder aus dem Programm genommen worden war, soll der Moderator die Gage für alle der geplanten 144 Shows bekommen haben. Genüsslich vermeldet die Bild am Sonntag zudem noch, dass Gottschalk der Deal wohl peinlich gewesen sei. So hätte er in einem BamS-Interview zwei Tage vor der Premiere noch gesagt, dass er “nicht auf Erfüllung irgendwelcher Verträge dränge“. Denn: “Die ARD schmeißt mir keine Milionen hinterher und wegen der Kohle mach ich’s sowieso nicht.“

Die Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG Dok) hatte vorgerechnet, dass wohl 2,3 Millionen Euro nach Absetzung der Sendung, sowie weitere 400 000 Euro für zwei geplante Abendshows, die ebenfalls nicht zustande gekommen seien, geflossen sind. Deshalb forderte der Verbandsvorsitzenden Thomas Frickel auch eine Erklärung vom Westdeutschen Rundfunk.

Diese liegt nun vor. Darin heißt es, dass mit dem Moderator ein Honorar vereinbart worden sei, das den Marktwert von Gottschalk „Rechnung trug“. Da das Format im werbefinanzierten Vorabend des Ersten gelaufen sei, wäre es auch „ausschließlich über Werbeeinnahmen finanziert“ worden. „Es wurde kein Gebührengeld ausgegeben. Folglich war auch keine Gremienzustimmung einzuholen, denn es bestand keine finanzielle Verpflichtung der Landesrundfunkanstalten, sondern der Werbetöchter.“

Tatsächlich enthielt der Vertrag mit Gottschalk ein Sonderkündigungsrecht. Allerdings beinhaltete es auch festgelegte „Abbruchkosten“, die eine „Fortzahlung des Honorars des Moderators bis zum Ende der Vertragszeit enthalten“ hätte.

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Zusammengefasst: Gottschalk erhielt tatsächlich sein volles Honorar

Zudem gibt der WDR zu, dass es Überlegungen gab vom Showmaster noch zwei Abendsendungen moderieren zu lassen. Diese wären auf Grund der Sendezeit jedoch nicht werbefinanziert, sondern hätten von den Gebührenzahlen übernommen werden müssen. „Aus Sicht der damals Verantwortlichen war es daher die ökonomischste Lösung, von der Moderation weiterer Formate durch Thomas Gottschalk Abstand zu nehmen“, heißt es nun in der Erklärung. Allerdings: „Zu konkreten Summen über Honorare oder Produktionskosten darf die aktuelle Geschäftsleitung keine Angaben machen. Diese sind Teil der Verschwiegenheitsklausel bei Verträgen mit externen Produzenten, an die der WDR gebunden ist.“

Das hört sich so an, als ob Gottschalk zwar 2,3 Millionen Euro erhalten habe, aber keine weiteren 400.000 Euro für die geplanten Abendshows.

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